Energiefelder/Landschaften

in Wahrnehmung

am 12.09.2002 schrieb nanashe@freenet.de:

Hallo,
schon seit längerem schaue ich als geomantischer Laie in dieses Forum und wage es heute, Fragen zu stellen, die mich schon lange beschäftigen, die ich zu stellen mich aber eigentlich kaum traue; es klingt lächerlich, aber - überspitzt formuliert - können Landschaften Menschen "ablehnen"? Ich bin in Norddeutschland, genauer in Angeln geboren, bis meine Eltern (da war ich 3 Jahre alt) ins Rhein-Main-Gebiet zogen. Jeden Sommer verbrachte ich bei meiner Großmutter auf dem Land, es waren sehr sehr glückliche Sommer. Als mein erstes Kind geboren wurde, zogen wir wieder dorthin - quasi einen "Bullerbü-Traum" im Kopf. Es ging gründlich schief: in den 2 Jahren dort quälten mich heftigste Panikattacken, die sofort nachließen, als wir wieder ins Rhein-Main-Gebiet zurückzogen. Wir leben seitdem immer noch im Rhein-Main-Gebiet; aus familiären Anlässen müssen wir jedoch des öfteren wieder nach Angeln fahren und jedesmal beschleicht mich ein Gfühl tiesten Unbehagens und Angst. Dabei liebe ich die Landschaft, die Menschen und vor allem die Sprache dort: gerade das "Plattdütsch" gibt mir ein Gefühl tiesfster Geborgenheit. Vor einiger Zeit hatte ich einen Traum: die gesamte norddeutsche Ebene war von dunklen Nebeln durchzogen und ich hatte große Angst. Frage: Bin ich - aus welchen Gründen auch immer - ein psychopathischer Spinner oder - hat schon mal jemand "Erfahrungen" mit dem Stimmungsbild dieser Landschaft gemacht und könnte mir Hinweise geben?
Freundliche Grüße
nanashe

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am 20.09.2002 schrieb Brönnle:

Ich denke, es handelt sich wohl weniger um eine Ablehnung seitens der Landschaft, sondern vielmehr darum, dass tief in Ihrem Unbewussten mit dieser Landschaft etwas verbunden ist, was Ihnen Angst macht. Dies kann zum einen bedeuten, dass die Landschaft vom Archetyp her in Ihnen unbewusste Ängste auslöst, oder aber, dass reale verdrängte Ereignisse Ihres Lebens mit diesem Landschaftsbild verbunden sind. Als Spezialfall dessen könnte man auch karmische Gründe nicht ausschließen.
Eine psychotherapeutische Arbeit könnte hier weiterhelfen.

Stefan Brönnle

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am 20.09.2002 schrieb Johannes Heimrath:

Hallo Stefan,

da reizt es mich doch, mal wieder was einzuwerfen: Was, wenn nun der Genius Loci die Person nicht mag? Was, wenn das morphogenetische Feld der Region mit der Person in einer dissonanten Resonanz steht? Was, wenn die Information, die durch die Geschichte in der Landschaft gespeichert ist (z.B. in Form der Ahnen) das Unbehagen auslöst? Wir haben doch in der Geomantie eine Reihe von Phänomenen "nach draußen", ins Gegenüber der Landschaft verlegt, dass deine strikt auf die Person bezogene Aussage hier doch nur die eine Hälfte - die persönliche eben - meinen kann. "Von der Erscheinung zum Sinn" - ernst genommen heißt das doch auch hier: Die dreifaltige Wahrnehmung der Landschaft, meiner Person und der Beziehung zwischen der Landschaft und meiner Person macht beide Partner (Landschaft und mich) zu aktiven Gestaltern unserer Beziehung.

Wenn wir Landschaften schätzen, die uns einladen, dann muss es wohl auch Landschaften geben, die uns ablehnen. Die Erscheinung hier ist, dass die Landschaft eine Initiativkraft zu besitzen scheint: Sie lehnt die Person ab. Was ist der Sinn? Doch bestimmt keine Psychotherapie?

