Weltanschauung, Ethik, Geomantie, Powe
in Ethik geomantischer Arbeit
am 29.05.2000 schrieb Werner Erni:
Liebe Forum-Freunde
Ich habe erst kürzlich das Forum entdeckt und mit grossem Interesse alle Eure Diskussionen verfolgt. Es freut mich in den Wüsten des Internets endlich eine Oase gefunden zu haben, wo anscheinend kompetente Leute tätig sind, die sich über ihr Tun auch Rechenschaft geben wollen. Ich nehme deshalb gerne die Gelegenheit wahr, meine Gedanken zu den hier besprochenen Themen einzubringen. Ich bitte zum voraus um Entschuldigung dass dieser erste Beitrag etwas umfangreich wird.
Ich beschäftige mich schon sein fast einem halben Jahrhundert mit vielen dieser Dinge, die da in Eurer Diskussion angesprochen werden. Im Moment versuche ich mit anderen zusammen in Basel eine Geomantie-Gruppe aufzubauen.
(http://www.arkanum.com/geo)
I ch bin auch Mitglied der Gruppe, die daran ist, ein gesamteuropäisches Geomantie-Netzwerk gem. Impuls von Marko Pogacnik zu bilden. (http://www.lebensnetz.org)
Da ich von Blavatzky bis Steiner, von den ägyptischen Mysterien bis zur Kabbalah, von Kahuna bis Castaneda, von Freud und Reich bis C.G. Jung fast alles kenne, will und muss ich, trotz grossem Interesse daran, zu allem einen gewissen Abstand bewahren. Anders gesagt, ich versuche alles „sub spetia aeternitatis" zu betrachten.
Hier nun meine Beiträge zu einigen der Diskussionsthemen
1. Weltanschauung.
Selbstverständlich haben wir alle eine Weltanschauung. Manchmal hat aber auch die Weltanschauung uns. (Z.B. bei Sektenmitgliedern etc.) Auch keine Weltanschauung haben zu wollen ist eine! Meine Weltanschauung ist für mich auch ein Trost. Ohne diesen Trost müsste ich total verzweifeln angesichts dessen, was heute so alles in der Welt geschieht.
Wer sind wir: Wir sind unsterbliche Wesen und als solche ein unendlich kleiner Teil eines unendlich grossen unsterblichen Wesens das ich Gott nennen möchte.
Der Kosmos ist eine geistige, seelische und materielle Ganzheit von der unser ganzes sichtbares Universum nur ein kleiner Teil ist.
Da wir von unserer Urquelle (Gott) her u.a. mit viel Neugier und Kreativität ausgestattet wurden, haben wir uns eines Tages darauf versteift, eine der dunkelsten und schwierigsten Regionen des Universums (die materielle Welt) zu erkunden und zu „erobern". Unsere Aufgabe ist es, bzw. wäre es gewesen, die Verbindung dieser materiellen Welt mit Gott aufrecht zu erhalten. Leider haben wir dabei zunächst einmal jämmerlich versagt, weshalb es auf der Erde so verschissen aussieht. Nun „wartet jede Kreatur auf die Erlösung durch die Kinder Gottes" wie es so treffend in der Bibel heisst. Dies bedeutet, dass wir lernen müssen für unsere Umwelt, ja für die ganze Welt, die Verantwortung zu übernehmen. Es ist nämlich „ein Privileg, dem Sein zu dienen" (Ausspruch eines Zen-Lehrers, den ich einmal hatte).
Ich teile die Welt auch grob in Geist, Seele und Materie ein, doch kann man dies durchaus auch lediglich als „Frequenzänderungen" des Seins betrachten, wie z.B. die elektromagnetischen Schwingungen von der Welt der Radiowellen über das sichtbare Licht bis zu Röntgen- Gamma- usw. Strahlungen reichen. Man könnte diese Frequenz-Spektren ja auch als verschiedene Welten oder Ebenen betrachten.
In allen den vielen unsichtbaren Welten, die über (oder meinentwegen neben) der materiellen Welt existieren, gibt es eine unermessliche Anzahl von Wesen, die ich durchaus als Hierarchie betrachte, da es nach „oben" immer weniger, aber dafür um so mächtigere davon gibt.
