Die innere Struktur des i Ging

in Feng Shui

am 07.01.2002 schrieb Hendrik:

Hallo liebe Feng Shui und Geomantie-Freunde,

ich bin zur zeit auf einer Reise zu den Feng Shui-Wurzeln, wenn man es so nennen möchte.
So erschließe ich mir leider erst jetzt das I GING in der Tiefe. Mein erster großer Brocken ist der gleichnamige Titel des Beitrags von L. Govinda.
Leider vermisse ich dort den zeitlichen Einstieg in das System, oder hab ihn noch nicht so recht gefunden. Das Buch ist ein Schatz - kann mir dazu vielleicht jemand einen weiteren Titel empfehlen, bei dem es sich nicht immer nur um das Thema Persönlichkeitsanalyse dreht.

Lichtvolle Grüße

Hendrik

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am 08.01.2002 schrieb Hendrik:



So ich möchte das ganze jetzt noch einmal etwas konkretisieren, vielleicht war ja deshalb auch noch keine Reaktion Eurerseits da.
Vielleicht auch noch einmal kurz vorab - ich bin auch für jeden Hinweis (und jede Mail) dankbar der mir vielleicht auch außerhalb dieses Forums auf meinem Weg etwas weiterhilft ... (Lichtvollen Dank schon im Voraus)
Nun zum Problem - ich bin im I GING auf folgende Bewegungsmuster in den Grundhäusern gekommen, welche allerdings vom Grund-Lo Shu abweichen (Lo Shu 1-2-3...-9-1) Bewegung 1 (6) Kian bezogen 6-9-3-8-6 und die Bewegung 2 (2) Kun bezogen wäre 2-1-7-4-2.
Wie komme ich denn nun von diesen verschiedenen Bewegungen zum eigentlichen Lo Shu-Ablauf?
Auch die Häuser der äüßeren Ringe im I Ging folgen nun ja nicht unbedingt der Lo-Shu-folge - da klemmts momentan etwas...

Vielleicht kann ich ja damit den einen oder anderen Kopf etwas anregen - bis dahin wünsche ich Euch eine energiereiche lichtvolle Zeit.

Hendrik
franzel0409@compuserve.de

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am 25.05.2002 schrieb marianne@mondtor.de:

Halllo Hendrik,
ob es eine Schnittstelle zwischen dem Lo Sho System und dem I Ging gibt und wo sie ist , ist mir auch noch rätselhaft. Das Lo Shu und auch die "Flying Stars" beruhen auf dem magischen Quadrat, das es ja auch außerhalb der chinesischen Wahrsagekunst gibt und da nicht nur in der Reihenfolge,die für Feng Shui gebräuchlich ist.
Das Lo Shu System ist meiner Information viel jünger als der Gebrauch des i Ging. Daß in beiden Systemen die 5 Wandlungsphasen eien Rolle spielen mag die Verbindung sein, sie können genausogut auch in das Zahlenschema des Lo Shu eingefügt worden sein. All das sind nur Vermutungen meinerseits,aber es wäre interessant in verschiedenen Quellen danach zu forscehn.Vielleicht weiß ja Elisabeth Moran etwas, sie hat mit Meister Joseph Yu das Buch" A Complete Idiots guide to I Ging" geschrieben, leider nur in Englisch.Wenn Du oder irgendj emand anderer zu erhellenden Ergebnissen gekommen seid, könnten wir sie auch im "feng shui journal" veröffentlichen.
Marianne Rattay

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am 03.06.2002 schrieb Volker Albert:

03.06.02
Liebe Marianne, lieber Hendrik,
Sie beiden haben sich auf ein heisses Pflaster gewagt. Und es ist so heiss, dass kaum jemand darauf treten mag. Dasbei ist das I Ging für mich Voraussetzung für alle Feng Shui-Umsetzungen. Dazu ein paar Informationen, zunächst zum LoShu. Es ist nicht jünger als das I Ging - im Gegenteil, es wird dort sogar erwähnt. In einer symbolhaften Darstellung im Ging liegt auch eine der Schnittstellen zwischen I Ging und Feng Shui. Es ist das Hexagramm 48 "Der Brunnen", WASSER über WIND in dem das LoShu als grafisches Symbol mit neun Feldern enthalten ist (R. Wilhelm, I Ging S. 558ff).
Nach meiner Auffassung steht dieses Hexagramm für den Bereich des Unbewussten, aus dem alle Menschen ihre Potentiale - oder auch nicht - schöpfen können, je nachdem welchen Eimer man benutzt, man ein zu kurzes Seil hat oder ob das Wasser unten brackig ist. Denn auf dem Weg nach oben gibt es entsprechend der sechs Linien viele Hindernisse, an denen eine Erweiterung des Bewusstseins scheitern könnte. Und nur darum geht es immer wieder im I Ging.
Einen weiteren Bezug vom I Ging zum Feng Shui findet man in der Umkehrung des o.a. Hexagramm, also im Hexagramm 59 "Die Auflösung“, WIND über WASSER, das Symbol für Feng Shui schlechthin. Es ist m.E. die Grundlage jeder Art von Feng Shui. Denn wer Räume harmonisieren will, kann mit der geistigen Kraft des WINDes auf das abgründige WASSER (in seiner festen Form als Eis) einwirken, um Erstarrtes aufzulösen. Nur so kann neue Energie in Räume einfliessen, wenn (innere) Gegensätze aufgelöst werden, und der Mensch mehr aus seiner Mitte wirken kann, ohne in Extreme zu verfallen.