Herzlich, Johannes

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am 20.09.2002 schrieb Josef Volsa:

Hallo ihr Beiden!

Nett mal wieder was von Euch zu lesen.

Ich denke, dass es nur sehr schwer möglich ist, Geomantie zu betreiben, ohne im Grunde genommen von einem gewissen Grad von Animismus überzeugt zu sein. Wenn nun auch schon in der Schweiz bei einem wissenschaftlichem Experiment 2 Moleküle beobachtet werden konnten, wie sie Lichtquanten, also Information austauschten, somit kommunizierten, wird diese Ansicht langsam auch von dieser Seite her untermauert.

Und wenn man von einer beseelten Natur, einem beseelten, denkenden und fühlenden Ort ausgeht, warum soll dieser dann nicht eine Person ablehnen?

Starker Tobak, und ich bin schon auf die Erwiderung von Stefan gefasst.

Viele Grüße

Josef
http://www.volsa.com

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am 23.09.2002 schrieb Brönnle:

Lieber Johannes, lieber Josef,

Natürlich ist es für mich denkbar, dass ein Ort einen Menschen ablehnt. Ich wollte hier auch nicht die Undenkbarkeit dessen zum Ausdruck bringen, sondern das, was meiner Erfahrung nach am Wahrscheinlichsten ist:
Orte haben für mich ein ... nenen wir es Bewusstsein. Doch es ist kein individuelles, persönliches Bewusstsein (auch wenn es manchmal ähnlich zu uns spricht), sondern ein überindividuelles. Meiner Erfahrung nach heißt kein Ort (noch weniger eine ganze Landschaft) einen einzelnen Menschen Willkommen oder lehnt ihn ab. Ein Ort hat für mich keine Aversionen, Sympathien oder dergleichen. Wohl aber kann die innere Einstellung, mit der eine Person einen Ort begegnet, die Absicht, das Anliegen, abgelehnt oder gewünscht sein. Darauf zielte ich in meiner Antwort ab. Das heißt, wenn ich bei einem eng begrenzten Ort das Gefühl habe, hier (in diesem Moment) nicht erwünscht zu sein, so muß ich mich fragen, ob meine Absicht an diesem Ort zu diesem Zeitpunkt die richtige ist. Dehnt sich dies auf eine ganze Landschaft (und zu jeder Zeit) aus, so muß ich mich fragen, ob da in mir etwas mit dem Ort nicht prinzipiell in Dissonanz ist. Warum sollte mich ein Landschaftsarchetyp ablehnen??? Lanschaftsgenien haben keine persönlichen Vorurteile, keine politischen Meinungen oder Rassenvorurteile(Wie gesagt meine Erfahrung).
Ein andere Variante ist denkbar. Wenn nicht der Ort an sich, sonder dass, was Nigel Pennick eine "Auflage" nennt, also das von den Menschen in der Geschichte geprägte "aufliegende Feld" so geartet ist, dass es "Typen wie mich (??)" ablehnt (weil die Menschen dort viele Jahre lang dies taten), so kann dies ebenfalls als Ablehnung des Ortes empfunden werden. Dies würde ich aber nicht als den spezifischen "Geist des Ortes" beschreiben.
Letzte Möglichkeit, die mir einfällt: Ich habe hier Dinge erlebt, die unangenehm sind, oder der Landschaftsarchetyp ist in Dissonanz mit einem Seelenanteil in mir (das sich - z.B., in Träumen - ja auch oftmals als Landschaft ausdrückt).

In allen drei Fällen aber hieße das, um zu verstehen warum, eine intensive Seelenarbeit (Psychotherapie). Leider ist es ja bei uns nach wie vor so, das Psychotherapie gleichgesetzt wird mit "ich spinne". Dies ist hier aber nicht gemeint, sonder einfach Seelenarbeit oder auch Bewusstseinsarbeit.