2. Ethik
Die ethische Frage ist tatsächlich etwas vom Wichtigsten, denn meiner Meinung nach hat die Menschheit den Zugang zu den unsichtbaren Welten genau deswegen so lange Zeit verloren, weil sie Missbrauch mit ihrem diesbezüglichen Wissen und den entsprechenden Fähigkeiten getrieben hat. Nun scheinen sich langsam diese Wege wieder zu öffnen. Aber wehe uns, wenn wir nicht verantwortungsvoll damit umgehen. (Nicht im Sinne, dass da etwa irgend ein Gott herniederfahren würde um uns zu bestrafen, sondern in dem Sinne, dass wir uns damit selbst wieder in die Nesseln setzen würden).
Was heisst nun verantwortungsvoll umgehen? Geht das so weit, wie in den Diskussionen argumentiert wurde, dass ich zuerst quasi einen „Fahrschein" machen muss, um z.B. geomantisch tätig zu werden? Wer würde sich das Recht nehmen, solche Fahrscheine auszustellen? Solche oder andere gesetzliche Regelungen würde nur dazu führen, dass zuletzt wieder Instanz zu etablieren, die das was sie schützen sollte, unterdrücken würde. (Siehe die letzten 2000 Jahre Kirchengeschichte.) Auch für mich kann es nur das Herz sein, das entscheidet. Wir alle müssen uns einfach ständig dessen bewusst sein, dass wir für alles was wir hier tun und lassen, letztendlich ewige Verantwortung tragen. (Der Osten nennt das Karma). Das wir dabei Fehler machen, ist nicht zu vermeiden, doch glaube ich, dass die Intention entscheidend ist.
Ich glaube, dass wir nur dann richtig handeln können, wenn wir alles aus einem „religiösen" Impuls heraus machen. Religion heisst Rückverbundenheit. Rückverbundenheit mit der Quelle unseres und allen Seins. Wir müssen immer das unermessliche Ganze im Blickfeld behalten und uns fragen, ob das was wir im einzelnen tun, ausser dem gerade gewünschten Resultat auch noch dem Ganzen dient oder dienen kann. Um dies einigermassen sicher beurteilen zu können, müssen wir uns mit denjenigen Kräften und Wesenheiten in Verbindung setzen, die über uns sind. Früher nannte man das Götter oder Engel etc. Dies kann jedoch nicht mit dem sog. Channeling geschehen, auch nicht mit schamanistischen Methoden (denn diese „Frequenzen" sind m.E. viel zu niedrig). Es kann nur in der tiefen Meditation geschehen (Früher nannte man das auch „beten"). Das worauf es ankommt, ist das Erreichen einer Art intuitiven Gewissheit, dass man „gehört" worden ist. Dann kann man vertrauensvoll sich an die selbstgestellte Arbeit machen. Denn zuletzt müssen wir selbst entscheiden und die Verantwortung auf uns nehmen. Letzendlich ist alles eine Frage, handle ich aus Liebe oder aus einem (noch so versteckten) Egoismus heraus.
3. Geomantie
Eines der Probleme der Geomantie, mit denen ich mich herumschlage, ist die Frage, wie gross ist der subjektive Anteil bei allen diesen Wahrnehmungen. Ich bin zum Schluss gekommen, dass es keine absolute Objektivität hier gibt und auch nicht geben kann. Ein Beispiel: Ich gehe mit einer Gruppe an einen sog. „Ort der Kraft". Wir erkunden, jeder auf seine Art, diesen Platz und wir treffen uns dann zum Gedankenaustausch. Sehr oft kommt es nun vor, dass wir alle einen ähnlichen Eindruck von diesem Ort haben. Doch ist dies ein Beweis? Vielleicht, aber wäre es nicht auch möglich, dass der oder diejenige, die, vergleichsweise gesagt, den stärksten mentalen „Sender" hat, die anderen in ihrer Wahrnehmung beeinflusst?
Gut, dann gehen alle, sagen wir in einem Abstand von einem oder mehreren Tagen alleine an den gleichen Ort und zum Schluss trifft man sich und macht den Erfahrungsaustausch. Aber, wenn ich z.B. der erste bin, der an diesen Ort geht, wird dieser Ort dann nicht schon durch meine blosse Wahrnehmung beeinflusst? Ich glaube ja. Also wieder keine Objektivität. Trotzdem sind für mich natürlich die tellurischen Kräfte und Strömungen etwas Objektives.
