Geomantie und Beeinflussung

in Ethik geomantischer Arbeit

am 25.04.2000 schrieb VOLSA Josef:

Eine Frage, mit die sich mir immer wieder stellt, ist, inwieweit wir, die mit Geomantie arbeiten, Leute beeinflussen und bis zu welchem Grad dies zulässig ist.
Wenn ich etwa in einer Umkleidekabine einer Damenboutique eine extrem weibliche Zone initialisiere, durch welche sich die Kundinnen sofort als Frau fühlen mit dem Zeug, das Sie anprobieren, ist dies Beeinflussung. Aber ist dies noch zulässig?
Wenn ich in einem Büro auf den Schreibtischen Zonen initialisiere, welche die Konzentration fördern, ist dies sicher Beeinflussung. Ist dies auch noch zulässig.
Ich weiss, diese Diskussion knüpft an verschiedene andere Themen dieses Forums an. Aber ich denke, dass es alle diese Themen auf den puntum saliens bringt.
Ich habe noch viele Beispiele in diese Richtung. Würde mich freuen, wenn eine Diskussion darüber zustande kommt.

Josef VOLSA http://www.geomantie.cjb.net

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am 26.04.2000 schrieb Stefan Brönnle:

Natürlich! Das ist das Lieblingsthema in diesem Forum (und auch meines!). Ungern möchte ich mich wiederholen, deshalb fasse ich zusammen: Ich glaube, es ist eine Gewissensfrage des Einzelnen, wie weit man gehen kann. Wir beeinflussen als Menschen ständig und nicht nur in der Geomantie andere Menschen, andere Wesen. Supermärkte werden so eingerichtet, daß man meist gegen den Urzeigersinn das Geschäft durchwandert. Dies deshalb, weil in unserer Kultur die meisten Menschen Rechtshänder sind (oder zu solchen wurden). Diese haben beim Gehen eine Tendenz nach Links. Die Aufmerksamkeit wandert aber nach rechts dem Außenkreis zu. Deshalb stehen hier (wenn nicht vom "ungeschulten Personal" verändert) meist die teureren Produkte. Oder: Zielgruppengemäß werden Süßigkeiten in Kinderaugenhöge angebracht. Usw usw. Wir beeinflussen beständig (positiv oder negativ) unsere Umwelt. Warum sollten wir mit geomantischen Kenntnissen also nicht geomantisch beeinflussen dürfen?
Auch die Frage, ob die Beeinflussung negativ ist, ist stets ambivalent. Die Süßigkeiten ind Kinderaugenhöhe sind für genervte Eltern negativ, für die Kinder (subjektiv) positiv und für den Geschäftsführer erst recht. Wann "schade" ich also und wen? Ja, manchmal muß ich selbst den "Schaden" einer Teilgruppe in Kauf nehmen (Siehe unsere anderen Diskussionen), da ich nur sehr selten allen Wesen etwas gutes tue, wenn ich gestalte.
Meine Ansicht: Will ich gestalten, muß ich beeinflussen! Meine eigene Schwelle ist die Frage, wann schade ich mehr, als ich nutze?

Stefan Brönnle

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am 02.12.2000 schrieb Johannes Heimrath:

Lieber Stefan,

das wollte ich schon lange zu deinem letzten Punkt anmerken: "Will ich gestalten, muss ich beeinflussen ...". Interessant ist das Wort "Will". Meine bloße Existenz ist ja bereits ein Eingriff in das ohne mich ganz anders Gewesene. Ob ich "will" oder nicht - jedes Atom, das mich manifestiert, tut dies natürlich im Ganzen, und somit ist das Ganze eine Anderes mit ihm (mir) oder ohne es (mir). Die Gestalt des Ganzen ist demnach unauflösbar mit mir verbunden. Es ist überhaupt nicht ohne mich denkbar, ja, da ich mich denkend gar nicht aus dem Ganzen lösen kann, sondern mein Sein - solange es existiert (wie lange eigentlich?) - und das Ganze kohärent sind, spiegelt sich jede Veränderung des Ganzen in mir und ununterscheidbar spiegelt sich ebenso jede Veränderung in mir im Ganzen. Ob ich "will" oder nicht.

Insofern gestalte und beeinflusse ich das Ganze permanent ("muss" also gar nicht), und das Ganze (also z.B. auch du, da du ja vermutlich ebenfalls Teil des Ganzen bist) gestaltet und beeinflusst mich ebenso permanent. Da diese gegenseitige Beeinflussung zwischen mir und dem Ganzen aufgrund der Kohärenz gleichzeitig geschieht und es unmöglich ist, tatsächlich (also nicht nur durch einen intellektuellen Trick, der das Sein in eine "kausale" Zeitfolge zerhackt) zwischen aktivem und reaktivem Impuls zu unterscheiden, kürzt sich das alles weg, es löscht sich sozusagen aus wie bei einer Interferenz. Was übrig bleibt, ist aber nun nicht nichts. An einem Ort der gegenseitigen Auslöschung zweier identischer, aber gegenphasiger Wellen ist ja auch nicht nichts. Obwohl die Hüllkurve der sich auslöschenden Wellen Null ist, schwingen ja beide Wellen weiterhin mit der ihnen eigenen Frequenz. D.h. am Ort der scheinbaren "Ruhe" (Auslöschung) existiert dieselbe Energie (Kraft) wie dort, wo sich die Wellen nicht auslöschen, sondern z.B. maximal verstärken.

Bildlich gesprochen: Das Gefäß des Raumes ist prall gefüllt mit Leere.

Die Frage ist, welche Handlungen kommen aus dieser Erkenntnis hervor? Kann man diese Frage durchdringen, diesen Zustand er-leben (aus-leben - ihn, indem man lebt, manifestieren) ohne Moral, ohne zeitlich nacheinander (daher nicht kohärent) aufgereihte Wenn-dann-Abwägungen? Wenn ja, erübrigt sich das Nachdenken über die Zulässigkeit unseres Tuns ganz allgemein und in der Geomantie im Besonderen. Wenn nein, auf welcher Grundlage sollten wir dann etwas finden, das wahr ist?

Soweit mein Wort zum Sonntag ...

Herzlich, Johannes

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am 06.12.2001 schrieb Marianne Rattay:

Beim Lesen dieser Beiträge fällt mir folgender Witz ein:
Sagt der eine Affe zum anderen im Versuchskäfig: " Wirklich interessant, immer wenn ich die gelbe Taste drücke, kommt der Mensch und bringt mir eine Banane, ob das ein bedingter Reflex ist?"
Wer wen beinflußt und mit welchen Recht ist eine Frage , die in die Rubrik Huhn oder Ei , was war zuerst , fällt und das Ergebnis unserer begrenten Wahrnehmung der Realität. Ich gehe davon aus, das alles was mir begegnet auf meiner eigenen Realitätsgestaltung beruht und ich voll verantwortlich dafür bin, auch für die zeitweilige Beeinflussung durch eine Geomantische maßnahme, alles gehört zu meienm Lebensplan.
Wenn ich geomantisch arbeite oder Feng Shui Maßnahmen empfehle, spiele ich dabei nicht "lieber Gott" sondern versuche eien kommunikation zwischen mir , den jeweiligen "Klienten" und der Erde bzw dem Platz auf dem sie leben herzustellen und darau im besten Fall ein heilendes Gespräch zu entwickeln. betrachten wir uns doch mehr als mediatoren als als Macher in dem Geschehen und lassen geschehen wie es johannes mit dem wu wei ausdrückt.
Alles wird gut
Marianne

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