Stefan Brönnle

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am 23.09.2002 schrieb nanashe@freenet.de:

Hallo,
habe mehrfach heute Abend versucht, auf die Beiträge zu antworten - sind jedes Mal verschwunden, sobald ich ins Detail ging . Da ähnliches nicht zum 1. Mal passiert (nicht nur im Zusammenhang mit diesem Thema) nehme ich an, dass es sich um relevante Dinge handelt. Tut mir leid - scheine keinen Kontakt aufnehmen zu dürfen. Weiß jetzt auch nicht mehr weiter (?)
Liebe Grüße
nanashe
nanashe

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am 24.09.2002 schrieb Johannes Heimrath:

Lieber Stefan,

gehen wir mal ganz grundsätzlich an die Sache ran:

Wir nehmen beide an, dass es sich beim “Bewusstsein” einer Landschaft nicht um ein dem menschlichen Bewusstsein vergleichbares "Ich-Bewusstsein" handelt. Deswegen würde ich aber nicht vorschnell den Schluss ziehen, dass das Bewusstsein einer Landschaft quasi "wertungsfrei" ist, wie du vermittelst ("... Ein Ort hat für mich keine Aversionen, Sympathien oder dergleichen ..."). Bewusstsein (Erscheinung) ist logisch nicht ohne die Fähigkeit zur Differenzierung zu denken. Denn wenn Bewusstsein in allem wohnen und nicht zur Differnzierung fähig sein sollte, wäre es trivial, es hätte keinerlei Sinn (Erscheinung und Sinn), es könnte durch nichts wahrgenommen werden, weil es keine Gradienten gibt, die eine Unterscheidung möglich machen. Wahrnehmung bedingt Unterscheidung. Es dürfte unwahrscheinlich sein, dass etwas existiert, das nicht wahrgenommen werden kann. Ich glaube, soweit ist das ein erkenntnistheoretisch sauberer Schluss.

Wenn wir also einer Landschaft Bewusstsein zugestehen, muss dieses sich auf irgendeine Weise von anderen Bewusstseinen differenzieren. Damit muss es zumindest eine minimale Fähigkeit zur Aktion besitzen, nämlich, sich zu unterscheiden. Es kann also nicht nur ein "wertungsloses" Bewusstsein sein, sondern es muss in der Lage sein, ein anderes Bewusstsein (natürlich auf seine ihm eigene Weise) zu "erkennen". Dann dürfen wir auch sagen, dass es das Bewusstsein eines Menschen "erkennt". Das bedeutet, dass es eine Beziehung zwischen den beiden Bewustseinen gibt (Erscheinung und Sinn resultieren in Beziehung - Ergebnis unseres "Wie-wirklich-ist-die-Wirklichkeit"-Symposiums). Eine Beziehung ist eine Wechselwirkung. Wenn also das Bewusstsein einer Landschaft zur Wechselwirkung fähig ist (ja per se sein muss, s.o.), ist es logisch zwingend, dass von ihm Impulse ausgehen, die sich an das andere Bewusstsein richten, von diesem als von außen auf es einwirkende Aktion wahrgenommen und im vorliegenden Fall z.B. auch als Ablehnung erfahren werden kann.

Also: Wenn wir einer Landschaft/einem Ort Bewusstsein zugestehen, müssen wir auch annehmen, dass eine Landschaft/ein Ort einen Menschen ablehnt. (Korrekt, Josef?)

Liebe Grüße, Johannes

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am 24.09.2002 schrieb Brönnle:

Erkenntnistheoretisch sauber. Aber eben für mich nur theoretisch. In meinem Erfahrungshorizont liegt es bislang nicht per se von einem Ort abgelehnt zu werden, noch habe ich jemals erlebt, dass eine Person einer von mir geleiteten Gruppe abgelehnt wurde (wohl aber eine Handlung oder innere Einstellung). Stets war es so, dass bei Einsicht dieser Dissonanz eine Annahme stattfand.