Wir stehen alle, auch wenn wir nicht bewusst geomantisch tätig sind, in einem ständigen Austausch mit den feinstofflichen und seelischen Ebenen unserer Umwelt und des Ortes an dem wir uns befinden, ob wir dessen bewusst sind oder nicht, ob wir es wollen oder nicht. Und immer sind bei unseren Bemühungen (z.B. bei sog. Erdheilungen) auch unsere psychischen Umstände und Probleme drin. Ein Teilnehmer bei einer solchen Erdheilung formulierte es einmal so: „Ich frage mich, ob wir hier die Erde heilen, oder die Erde uns"
Es gehört eben, wie ich oben angetönt habe, zu den Aufgaben des Menschen, auf seine Umwelt und auf die Erde einzuwirken, geistig und seelisch ebenso wie materiell. Dass er das nicht immer mit der nötigen Verantwortung macht, gehört m.E. zur Tragik des Menschen dieser Erde.
Konsequent zu Ende gedacht möchte ich die provokative These aufstellen. Die Erde (inkl. deren unsichtbarer Teil) ist so, wie wir sie sehen. Sie gestaltet sich nach unseren Gedanken, nach unseren Impulsen die wir aussenden usw. Dazu kommt natürlich, was man nicht ausser acht lassen darf, dass an einem Ort, an dem vor hunderten oder selbst tausenden von Jahren sehr viele Menschen bestimmte Energien investiert haben, heute noch diese Energien zu spüren sind. Siehe die Landschaftstempel. Man könnte das das morphogenetische Feld des Ortes nennen.
Ich glaube auch, dass es tatsächlich auf der sog.vitalenergetischen Ebene objektive physikalisch zwar nicht messbare, aber doch noch physische Kräfte in der Landschaft und an Orten gibt. Sobald wir uns aber auf „höhere" Ebenen begeben, fängt die Interaktion mit uns an immer stärker zu werden, sodass das Erreichen von wirklich objektiven Resultaten immer schwieriger wird. Ich habe sogar den Verdacht, dass es gerade die ureigentliche Wirkung gewisser tellurischer Kräfte ist, die Gefühle, und andere seelische Inhalte des oder der Menschen die sich an bestimmten Plätzen aufhalten, zu verstärken.
4. Powerdisc
Ich kenne diese nicht, kenne aber andere, ähnliche Dinge, z.B. Tachyonen-Material, Pulsoren usw. Nach längeren Versuchen bin ich zur Ueberzeugung gekommen, dass sie wirken. Aber ob Amulett oder Talisman, Tachyonen-Produkt oder Powerdisc. Der Mensch hat eben die Fähigkeit, unsichtbare Kräfte in Fluss zu bringen, ja auf der unsichtbaren Ebene Formen zu gestalten. Jeder Gedanke, vor allem diejenigen die von starken Gefühlen begleitet sind, schaffen unsichtbare Realitäten. Der Glaube, einem Ding gewisse Kräfte zu übertragen, genügt, um diesen Gegenstand tatsächlich so zu laden, dass die ihm übertragene Energie im Sinne der Intention bei der Ladung wirkt, auch bei anderen Menschen, die mit ihm in Kontakt kommen. So könnte man auch die erwähnten Wolfsfallen damit erklären. Daneben gibt es noch Hilfsmittel, um diese Ladungen zu verstärken (zB. Rituale)
Auch Form, Farbe und Material eines Gegenstandes spielen eine Rolle. Wie ein elektrischer Akkumulator gewisse Kriterien erfüllen muss um zu funktionieren, gibt es auch Gegenstände und Formen, die besser geeignet sind, unsere Kräfte aufzunehmen und zu bewahren als andere. Ja ich glaube, dass durch Formen sogar gewisse Verstärkungseffekte möglich sind. (Siehe Pyramiden), Trotzdem, es ist immer die Energie der Menschen, die sich dieser Dinge bedienen. Inwieweit die geomantischen Kräfte und diese menschlichen Energien die ich meine, miteinander verwandt oder identisch sind, müsste einmal untersicht werden. Es scheint mir tatsächlich eine Verwandtschaft vorzuliegen, wie die zwischen Batterie- und Netzstrom.
Ich könnte hier zwei persönliche Erfahrungen mit „Gegenständen der Kraft" einflechten, fürchte aber meinen Diskussionsbeitrag damit zu sehr zu befrachten. Wenn jemand Interesse daran hat, kann ich das ja einmal nachholen.
Ich glaube, mit diesen Gedanken alle diese „Dinge" ein wenig entmystifiziert zu haben, was uns aber nicht hindert, damit zu arbeiten. Hoffentlich unserer Verantwortung bewusst.
