Berechtigung geomantischer Arbeit

in Ethik geomantischer Arbeit

am 07.10.2000 schrieb Josef VOLSA:

Sehr geehrte Forumsteilnehmer!

Ein Thema, das mich sehr bewegt und welches leider in meiner Mailingliste kaum Resonanz gefunden hat: Bei einer Veranstaltung in Deutschland hat die Gruppe einen wunderschönen Kraftort im Wald gefunden. Dieser Ort hätte Potential für einen Kultplatz oder eine Kapelle. Ich habe den Teilnehmern daraufhin gezeigt und fühlbar gemacht, wie man einen derartigen Ort zur Kappell macht, indem ich dort (energetisch) einen Altarplatz, einen Eingamgsgsbereich usw. geschafften habe.
Daraufhin wurde von einem Teilnehmer die Frage gestellt: "Warum kann man diesen Ort nicht so lassen, wie ihn die Natur vorgesehen hat? Warum muß man in der Geomantie immer alles "verbessern"? Die ganzen Kultplätze und Kirchen haben doch in der heutigen Zeit ihre Berechtigung verloren."
Ich habe dann zwar eine Antwort gefunden, welche ihn zufrieden gestellt hat. Aber nicht mich. Ich würde mich freuen, verschiedene Meinungen zu diesem Thema zu hören.

Josef VOLSA http://www.volsa.com

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am 08.10.2000 schrieb Stefan Brönnle:

Ich glaube die Berechtigung der geomantischen Arbeit liegt im menschlichen Sein selbst begründet. Eines der - für mich - wesentlichsten Kriterien des Menschseins ist seine Kreativität. Hierin unterscheidet er sich im wesentlichen von den Tieren (obwohl es auch im Tierreich Kreativität gibt!). Dieses Grundkriterium der menschlichen Existenz führt zur Gestaltung seiner Umwelt (Das "Macht Euch die Erde Untertan").
Die Frage, die hier aufgeworfen wird, spiegelt sich wieder zum Beispiel auch in der gegenpolaren Einstellung von Hinduismus und Daoismus. Im Daoismus gilt das "Wu wei", das "Nicht-Tun", als eines der wesentlichsten Grundgesetze der Philosophie. Dagegen schein die Bhagavadgita genau Gegensätzliches zu propagieren, wenn der Erhabene spricht: "Nur um Taten bemühe dich, niemals um deren Ergebnisse; nie sei der Lohn einer Tat für dich Ursache (des Handelns)! Du sollst (aber auch) nicht am Nicht-Tun haften! Gottes gedenkend, tu die Taten, das Anhaften aufgegeben habend, o Dhanamjaya!"
Daher besitzt der Mensch eine große Verantwortung für sein Tun und Lassen. Die Geomantie dient ihm dabei als EIN Werkzeug des Verständnisses und der bewußten Beeinflussung.
Jede Kultur formte ihren geistigen Raum, spätere Generationen fanden das oft nicht angemessen und formten ihn um. Heute erkennen wir oftmals im christlichen Sakralraum verdrängte geistige Prinzipien der Erde wieder und suchen sie zu befreien. Doch auch wir können nur nach dem Handeln, was wir sind und wie wir denken. Deshalb werden wir uns wohl damit abfinden müssen, daß spätere Generationen auch unser geomantisches Handeln als fehlerhaft ansehen werden. Dies ist aber nicht das Kriterium für das Handeln heute, sondern ALLEIN, ob das Handeln in diesem Augenblick autentisch und gewollt ist.
Freilich lassen einen die Fragen anderer aufhorchen und das ist gut so, denn sie sind unser kollektives Gewissen, das uns überprüft, ob wir wirklich im Fluss sind, ob unser Handeln wirklich noch mit Ort und Zeit in Einklang ist oder ob wir nur innerem Machbarkeitswahn folgen und Kopfkonzepten.

Insofern: Wenn es gewollt und richtig ist, gilt das WU-WEI, ansonsten TUE DIE TATEN!

Herzliche Grüsse

Stefan Brönnle

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am 25.09.2002 schrieb Peter H. Burger:

Hallo,

in der Natur ist kein Irrtum, sondern wisse der Irrtum ist in dir (Leonardo da Vinci).
Die Natur ist voller Kathedralen und wir müssen sie nicht verbessern, nicht umgestalten, aber sehr wohl erhalten, sie achten und schützen.

Der Mensch neigt immer zum Eingreifen, anstatt zum Geniesen, was die Natur an wunderschönen Plätzen uns schenkt.

Herzlichst
Peter H. Burger

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am 04.05.2005 schrieb Andreas Grün:

Hallo.

Nun, ich meine, dass natürlich die Natur die schönsten Kathedralen baut.
Jedoch wie verhalte ich mich, wenn ich die Vermutung habe, daß der Ort von anderen Menschen bereits so verändert wurde, dass dieser weder zufrieden,
noch " in seiner Ordnung “ ist.

Mein persönlicher Ansatz ist nicht die Tat sondern die innere Einstellung.
Durch das genießen der Schönheit des Platzes, das auch immer das Bewusstmachen des eingebundenseins in seine Umgebung beinhalten sollte, gibt man dem Ort oftmals die Kraft zur Selbstheilung.
Wichtig ist dabei dass es nur ein Bewusstmachen und kein Wollen ist.
Denn, ich vermute, durch das Genießen der Schönheit, das gleichzeitig auch ein sich öffnen für den Ort ist,
bietet man dem Ort die Möglichkeit auf meine Wahrnehmung und auch auf meine Kraft zurückzugreifen, die dieser Individuell in sein eigenes Potential einfließen lassen kann.
Gleichzeitig entsteht immer eine Dankbarkeit des Ortes, welche die Ungerechtigkeiten der Menschen dem Ort gegenüber etwas ausgleichen kann.
Dadurch braucht es keine legitimation, denn der Ort selbst handelt und nicht ich.

Herzlichst Andreas Grün

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