.... Aber vielleicht liegt das daran, dass ich einfach nur ein Pfundskerl bin, den man gar nicht ablehnen kann??? ;-)

Stefan

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am 24.09.2002 schrieb Johannes Heimrath:

Letzteres ist sicher des Pudels Kern! :-)

Es geht ja auch, lieber Stefan, ums Prinzip. Drum geh doch mal aus Lust und Freud dem Gedanken nach: Wenn du persönlich oder Menschen in deinen Gruppen bisher keine Ablehnung erfahren hast/haben - gilt dann nicht dennoch das Gesagte? Dann ist die Aktion des Bewusstseins eben das Annehmen von euch Pfundskerlen.

Und rührt unser unermüdlicher Einsatz für das Wesen (der) Erde nicht gerade daher, dass wir eben etwas empfinden, das uns einlädt, behütet, liebt? Wenn das eine - die Ablehnung - Projektion sein sollte, dann wäre auch das andere - die "Mutter Erde" - Projektion.

Herzlich, Johannes

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am 24.09.2002 schrieb Brönnle:

Von Projektion habe ich gar nicht gesprochen.
Aber ehrlich, ist es wirklich sinnvoll, theoretische Möglichkeiten zu erörtern? Sollten wir uns nicht lieber darauf besinnen, was wir wirklich erfahren?
Etwas, was jenseits unseres Erfahrungshorizontes liegt, bleibt immer abstrakt, das, was wir erleben, wahr-nehmen, wird wirklich.
Ist es in Deiner wahrnehmbaren Wirklichkeit, von einem Ort oder Landschaft abgelehnt zu werden?
Gerne würde ich zur Initiatorin dieser Diskussion zurückkehren und fragen (sobald das System wieder mitspielt), ob unser Gesabber hier überhaupt eine Hilfestellung ist.
Wenn ja, ist meine Erfahrung, die geschilderten Möglichkeiten, eine Möglichkeit in Deiner Realität? Oder würdest Du es gefühlsmäßig ablehenen und dabei bleiben, es sei der Ort, der ablehnt?
Denn auf die eigene Wirklichkeit kommt es schließlich an. Wir können nur Erfahrungen teilen (sicherlich auch erkenntnistheoretischer Art), alles andere sind Luftblasen!

Stefan Brönnle

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am 24.09.2002 schrieb marianne@mondtor.de:

Hallo Ihr beiden und alle anderen,
ich denke ihr habt auch schon etwas vom Spiegelprinzip gehört oder wie es in den Wald hinein schallt..Ich als das Subjekt nehme wahr und die sogenannte Reaktion der Landschaft ist ein Teil meiner Wahrnehmung und somit eine Widerspiegelung meiner Gefühle, die ich dort oder in einer ähnlichen Situation bewußt oder unbewußt schon einmal erlebt habe. Das kann aus der Vergangenheit kommen oderauch genetisch oder sogar phylogenetisch verankert sein so wie etwa die angeborene Schlangenfurcht bei Primaten. Ich habe festgestellt, daß ich immer ganz speziell auf einen Ort reagiere, an dem etwas geschehen ist zu dem ich in irgendeinerweise in Resonanz stehe und andere können dazu ganz andere Empfindungen haben zum gleichen Zeitpunkt.wenn ich mir dann bewußt werde, welcher Spiegel mir dann vor Augen gehalten wird und ich das Thema vielleicht bei mir erlöse oder annehme, verändert sich auch die Wahrnehmung oder ich verändere die Wahrnehmung von dem Platz.Es ist letzlich immer meine Entscheidung, ob ich mich von einem Ort abgelehnt fühle oder nicht.
Marianne