Nun habe ich zum Schluss meines Beitrags noch ein Problem oder eine Frage
Meine Beobachtungen bei geomantischen „Begehungen" zeigten mir, dass die Weltanschauung die jeder mitbringt eine sehr grosse Rolle spielt. Man könnte ja zunächst davon ausgehen, dass es sich um ein rein objektives Erfahren von unsichtbaren, aber doch äusseren Kräfte geht. Doch stelle ich fest, dass die Intentionen ganz unterschiedlich sind und deshalb auch das Spektrum, das wahrgenommen wird. Da gibt es Teilnehmer oder Teilnehmerinnen, die das alles sehr „wissenschaftlich" angehen wollen. Sie pendeln vielleicht oder benutzen bestimmte Ruten und sind voll davon überzeugt, hier wissenschaftlich objektive Messungen zu machen. Vielleicht versuchen sie sogar noch die „Voltzahl" der Kräfte zu messen. (Bovis-Einheiten).
Andere wieder flirten mit Elementarwesen und fühlen sich wie auf einer Party. Wieder andere, sehen ihre Aufgabe darin, neue kosmische Energien (oder so was ähnliches) auf die Landschaft herabzurufen oder in sie hineinzusenken.
Nochmals andere betreiben Archäologie oder Psychometrie des Ortes und erzählen ganze Romane von dem was alles an einem Ort passiert sein soll.
Zum Schluss gibt es noch die, zu denen ich auch mich selber in erster Linie zählen muss, die mit der Karte und mit dem GPS-Gerät herumkurven um zu versuchen die Strukturen der alten Landschafts-Tempel zu entschlüsseln. Sie sehen fast in jedem Dreieck ein Dornröschen, das es zu erwecken gilt.
Dies ist ja alles schön und recht, und im Grunde genommen ergänzen sich Alle gegenseitig. Aber, wenn man das Gras wachsen hört wie ich, dann sehe ich doch auch schon gewisse Rivalitäten und keimende Intoleranz, die, wenns ganz schief geht (was es ja leider meistens tut) eines Tages zu Abspaltungen und Sektenbildung führen könnte, denn die Geomantie ist im Grunde genommen bereits eine neue Religion in nuce. Sie hat ihren Gott (pardon Göttin), ihre Engel , Devas und andere unsichtbare Wesenheiten, ihre Versammlungsplätze, ihre Rituale usw. Auch Wunder und Erscheinungen kommen vor (Kornkreise). Teilweise wird auch schon mit einem neuen Kalender gerechnet (Maya-Kalender) und auch ein oder mehrere Himmel sind manchmal schon vorhanden. (Irgendwo auf den Plejaden oder im Zentrum der Milchstrasse). Nur die Hölle und die Teufel wurden abeschafft. Die werden vielleicht noch in Reserve gehalten damit man dann eines Tages die nicht- oder nicht rechtgläubigen Geomanten dort einordnen kann.
Natürlich gibt es noch keine Gruppe, die als Gruppe, solche Anschauungen hegt und pflegt aber ich könnte aus allen diesen bereits vorhandenen Ingredienzen mühelos eine neue „Religion" basteln.
Ich glaube nicht, dass das in grösserem Umfang tatsächlich geschehen wird, denn die Evolution ist an einem Punkt angelangt, wo solche Atavismen nicht mehr möglich sind. Aber für kurze Zeit und in geographisch begrenzten Regionen ist diese Gefahr eben doch vorhanden.
Es würde mich interessieren, wie andere das sehen.
am 06.06.2000 schrieb Stefan Brönnle:
Erst einmal Hallo und herzlich willkommen!
Vielen Dank für Deine ausgiebigen Beiträge und für die argumentative Rückenstärkung in Sachen "Herzensentscheidung". Ich sehe eine große gedankliche Verwandschaft.
Das Problem, das Du bezüglich der unterschiedlichesten Intensionen und Herangehensweisen in der Geomantie ansprichst, kenne ich auch. Ich sehe es allerdings weniger problematisch. Die Gefahr einer Religion ist derzeit wohl noch nicht gegeben, wohl aber die Gefahr der Gurubildung. Nichtsdestotrotz meine ich, es ist eine unserer Hauptaufgaben, unsere Intensionen zu klären. Ich kenne das "Helfersyndrom" nur zu gut, da wird "geheilt" und "harmonisiert" auf Teufel komm raus, um der armen Erde zu helfen, dabei bräuchte manch einer selbst viel dringender dieser Hilfe. Womit ich keinesfalls die Erdheilung an sich angreifen möchte (Mache ja selbst mit Marko eine Ausbildung zum Thema). Aber, wie es Eike Hensch einmal ausdrückte: "Erdheilung -- Das überlebt die Erde auch noch!"
