Buchbesprechung
Rettet die Elementarwesen!
Dies ist ein sehr persönliches Buch, das macht der Autor gleich zu Beginn deutlich: „In diesem Buch erzähle ich von allen Bereichen der Elementaren Welt, die ich kenne. Das soll möglichst nachvollziehbar und authentisch sein. Dafür erscheint mir eine persönliche Schilderung am geeignetsten. Ich will kein abstraktes Buch schreiben, sondern zum Miterleben einladen.“ Eine sympathische Einladung. Hier will mir nicht jemand seine Fantasien als Wirklichkeit verkaufen, sondern mir ehrlich seine Geschichte erzählen.
Thomas Mayer hat den Mut, sich darauf einzulassen, was in veränderten Bewusstseinszuständen für ihn sichtbar und fühlbar wird. Ihm begegnen Wesen, mit denen er sich in einen Dialog begibt, und das verändert ihn stark und ändert auch seine Beziehung zur Erde, denn manche dieser Wesen teilen ihm mit, sie seien die Elementarwesen der Natur. Sie richten eine Bitte an ihn: Die Menschen hätten die Elementarwesen vergessen, doch jetzt sei die Zeit gekommen, da Menschen und Elementarwesen wieder ein gemeinsames, bewusstes Leben führen sollten.
Thomas Mayer beschreibt anhand eigener Erlebnisse, wie man lernen kann, Elementarwesen wahrzunehmen und anzusprechen, wie man aus dem ersten verschwommenen Gefühl „da ist etwas“ eine Form differenzieren kann. „Das Wahrnehen selbst ist immer wahr. Erst das Begreifen der Wahrnehmung kann falsch sein, wenn man falsche Begriffe verwendet.“ Jeder hat eine andere Art, seine Wahrnehmung zu begreifen. Thomas Mayer arbeitet besonders mit Gefühlen, Bildern und Namen für seine Wesen, so dass sich für den Leser anschauliche Bilder ergeben. Die „Ins-trumente der Geistesforschung“, die er den Lesern an die Hand gibt, lassen viele weitere Umsetzungsmöglichkeiten zu.
Im Gegensatz zu diesem sehr freien Ansatz wirkt es ein wenig einengend, wenn der Autor das anthroposophische Weltbild verschiedener Äther-, Astralwelten und Engelhierarchien so behandelt, als seien sie für jeden Menschen gegebene Wirklichkeiten. Aber darüber lässt sich hinweglesen. Die Geschichten von den Riesen der kroatischen Insel Cres oder von einem Zwerg, der sich mit der Aura eines Geigers in einem Konzert verbindet oder die Gespräche mit dem Küsten-Erdwesen Angar wirken lebendig und authentisch so erlebt, und jeder kann sie selbst in seine eigenen Weltsichten oder Sprachen übersetzen. Aber es geht dem Autor nicht um unterhaltsame Geschichten. Er spürt eine Dringlichkeit und sieht „Elementarwesenkönige“, die ihre Zuversicht verlieren, dass sich in Zukunft eine gute Zusammenarbeit mit den Menschen entwickeln könne, vielmer würde das Thema „Elementarwesen“ konsumiert oder ignoriert. Thomas Mayer erlebt eine regelrechte „Krisensitzung“ der elementaren Welt. „Das Anliegen der Elementarwesen gleicht einem Heiratsantrag“, schreibt er. „Die Elementarwesen wollen, dass wir ‚Ja‘ sagen. Nicht oberflächlich, sondern als ganzer Mensch mit dem ganzen Herzen.“ Dieses „Ja“ soll sich nicht nur in besonderen Erlebnissen ausdrücken, sondern überall im Alltag. Deshalb steht am Schluss des Buchs das Kapitel „Alltägliches Zusammenwirken“. Es zeigt anhand einfacher Übungen, dass oft nur ein kleiner Schritt fehlt – ein bewusstes Spüren und Öffnen des Herzens –, um in Verbundenheit mit der Erde zu leben.
Verlag Neue Erde, Saarbrücken, 2009, 240 Seiten,
17,80 Euro
ISBN: ISBN 978-3890605-17-3