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am 09.03.2003 schrieb alexandraerobin@aol.com:

hallo,
habe bißchen ähnliche biographie, kindheit auf dem lande (südwestdeutschland), umzug nach rheinmain mit 5 jahren, gefühl von fremdheit und heimweh seitdem. mit 31 bin ich mit mehreren leuten zurück aufs land gezogen (mit den entsprechenden bullerbüträumen im kopf)- das gefühl von heimweh war schlagartig verschwunden. allerdings hatte ich mir nicht so recht klargemacht, was landleben und das fehlen städtischer infrastruktur bedeutet, ich war eben kein kind mehr und das stauen des baches hinter dem haus auch keine ausreichende beschäftigung für die mittlerweile "erwachsene" frau.
habe mich also erstmal zu tode gelangweilt ohne kinos, kneipen, veranstaltungen, bekannte. und hatte das gefühl, hier mit niemandem was anfangen zu können, mißtrauisch beäugt von imaginiert stockkonservativen dorfbewohnern fühlte ich mich höchstens als kuriosum , fehl am platz. feindliche umwelt. das ging nicht bis zu panikattacken, aber fast.
habe mich dann in meiner not mit der hausgeistin
unterhalten, die sagte mir klipp und klar, dies sei kein ort für mich. aus den erzählungen der nachbarn wurde deutlich, daß es eine ziemlich evangelische frau war, mit entsprechenden moralvorstellungen.
kein wunder, daß ich hier falsch war. nachdem wir dann umgezogen sind wurde es etwas besser, der neue platz war für uns in dieser zeit gut. klar war aber auch, daß der umzug als kind traumatisch war, der umgekehrte umzug aufs land als "erwachsene" war aber -entgegen meinen erwartungen- ebenfalls nicht ohne, hieß das doch auch die neuerliche abrupte trennung von freunden ,bekannten, lebensumständen. plus die tatsache, daß es hier in der tiefsten provinz weniger ablenkungsmöglichkeiten gab. jetzt steht der nächste- und hoffentlich erstmal für lange zeit letzte umzug an- wir haben ein haus gekauft, das uns haben wollte.
ich denke, vielleicht solltest du beides bedenken- kontakt mit dem ort aufnehmen und nachfragen, was denn da los ist, andererseits im blick behalten, daß deine psychische befindlichkeit der andere faktor ist, der die situation beeinflußt.
lg, alexandra

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am 24.03.2003 schrieb maria:

nochmal zu der interessanten frage, ob der ort den menschen ablehnen kann, bzw, würde (vielleicht tut er es nicht, obwohl er es könnte) - ein paar weitere fragen in dem zusammenhang:

wer ist "der ort"? besitzt ein bestimmtes fleckchen erde einen bestimmten "genius"? ist dieser genius eine objektive grösse im sinne eines von mir (und von anderen geniussen) getrennten seins, oder erschaffe ich diesen (mit) durch meine fähigkeit zur resonanz?

was genau passiert bei ablehnung? ist ein mensch z.b. wirklich zur ablehnung fähig? wenn ich sage, du, ich mag dich nicht.... kann das nicht so lange hinterfragt werden, bis die ursprüngliche einheit wieder sichtbar ist? ist es vor dem hintergrund vielleicht gar müssig, nach ablehnung (oder annahme) zu fragen?

oder ist es vielleicht ganz wichtig, eine ev. ablehnung des ortes mir gegenüber ernst zu nehmen - so wie ich auch die ablehnung eines menschen ernst nehme als wichtige botschaft seiner seele, ohne es deswegen persönlich nehmen zu müssen oder darin der weisheit ewigen letzten ratschluss zu sehen?

inwieweit sind annahme und ablehnung durch einen ort als emotional gefärbte wertungen eines bestimmten (illusionär von mir getrennten) seins überhaupt relevant?

was bezweckt man eigentlich mit annahme und ablehnung? wenn ich jemanden spüren lasse, das ich ihn nicht mag, bzw, solche schwingungen überhaupt in mir kultivieren mag, ist das nicht eigentlich eine suche nach aufmerksamkeit, energie.... liebe? die offenbarung einer bedürftigkeit? und wenn das für den menschen gilt, dann bestimmt auch für den ort... oder gerade nicht?
können wir vielleicht gar das gesunde ablehnen ohne wenn und aber, mit einem entschiedenen basta! von einem ort lernen?

und wer kann solche fragen beantworten?