Wer sich mit Feng Shui ernsthaft beschäftigt, kommt einfach am I Ging nicht vorbei, wenn er mehr in die Tiefe wirken will. Das Hexagramm ist die Verdoppelung zweier Trigramme. Und das ergibt es eine erste Möglichkeit, Informationen aus dem I Ging für das jeweilige BaGua zu benutzen, indem man das verdoppelte Trigramm-Paar gegenüberstellt.
Durch die Anordnung der beiden Trigramme übereinander, ist jedes Hexagramm der Ausdruck eines Bildes oder Symbols. Die Symbolik der beiden getrennt dargestellten und in Verbindung gebrachten Trigramme ist wesentlicher Teil einer gründlichen Interpretation. Zusätzliche Informationen bieten die inneren Trigramme, so dass allein beim Mutter-Hexagramm vier unterschiedliche Trigramm-Beziehungen analysiert werden können.
Ganz abgesehen von den versteckten Informationen in der Umkehrung, im polaren Hexagramm oder im Hexagramm des frühen Himmels. Ich denke, dass eine symbolhafte Auswertung über die Bilder der Trigramme viel direkter und aussagekräftiger ist als ein Text. Dabei kann man die Himmelsrichtungen mit einbeziehen, räumliche Gegebenheiten, Assoziationen zu menschlichen Emotionen oder Befindlichkeiten, kurz und gut, alles was das Leben so bietet.
Ein profundes Wissen um die fünf Transformationen ist Vorausssetzung für ein besseres Verständnis. Darauf basiert u.a. Guan Mei Shu, die Analyse der I Ging-oder Pflaumenblüten-Numerologie, mit der man Namen, Adressen, Beziehungen (auch zwischen Mensch und Raum) und Daten schnell und unkompliziert auswerten kann. Die I Ging-Astrologie als die Königs-Disziplin kann ebenso im Feng Shui eingesetzt werden oder auch die einfach zu erlernende NineStarKi-Analyse, die auf dem I Ging basiert, aber nur mit Trigrammen arbeitet.

Die endgültige Schnittstelle zwischen Feng Shui und I Ging ist die sogenannte "Energetik der Trigramme“ oder der Schöpfungs-Prozess der Transformations-Bewegungen von HoTu zu LoShu. Hier wird deutlich, wie zum Beispiel der HIMMEL von seinem Ursprung im Süden im HoTu schliesslich im LoShu im Nordwesten landet. in dieser Systematik erklärt sich auch die Beziehung zwischen 8er-Prinzip HoTu und LoShu und dem 5er-System der fünf Transformations-Phasen. Da wird klar, warum unterschiedliche, teils widersprüchliche Ausgleichs-Massnahmen im Feng Shui (trotzdem) funktionieren. Sie greifen nämlich auf unterschiedlichen Ebenen ein, je oberflächlicher, um so schneller die Reaktion, die dann aber auch genau so schnell wieder in ihrer Wirkung verflachen kann.

Es würde mich freuen, wenn der interessante Anstoss von Henrik ein weites Echo in der Feng Shui-Gemeinde findet. Das würde dem I Ging nur gerecht werden. Es ist mehr als nur ein esoterisches Orakel-Werkzeug oder eine philosophische Diskussions-Grundlage. Das I Ging ist die Darstellung eine universalen Weltbildes schlechthin, das die Möglichkeit bietet, sein Leben in allen Facetten des Auf und Ab, mit all sichtbaren und unsichtbaren Quellen besser zu verstehen und sich selbst in einen natürlichen Rhythmus einzufügen. Und Feng Shui zeigt auf und erklärt (manchmal), wie es funktioniert. Oder kurz gefasst, das I Ging regelt das Leben und Feng Shui stellt es dar. Damit habe ich den Ball von Hendrik aufgenommen und wieder in den Kreis geworfen - in einem Kreis von 64 Hexagrammen.

