Buchbesprechung
Unsere Seele kann fliegen
Über Nikola Tesla, Außerkörperlichkeit, heilige Orte im magischen Klangfeld, biologische und kosmische Zyklen, Gesichter der Steinzeit, UFOs, keltisches Christentum und Geomantie
Nach über 20 Jahren ist im Drachen Verlag das erste Buch des Wissenschaftsautors Marco Bischof wieder aufgelegt worden. Es versammelt, wie der Untertitel sagt, verschiedene Aufsätze „über Nikola Tesla, Außerkörperlichkeit, heilige Orte im magischen Klangfeld, biologische und kosmische Zyklen, Gesichter der Steinzeit, UFOs, keltisches Christentum und Geomantie.“
„Das Büchlein spiegelt auch heute noch meine Interessen und Tätigkeitsgebiete und brachte zum ersten Mal zum Ausdruck, welches Ziel und welche Vision meine schriftstellerische Tätigkeit motiviert“, schreibt der Autor in seinem Vorwort zur Neuauflage. Marco Bischof beteiligt sich seit Jahrzehnten an der Diskussion um ein sich neu herausbildendes Menschenbild, das veränderte Bewusstseinszustände und die in ihnen wahrgenommenen „anderen Realitäten“ einbezieht, sowie um eine um transpersonale und spirituelle Dimensionen erweiterte Naturwissenschaft. In dieser Diskussion spielen auch Themen wie Geomantie, Äther und Feinstofflichkeit eine wichtige Rolle.
Auch wenn die Kapitel des Buchs ein weites Themenspektrum umfassen, zielen sie letztlich alle auf die Botschaft des Buchtitels: „Unsere Seele kann fliegen“. Denn in den neuen Denk- und Wissensräumen, die Marco Bischof eröffnet, lässt sich schnell erkennen, was die Seelenflügel verklebt. Wenn nun in diesen Rämen die Verbundenheit der eigenen Individualität mit der Welt als Ganzer erfahrbar wird, lassen sich die Schwingen noch weiter ausbreiten.
Im Jahr 1985 war „Unsere Seele kann fliegen“ ein außergewöhnlicher Buchtitel, und die Themen aller Buchkapitel, seien es die Forschungen über Raum-Energie, über luzides Träumen und Ekstase oder die Auseinandersetzung mit dem Bewusstseinszustand früher Menschheitskulturen waren noch exotische Außenseiterthemen. Heute schwingen diese Themen im kulturkreativen Zeitgeist, dem das Buch hoffentlich erneut positive Impulse geben wird.
Drei Kapitel des Buchs sind für Geomantie-Interessierte besonders aufschlussreich: Im Kapitel „Heilige Orte“ entwirft der Autor das Bild eines Geflechts megalithischer Kultstätten, die im Bewusstsein der frühen Menschen in einem „Klanggewebe“ miteinander verwoben waren, und ruft die Kommunikationssysteme der Tiere ins Bewusstsein – eine ungewöhnliche Geomantie-Perspektive. Das Kapitel „Gesichter der Steinzeit“ lässt sich noch stärker auf die Wahrnehmungsweise des archaischen Bewusstseins ein, das in Felsen und Bäumen Figuren und Symbole erkennt, durch die sich ihre Welt erklärt. Im letzten Kapitel über keltische Geomantie spricht Marco Bischof das „alte Wissen“ an, die zeitlose Wahrheit in den Traditionen. Dies ist eine der vielen Stellen des Buchs, an denen dem Autor spielend der Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft gelingt, er moderne Wissenschaft, Geistesgeschichte, Traditionen und eigene Erfahrungen so aufschlüsseln kann, dass sich diese Bereiche gegenseitig bereichern. Dieser Brückenschlag ist das innere Anliegen des Buchs: „Die kulturellen und wissenschaftlichen Erzeugnisse der verschiedenen Kulturen und Zeiten sind letztlich Ausdruck eines einzigen, kollektiven Projekts der Gesamtmenschheit“, schreibt Marco Bischof in seinem neuen Vorwort. Diese Ganzheit sehen zu lernen, ist eine heilsame Übung, gerade in der heutigen Zeit.