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am 11.05.2006 schrieb junipher:

Liebe nanashe,
dein Beitrag ist ziemlich lange her, aber ich stoße erst jetzt darauf;
abgesehen davon, daß es ein Sprichwort gibt "zur falschen Zeit am falschen Ort" zu sein, habe ich die Veränderung eines Ortes auch erfahren, von absoluter Harmonie bis zu Herzrasen; gleicher Ort, gleiche Person, andere Zeit. eine völlige energetische Veränderung hatte dort stattgefunden.
Mir fällt aber besonders Deine Traumbeschreibung auf, die äußerst real ist. Norddeutsche Tiefebene und dunkler Nebel, Sinnbild für Unbewußtes und WASSER. Die Tiefebene war mal der Grund eines Meeres und wird beim Abschmelzen der Polkappen wieder eines sein. (wenn die Prognosen keine Schwarzseherei sind). Eventuell hast Du hier auch eine vorausschauende Sicht geträumt, eine Warnung bekommen. Das gäbe ein anderes Bild, denn Du schreibst ja von Deiner innigen Verbundenheit mit dieser Landschaft. Wenn es eine Warnung gewesen ist, egal in welcher Richtung, bedeutet das nichts anderes als; dieser Ort zeigt Dir, daß er für Dich nicht gut ist. Ich finde, das ist eine positive Geste.
Vielleicht hat sich in den paar Jahren seit deinem Beitrag etwas getan, was Dir den Traum und das Unbehagen erklärt hat?
liebe Grüße von junipher

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am 01.12.2007 schrieb Marianne Rattay:

Hallo,
Ich bin auch seit langer Zeit mal wieder in diesem Forum und an diesem Beitrag mit den vielen Kommentaren all der Experten hängen geblieben.
Ich will mal einen Aspekt einwerfen, der relativ weg führt von Dir als Person sondern eher als Überträger von Unvereinbarkeiten. Ich kenne das Rhein Main Gebiet sehr gut,lebe ich hier doch schon seit 1970, Die Nord Deutsche Tiefebenen nur ein bisschen (Urlaub, Besuche bei Freunden u.s.),aber es gibt landschaftlich und kulturell sehr gro0e Unterschiede,die sich auch in den Menschen auswirken. Meine These nun: Da Du schon sehr lange im Rhein/ Main Gebiet lebst, ist ein Stück des "Landschaftsgeistes" auch auf Dich übergegangen und Du trägst es mit Dir auch in Deine Geburtsheimat. Und vielleicht sind diese so inkompatibel, dass dein Körper mit Beschwerden darauf reagiert.
Mir geht es mit meiner Urheimat ( das Saarland ) nicht ganz so( ist auch kulturell näher an Hessen) aber leben könnte ich dort auch nicht mehr,das wäre wie wieder in meine zu kleinen Kinderschuhe zu schlüpfen.
Es gibt schon merkwürdige Beziehungen zwischen Menschen und Orten. Berlin und ich ,wir mögen uns ganz und gar nicht, in Idar Oberstein leide ich an Bewusstseinstrübungen, so ungewühnlich sind Reaktionen von Mensch und Landschaft gar nicht.
Auch der Aspekt der Warnungen im letzten Beitrag erscheint plausibel.
Schönen Advent
Marianne

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am 14.01.2008 schrieb Tassilo :

Hallo Nanashe,

beim Lesen dieser Diskussion sind mir sofort einige Gedanken gekommen die Dir zukommen lassen möchte.