Volker Albert
albert3@ninestarki.de

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am 19.07.2002 schrieb Jürgen Kunth:

Um dir die Bewegungsmuster der 64 äußeren Häusern zu erklären, bietet das Forum hierzu zuwenig Möglichkeiten um dies darzustellen, bzw.rüber zu bringen, da Funktionen wie Zeichnen und gleichzeitiges Erklären nicht machbar sind.

Dazu kommt daß du hierzu verschiedene Lopans, mehrere Bücher zum I-Ging und noch einige andere Sachen benötigst.

Es ist also wirklich mit Arbeit verbunden, aber ich probiers trotzdem mal

Nun zu den Grundlagen in Bezug auf Lama Govinda, den ich im übrigen sehr schätze.

Das ganze Buch ist aus dem Grund entstanden, um über die innere Struktur des I-Ging zu beweisen auf welches System "Ho Tu“ nach "Fu Hi“ (früher Himmel) oder "Lo Shu“ nach "Wen Wang“ (später Himmel) das I-Ging zurück geht bzw. aus welchem es entstanden ist.

Lies dazu nach auf Seite 136:

"Mit anderen Worten die zeitgebundene Ordnung des Königs Wen Wang kann keinesfalls jenes gültige Fundament sein auf den sich die innere Struktur des Buches der Wandlungen aufbaut.

Was sehr schön beschrieben ist, ist die Transformation, wie man vom "Ho Tu“ früher Himmel zum "Lo Shu“ des späten Himmels kommt und zwar für 8 Trigramme.

Wenn ich jetzt beschreiben müßte wie man von die Anordnung der 64 Trigramme ( die äußeren Häuser) mit den Bewegungen des "Loshu“ kombiniert, und deren Transformation durchführt, müßte ich ein Buch schreiben, daß 64-8= 56 mal so dick ist. (nur Spaß)

Doch Gott sei Dank gibt es eine einfachere Möglichkeit:

Du brauchst dazu einen Lopan mit der Anordnung der 64 Hexagramme . Auf dem Lopan ist diese Transformation von "Ho tu“ früher Himmel zum späten Himmel bereits durch geführt worden.

So daß du dir keine Gedanken zu machen brauchst ob dies richtig ist. Ich habe bereits Stichproben weise die Transformationen überprüft aber nicht alle.

Nun mußt du diese Anordnung nur noch in Bezug setzen zu den Bewegungen des "Lo shu“ und somit erhältst du die Bewegungen der äußeren Häuser ( 64 Hexagramme in Bezug auf das "lo shu“)

Dazu gehe wie folgt vor:

Du nimmst einen Lopan der durchsichtig ist (Es gibt hierzu verschiedene Ausführungen ) und legst diesen auf eine Blatt Papier vor dir auf den Schreibtisch.

Um diesen Lopan herum zeichnest du dir einen Kreis, und trägst die Himmelsrichtungen auf dem Blatt Papier ein


Die Richtung Nord ist dir am nächsten und die Richtung Süden zeigt von dir weg (nach chin. Tradition)

Rechts befindet sich Westen links Osten.

Auf diesem Kreis bringst du nun Markierungen an, in einer 8ter Teilung als S = 0 Grad,45, 90, 135, Norden = 180 , 225, 270, 315 Grad.

Anschließend trägst du an diesen Markierungen die Grundbewegung des "Loshu“ ein also 1= 180Grad KAN,
2= 45 Grad KUN, 3= 270 Grad CHEN, 4= 315 Grad SUN, 6 = 135 Grad CHIEN,. Usw.

Da du ein Berater bist denke ich du weißt was ich meine

Wenn du nun die Bewegungen der äußeren Häuser für das Tragramm KUN-KUN, dies wird auch als das reine
KUN bezeichnet, da es oben und unten im Hexagramm das gleiche Trigramm hat, auf die Markierung 180 Grad legst (KANauf deinem Blatt Papier, so brauchst du die Reihenfolge der Loshu-Bewegungen, nur auf dem Lopan ablesen.

Die Reihenfolge entspricht der Bewegungen, des Grund-Loshus 1-2-3-4-(5)-6-7-8-9 wobei du 5 weglassen mußt

Folgende Stolperfallen gibt’s es:

Die Muster der Hexagramme werden aus der falschen Richtung abgelesen z.B. nicht von innen nach außen sonder von außen nach innen, (von Lopan zu Lopan unterschiedlich.)

