elektrosmog
in Fachfragen/Austausch
am 03.11.2001 schrieb Sina Thoma:
Hallo lieber Leser!
Ich möchte mich erst einmal aufklären lassen, was genau Elektrosmog ist. Ich weiss nur, daß das irgendwie mit Steckdosen und Strom und anderer Strahlung zusammenhängt. Ich wäre dankbar, wenn mir jemand ein paar Informationen schicken könnte oder gleich im Forum antwortet...
Da habe ich auch gleich eine Frage: In Höhe des Kopfendes meines Bettes befindet sich eine Steckdose zu der vom Boden her an der Wand entlang Stromkabel führen. Allerdings ist diese Steckdose nicht in Gebrauch. Schlafe ich trotzdem im Elektrosmog? Ist Elektrosmog vorhanden? Was kann ich tun? Ich könnte mein Bett 50cm weiterrücken, aber ob das hilft?
Vielen Dank für weitere Informationen.
Sina Thoma
am 03.11.2001 schrieb Stefan Brönnle:
Elektrosmog ist ein Sammelbegriff für "Verunreinigungen" der Atmosphäre durch elektromagnetische Strahlen oder Wellen. Dazu zählen der elektrische Anteil (V/m), der magnetische Anteil (nT), sowie Hochfrequenz . Letztere ist im Spiel, wenn es um Handys geht. Alle drei Komponenten verhalten sich völlig unterschiedlich. Den elektrischen Anteil kann man durch physikalische Abschirmaßnahmen und Erdungen ganz gut in den Griff kriegen, den magnetischen Anteil dagegen kriegt man nur mit massiven Maßnahmen in den Griff. Dagegen nehmen die Werte des magnetischen Anteils mit der Entfernung von einem Elektrogerät rasch ab, während sich die elektrische Komponente "wie Ungeziefer" durchs Zimmer bewegt und z.B. Holz oder Metall als "Krabbelstrasse" nutzt. Für beide Komponenten ist es am einfachsten die Quelle zu beseitigen: Also Strom weg; z.B. durch einen Netzfreischalter. Die Hochfrequenz lacht darüber leider nur und benutzt dennoch alle möglichen metallenen Gespinnste , um sich aufzumodellieren.
Die Leitung Ihrer Steckdose steht auch unter Spannung, wenn kein Endgerät angeschlossen ist. (Logisch, sonst könnten Sie ja kein Gerät damit betreiben). Abstand von der Dose zu halten ist auf jeden Fall vernünftig, ob sie aber dadurch "gebannt" ist, ist eine andere Frage und muß überprüft werden. Laufen z.B. die - zu meist nicht abgeschirmten - Kabel über Holz, so trägt dieses den "Smog" munter weiter und verteilt ihn im Haus.
Heutzutage sind einfach handhabbare "Elektrosmog-Meßgeräte" schon für wenig Geld (ca 100.- DM) zu haben, die für den Hausgebrauch ganz passabel arbeiten. Damit lassen sich leicht nötige Abstände bestimmen und Maßnahmen überprüfen. Verbraucherschutzverbände helfen zudem weiter.
Stefan Brönnle
am 05.11.2001 schrieb Josef Volsa:
Sehr geehrter Hr. Sina!
Servus Stefan!
Stefan, ich muss Dir leider wiedersprechen, wenn es um die von Dir genannten Messgeräte geht. Bei den meisten dieser billigen Geräte ist die sogenannte Frequenzgängigkeit nicht gegeben. Dadurch werden Oberwellen stark über- und etwa Bahnstrom stark unterbewertet.
Noch eine Kleinigkeit nebenbei: Wenn man so wie ich nach dem Standard der Internationalen Gesellschaft für Elektrosmogforschung (IGEF) misst, gehören auch noch Abweichungen im Erdmagnetfeld, also Messungen im elektromagnetischen Gleichfeld dazu.
Weiters sollte man auch noch elektrische Gleichfelder, also Aufladungen von Teppichen, Bodenbelägen usw. messen.
Ein großes Problem ist, wie Stefan bereits angeschnitten hat die Antennenwirkung von Metallteilen. Ich habe schon Radiosender im Zahnmetall gemessen und vieles andere mehr.
Servus aus Wien
Josef Volsa http://www.volsa.com
am 05.11.2001 schrieb Stefan Brönnle:
Vielen Dank Josef,
natürlich gehören die von ergänzten Bereiche mit dazu, ich wollte es nur nicht noch komplizierter machen....
Prinzipell meine ich, dass natürlich einfache Meßgeräte IMMER ungenau sind. Ich meinte die Empofehlung auch eher im Sinne einer "Hausapotheke". Hier kann ein einfaches Gerät gute Dienste leisten bevor man zum"Arzt", sprich Bau- oder Elektrobiologen geht. Wie bei der Hausapotheke bleiben dadurch aber natürlich oft bestimmte Probleme unentdeckt.
Vielen Dank für Deine Ergänzung!
Stefan Brönnle
am 05.11.2001 schrieb Josef Volsa:
Sehr geehrter Hr. Sina!
Servus Stefan!
Es ist leider so, dass es keine Faustregeln gibt. Elektrische Felder (um die geht es hier) auf Grund eines solchen Postings zu bewerten ist unmöglich.