Die Frage ist hier: Wie weckt man ein kritisches Bewußtsein für das, was man tut, ohne zu verschrecken?! Wie erkennt man Probleme, ohne zu problematisieren?
Hier ist viel Arbeit und Forschungsbedarf nötig.
Deine Zeilen zur "Wissenschaftlichkeit" der Herangehensweise gefallen mir sehr gut und sind nach meinem Geschmack! Denn es ist wirklich so, daß mir in der Geomantie die Objektivität an sich aufgehoben scheint, nicht aber die Realität desssen, was man erkennt und gestaltet. Liegt das aber nicht einfach daran, daß es keine Trennung zwischen Individuum und Welt gibt? Keine Grenze zwischen Innen und Außen?
Die Absolutheit dieser Erkenntnis erschüttert mich selbst immer wieder tief, denn die letzte Konsequenz daraus ist: Ich bin die Welt und die Welt bin ich, "Erdheilung" fängt hier bei der "Selbstheilung" an....
Stefan Brönnle
am 13.06.2000 schrieb Werner Erni:
Lieber Stefan
Es freut mich, dass ich von Dir verstanden worden bin. Auch Ana Pogacnik, die ja über eine viel grössere praktische Erfahrunge als ich verfügt, scheint eine ähnliche Position einzunehmen, wie ich mich an dem von ihr geleiteten Seminar in Karlsruhe überzeugen konnte.
Sie legte am ersten Abend ausführlich ihre Weltanschauung dar die, so wie ich sie verstanden habe, so ziemlich mit der unsrigen übereinstimmt. Vor allem gefällt mir, dass Ana auch mehr den Selbstheilungsaspekt bzw. den subjektiven Aspekt bei der Geomantie heraushebt. Sie erklärte, dass der Mensch die Aufgabe habe, Himmel und Erde miteinander zu verbinden, dass aber bei einer Landschaft oder einem Ort der Mensch vorwiegend von denjenigen Aspekten beeindruckt werde, die mit seinen eigenen Problemen und Erlebnissen in Resonanz gehen.
Ich persönlich sehe das ähnlich, glaube aber, dass vermutlich auf der sog. vitalenergetischen Ebene eher eine gewisse „Objektivität" möglich ist, als bei den gefühlsmässigen und geistigen Aspekten der Landschaft. Hier wird m.E. der subjektive Anteil immer grösser. Der jeweils subjektive Anteil eines Individuums, das sich in einer Landschaft befindet, fliesst jedoch bewusst oder unbewusst auch in die objektive Befindlichkeit des Ortes ein.
Ferner wird sich ja jeder und jede, die geomantisch tätig ist, mit der Zeit eine eigene Sprache zulegen müssen, wenn er oder sie einen selbständigen Zugang zu den geomantischen Phänomenen erhalten will.
Beuzüglich der Grenze zwischen innen und aussen möchte ich nicht ganz so weit gehen wie Du. Ich glaube nicht, dass keine Grenzen zwischen dem Individuum und der Welt bestehen. Ich sehe es eher so, dass sie sich gegenseitig dauernd spiegeln, sodass beide ineinander enthalten sind.
Wenn ich mich ändere, ändert sich somit auch die Welt, aber wenn sich die Welt ändert, ändere ich auch mich, wenigstens solange ich mich nicht von ihr abschliesse.
Es gibt ein schöne Geschichte, die Du vielleicht schon kennst:
In einem Tal hatte es schon seit langem nicht mehr geregnet und die Menschen waren besorgt. Sie beschlossen einen berühmten Regenmacher beizuziehen. Dieser kam und verlangt nur eine Hütte, wo er einige Tage ganz ungestört sein könne. Dies wurd ihm gewährt und siehe nach drei Tagen begann es zu regnen. Gefragt, wie er das bewerkstelligt habe erklärte der Regenmacher, er habe nichts anderes getan, als sich selber in Ordnung gebracht, denn wenn der Mensch in Ordnung sei, würde auch die Natur wieder ins Gleichgewicht kommen.
Diese Geschichte illustriert in meinen Augen genau das, auf das es ankommt. Erheilung, wie wahrscheinlich jede Heilung, fängt also tatsächlich bei einem selber an.