Grundsätzlich folgende Ausführungen.
Gott, dass Universum oder wie auch immer du das All-Eine benennen magst bringt dich an keinen Ort der Welt, den du nicht auf die eine oder andere Art und Weise in dir trägst. Das Hermetische Prinzip. Der genius loki eines Ortes zieht dich an und du gibst dieser Anziehung statt. Der Ort kann Dich nur deshalb anziehen, weil du seinen Geist (oder einen Teilaspekt) in dir trägst. In gewisser Hinsicht gibt es gar keine Ablehnung seitens eines genius loki, sondern lediglich eine Art von „Nicht-Anziehung“. Die wird dir am deutlichsten, wenn du dir vor Augen führst, wie viele Orte es gibt, bei denen du nie und nimmer auf die Idee kommen würdest sie zu besuchen. Das heißt, es ist erst einmal völlig unerheblich wie du die Begegnung mit dem genius loki in Norddeutschland erlebst. Würde dich Norddeutschland ablehnen (nicht-Anziehen) wärst du nie wieder dorthin zurückgezogen bzw. du hättest auch nie das Bedürfnis gespürt.

Nun zu deinem Gefühl, deinem „Unbehagen“, deinen „Panikattacken“ und deiner „Angst“.
Dein Traum ist ein guter Zugang. Du hast einen „dunklen Nebel“ gesehen. Nebel verbreitet „Unklarheit“. Im Gegensatz zu einer Mauer ist „Nebel“ aber durchlässig. Nebel sind in vielen Kulturen auch Tore. Tore durch die man gehen muss um Klarheit zu erlangen. Im Nebel kann man sich nur noch auf sein Gefühl verlassen wenn man sich orientieren will also „Klarheit“ erlangen möchte.
In der Homöopathie gibt es so was wie einen Indikator. Wenn der Homöopath wissen will ob ein Mittel auch wirklich das richtige ist um einen Patienten zu heilen konfrontiert er ihn mit dem mentalen Konzept welches hinter dem Mittel steht. Wehrt sich der Patient gegen die Aussage so ist dies ein ziemlich verlässliches Zeichen dafür, dass der Homöopath mit der Wahl des Mittels auf dem richtigen Weg ist.
Im übertragenen Sinne bedeutet dies: Der genius loki von Norddeutschland zieht dich an um dich zu heilen (Patient geht zum Homöopathen), um irgendetwas in dir zu heilen. Du hast dort noch etwas zu regeln um deine Seele heilen zu lassen. Aber irgendetwas in dir wehrt sich dagegen. Irgend etwas in dir bekommt „Panikattacken und Angst“ bei dem Gedanken, dass du den „Nebel“ beseitigen könntest, der dir den „Klaren Blick“ nimmt.
Ich gehe nun noch einen Schritt weiter.
Gewisserweise hast du dir die Antwort auf deine Frage schon selbst gegeben.
Du hast geschrieben: „...und wage es heute, Fragen zu stellen, die mich schon lange beschäftigen, die ich zu stellen mich aber eigentlich kaum traue...". Diese, Deine Aussage kulminiert mit dem „Nebel“-Aspekt in deinem Traum und bringt die Herausforderung vor der du stehst auf den Punkt.
Im Zusammenhang mit deinem Weggang aus Norddeutschland in Kindheitstagen stehen irgendwelche „ungeklärten“ Ereignisse, die nun Nachwirken. Vielleicht stellst du mal ein paar Fragen in der Familie. Fragen die du schon immer mal stellen wolltest aber du dich nie getraut hast. Hierbei ist aber ganz wichtig, wie auch beim durchschreiten des Nebels, dass du auf dein Gefühl achtest.

„Da wo das Lampenfieber ist, da geht’s auf die Bühne“

In Licht und Liebe
Tassilo

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