Es kann sein, dass die Wand erdet, es kann sein, dass die Wand über der gesamten Breite abstrahlt. Es kann sein, dass ein Teil der Wand ein hohes elektrisches Feld in den Raum wirft, ein anderer Teil nicht.
Falls hier ein elektrisches Feld aus der Wand feststellbar ist, empfihlt es sich, mit geerdetem Abschirmflies zu arbeiten. Dies ist ein grafitbeschichtetes Flies, das an der Wand angebracht und geerdet wird. Bitte vorher feststellen, ob es nicht vieleicht von unten kommt durch irgendwelche Leitungen von Deckenlampen o.ä.
Das Flies hat den Vorteil, dass es billiger ist als ein Netzfreischalter, wartungsfrei ist, es kann nicht kaputtwerden wie ein Netzfreischalter und man kann am selben Stromkreis auch noch Geräte angesteckt haben, welche standby laufen oder Stromverbrauch haben ohne dass die Abschirmung deswegen unbrauchbar wird.
Trotzdem möchte ich nochmals betonen, dass es notwenig ist, gerade bei Elektrosmog, alle Bereiche des sogenannten Elektrosmogs zu bewerten um zu einer gültigen Aussage zu kommen.
mfg
Josef Volsa http://www.volsa.com
am 05.11.2001 schrieb Sina Thoma:
Ich danke Ihnen meine Herren,
aber eigentlich wollte ich nur wissen, wie ich schnell mit einem "Hausapothekentrick" mein Bett so plaziere, daß so wenig wie möglich Elektrosmog oder Strahlung, die von einer Steckdose ausgeht, auf mich übergeht. Demnach ist die erste und einfachste Lösung das Bett von der Steckdose wegzurücken. Richtig? Ich kann mir im Moment auch keine großartigen Geräte oder Fliese leisten. Ich wollte nur ein paar einfache Anregungen bekommen, wie man am besten mit den einfachsten Mitteln mit Strahlung oder Elektrosmog umgeht. Vielleicht haben Sie beide noch weitere Anregungen?
Ich wäre Ihnen dankbar.
mfg
Ihre
Sina Thoma.
am 05.11.2001 schrieb Josef Volsa:
Sehr geehrter Hr. Sina!
Es ist leider nicht möglich, hier einen Tipp zu geben, der auch in Ihrer Situation passt. Wie bereits ausgeführt, kann sowohl viel "Elektrosmog" als auch gar keiner sein. Dies hängt von so vielen Faktoren und deren Zusammenspiel ab, dass hier in diesem Rahmen jede Antwort eine falsche wäre.
Ich habe sehr häufig die Erfahrung gemacht, dass bei Messungen, wo vom Äußeren ein Horrorzustand gegeben schien, fast nichts feststellbar war und bei einem scheinbaren Idyll Extremwerte gemessen wurden.
Es tut mir leid, Ihnen hier nicht wirklich auf Entfernung weiterhelfen zu können. Aber jede Beurteilung der Situtation lediglich auf Grund Ihrer Schilderung wäre unseriös.
mfg
Josef Volsa http://www.volsa.com
am 05.11.2002 schrieb rudi:
hallo zsammen
ich bin neu hier und vielleicht verstehe ich deshalb nicht, warum diese nicht gebrauchte steckdose nicht einfach am anfang der leitung abgeschlossen wird?
Meiner erfahrung als einfacher elektriker nach ist 100% eine Strahlung von der leitung ausgehend.
am 07.11.2002 schrieb Josef Volsa:
meistens ist das Problem damit beseitigt. Es hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn es sich etwa um sogenannte vagabundierende Ströme von einer in der Nähe befindlichen Bahnlinie handelt, nützt dies gar nichts. Auch nicht, wenn wenn es sich um einen Stromkreis handelt, der gar nicht der im Schlafzimmer ist. Sondern etwa in der selben Wand aber im daneben liegenden Zimmer. Deshalb kommt man, wenn man glaubt durch Elektrosmog beeinträchtigt zu sein, um eine objektive Messung nicht herum.
mfg
Josef Volsa
http://www.volsa.com
am 08.11.2002 schrieb rudi:
ganz sicher strahlt die Leitung und die Steckdose und zwar in Kopfnähe. Diese abzuklemmen ist sicher
zu raten, denn meines Erachtens diese Leitung keine dipolartige auswirkung auf andere Störfelder haben kann (wenn ich dies Falsch sehe, bitte ich um Mitteilung).
am 08.11.2002 schrieb Josef Volsa:
Ich kenne Wände, welche erden (das heisst, hier kommt es zu keinem Einfluss der elektrischen Felder der Leitung) und Wände, welche die elektrischen Felder übernehmen und abstrahlen. Um festzustellen, was im gegenständlichen Fall zutrifft, kommt man um eine Messung nicht herum.
Zumindest, was die Leitung betrifft. Hinsichtlich der Steckdose gebe ich Ihnen recht. Allerdings ist hier ebenfalls festzustellen, wie weit, diese vom Kopf weg ist und ob hier noch ein Einfluss besteht.
mfg
Josef Volsa
Josef Volsa
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