Werner Erni
am 14.06.2000 schrieb Josef VOLSA:
Meiner Meinung nach werden hier etwas zu hohe Mapstäbe an den Geomanten gelegt. Wie richtig gesagt wurde, werden bei einem Menschen die Probleme angesprochen, mit denen er in Resonanz geht. Das heißt aber auch, so paradox es klingen mag, daß diese Probleme ebenfalls in diesem Menschen bestehen. Dadurch kann dieser natürlich nicht "heil" sein.
Wenn man mit Ärzten, Therapeuten, Heilern und so weiter spricht und auch einigermaßen objektiv an die eigenen Erfahrungen herangeht, merkt man, daß immer die Probleme an eine Person herangetrgen werden, mit denen er selbst derzeit zu tun hat. Ich weiß selbst aus eigener Erfahrung, wenn Klienten anrufen mit bestimmten Problemen, kommen hintereinander 3, 5 oder mehr mit dem selben Problem. Hier muß man sich überlegen, was das mit einem selbst zu tun hat. Denn dadurch kann erst die Resonanz entstehen.
Und vielleicht entsteht erst dadurch die Kraft zu heilen.
Diese Probleme werden dann so lange von "Außen" an einen herangetragen bis man sie im "Innen" gelöst hat. Aber oft hat man jeden Einzelnen, der einem mit seinem Problem auf das Eigene aufmerksam gemacht hat, helfen können.
Hier ist wieder ein schönes Beispiel, daß Innen und Außen verschwimmen. Daß die Heilung im Außen auch eine Heilung im Innen bewirkt, sofern man sich dabei mit dem eigenen probelm auseinandersetzt und die Augen nicht davor verschließt.
Vielleicht hat auch der beschriebene Regenmacher nur beobachtet, was diese Dürre im Außen mit Ihm zu tun hat (und sie hat mit ihm zu tun, sonst hätte der den Auftrag nicht erhalten) und hat dadurch diese "Blockade im "Außen" und im "Innen" gelöst.
Josef VOLSA http://www.volsa.com
am 14.06.2000 schrieb Stefan Brönnle:
Ich denke, es besteht zwischen dem wie Du es ausdrückst und meiner "verschärften" Version wenig Unterschied. Die Welt ist in mir und ich bin in der Welt. Es ist in dieser Weltsicht, in der sich eins im anderen spiegelt wenig Platz - nur ein Schrittchen sozusagen - zum: "Die Welt und ich sind eins". Wenn Gott in mir (und jedem Menschen ist) und Gott zugleich alles ist, dann ist auch in mir alles. Paradoxerweise setzt dies die "Objektivität" nicht ausser Kraft, sondern verstärkt sie sogar noch. Denn wenn alles, was wir wahrnehmen und erfahren Bestandteil eines einzigen Makrobewußtseins ist, dann können es nur verschiedene Facetten der einzigen Realität sein. Lediglich: Da ich diese Erkenntnis fürchte (und wie ich geschrieben habe, tue ich dies, trotz dieser Zeilen!) beschneide ich mich durch mein herrschendes Weltbild selbst. Ich kann nur erkennen, was in mein Weltbild paßt, anderes wird herausgefiltert.
So erkennt der eine die Gitternetze des Ortes, ein anderer die Boviswerte, ein dritter das hier wirkende Elementarwesen, eine vierte erkennt die durch dieses Wesen wirkende Deva, Eine fünfte meint, wir würden uns alles nur EINBILDEN (und das tun wir ja: Wir prägen Bilder ein! und haben damit selbst auch unseren Teil am Ort)...... und doch ist alles Bestandteil einer einzigen gewaltigen Realität! Was allgemein unter "Objektivität" verstanden wird, ist meist eine "ausschließliche Objektivität", die glaubt, es gäbe nur ein entweder-oder. Ich glaube, wenn es so etwas wie eine Neue Geomantie gibt, dann MUSS sie geradezu "intersubjektiv" sein, wie es Erwin Frohmann nennt.
Oder wie Goethe es sagte:
"Nichts ist drinnen, nichts ist draußen
Denn was Innen ist, ist außen."
Stefan Brönnle
am 18.12.2003 schrieb basti:
was spricht gegen eine ausschließliche objektivität? Sein oder nicht-sein von objekten die materialisiert sind und durch unsere sinnesorgane gesehen, gefühlt, etc werden bildet schließlich die grundlage von neurologischen abfolgen im gehirn eines jeden menschen. Legt man die unvollkommenheit unseres gehirns zu grunde, und das muss man wohl in jedem fall, lässt sich meiner meinung nach zwischen objektivität und subjektivität eine unterscheidung treffen, auch wenn grenzfälle nicht so einfach aufgeschlüsselt werden können
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