Du mußt die Richtung so zu ordnen, daß es deine Blickrichtung Süden ist und Norden hinter dir ist.

Dein Bezugspunkt muß 180Grad also Norden sein und nicht 0 Grad Süden.

das erste Hexagramm "1“ KIÄN-KIÄNist um 5,625 Grad verschoben, liegt also nicht mittig (symetrisch zur Gradangabe), du mußt aber die Mitte des Hexagrammbereiches nehmen beim anlegen.

Hier nun ein paar Beispiele mit den Ergebnissen auf die du kommen müßtest:

Loshu Grundbewegung:

01 - 02 - 03 -04 - 05 - 06 - 07 - 08 - 09 (01 entspricht 180 Grad )

beim anlegen des Hexagrammes KUN-KUN (357, 5 Grad) auf die Markierung KAN (180Grad)

02 - 46 - 13 - 10 - XX - 15 - 07 - 09 - 25

beim anlegen des Hexagrammes GEN-GEN (306 Grad ) auf die Markierung KAN (180Grad)

52 - 43 - 17 - 49 - XX - 04 - 18 - 23 - 58

beim anlegen des Hexagrammes KAN-KAN (256 Grad) auf die Markierung KAN ( 180 Grad)

29 - 38 - 08 - 21 - XX - 48 - 14 - 39 - 30

beim anlegen des Hexagrammes SUN-SUN (205 Grad) auf Markierung KAN ( 180 Grad)

57 - 55 - 53 - 20 - XX - 34 - 54 - 59 - 51

usw.

beim anlegen des Hexagrammes KIÄN-KIÄN ( 177.5 Grad) auf die Markierung ( 180 Grad)

01 - 25 - 7 - 15 - XX - 10 - 13 - 46 - 25

Bitte sehe mir die Gradangaben etwas nach, sie sind nur ungefähr Werte, da 360Grad : 64 Hexagramme = 5,625 Grad pro Hexagramm entsprechen.

mit herzlichen Grüßen

Jürgen

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am 20.07.2002 schrieb Hedwig Seipel:

Hallo Jürgen,

Deine Einleitung finde ich sehr gut, obwohl ich keinen durchsichtigen Lo Pan besitze. Kannst Du mir bitte Bezugaquellen nennen, wo ich einen durchsichtigen Lo Pan erwerben kann?
Außerdem würde mich der Titel des Buches interessieren, den Du erwähnst.
Danke für Deine Mühe.

Viele Grüße

Hetti

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am 12.12.2006 schrieb Ziggy Zernke:

Hallo Jürgen,

ich habe die Hexagramm-Reihen nachvollzogen und war wieder einmal überrascht über die Logik und Vielschichtigkeit des I Ging.
In der ersten (KUN-KUN) Reihe haben sich wohl zwei Fehler eingeschlichen.

Bei den Reihen die Du beschrieben hast handelt es sich wohl um die Yin-Reihen (oberes und unteres Trigramm ohne Wandlung KUN oder Sternenzahl 1).

Ich habe die Yang Reihen (oberes und unteres Trigramm mit totaler Wandlung QIAN oder Sternezahl 9) nachvollzogen .
Nachdem die Yin Reihen schön systematisch je nur ein Hexagramm aus jedem Haus enthielten, war es bei den Yang Reihen anders.

Ich nenn Dir mal die Reihen:

11 - 24 - 6 – 33 – x – 19 – 36 – 44 – 12
hier kommen nur die Häuser KUN, QIAN, LI und KAN vor

41 - 45 - 28 – 47 – x – 22 – 27 – 26 – 31
hier kommen nur die Häuser GEN, DUI, ZHEN und XUN vor

63 - 56 - 5 – 50 - x - 3 - 35 - 60 - 64
hier kommen nur die Häuser KUN, QIAN, LI und KAN vor

42 – 40 – 61 – 9 – x – 16 – 62 – 37 – 32
hier kommen nur die Häuser GEN, DUI, ZHEN und XUN vor

Kann man die Abfolgen auch entsprechend dem Facing bzw. Sitting eines Hauses verändern?
Kann man die Hexagramme auch in Bezug setzten zu den ursprünglichen Bagua-Bereichen oder zu den Berg- und Wasser-Sternen?

Wo kann ich am besten die tieferen Erkenntnisse zu diesen Themen bekommen? Bei Dir?

Alles Gute

Ziggy Zernke

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