Buchbesprechung

Der Mensch im Kraftfeld der Technik

von Stefan Brönnle , Ulrich Dierssen

Buchbesprechung von Lara Mallien

Dieses Buch gehört zur neuen Pflichtlektüre für alle im Bereich der Geomantie tätigen und ganz allgemein an einem gesunden Lebensumfeld interessierten Menschen. Den Autoren, der Geomantie-Lehrer und Berater Stefan Brönnle und der Baubiologe Ulrich Kurt Dierssen (siehe auch Gespräch Seite 18), ist in ihrer langjährigen Arbeit aufgefallen, dass die elektromagnetischen Felder in unseren Gebäuden und Landschaften nur in seltenen Fällen von geomantischen Beratern berücksichtigt werden – oder höchstens als Faktoren, die unsere körperliche Gesundheit beeinflussen können. Viel stärkere Aufmerksamkeit erhalten feinstoffliche oder wesenhafte Phänomene – aber sind nicht auch sie von Elektrosmog beeinflusst?
Dierssen und Brönnle gelingt in ihrem Buch ein wichtiger Schritt: Sie denken die Technik als einen Teil des Menschen und damit auch als Teil der Natur ebenso wie als Teil unserer Bewusstseins. „Die niederfrequenten und hochfrequenten Felder, die uns umgeben, sind menschengemacht. Sie haben Anteil an der menschlichen Bewusstseins- und Seelenentwicklung.“ Sie fragen sich, was es über den Menschen aussagt, wenn er derartige Felder auf der Erde produziert. Keinesfalls wollen sie die Geomantie auf eine messtechnische Ebene reduzieren, aber für die menschengemachte Strahlung sensibilisieren, insbesondere für ihren Einfluss auf unser Bewusstsein.
Neben diesem weitreichenden philosophischen Ansatz strotz das Buch geradezu von Information. In verständlicher Sprache geschrieben, erhält der Leser Grundwissen über natürliche und künstliche Magnetfelder, über elektrische Felder und insbesondere über das Gebiet der Hochfrequenz. Wie bei diesen Autoren zu erwarten, machen sie freilich nicht bei der Schulphysik halt. Das Kapitel „Magnetismus und Äther“ befasst sich auch mit Qigong, Mesmerismus, Carl von Reichenbachs Od und dem Äther. Im Kapitel „Wenn ‚es funkt‘ – Die geistig-seelische Wirkung elektrischer Felder“ referieren sie die faszinierenden Forschungen des Institute of HeartMath, die zeigen, wie wichtig das elektromagnetische Feld des Herzens für die Kommunikation unter Menschen ist. Daran wird besonders deutlich, dass sich technische elektromagnetische Felder auf sehr intime Weise in den Menschen einmischen.
In anderen Kapiteln geht es wieder pragmatisch zu: Man lernt z. B., worum es sich bei einem magnetischen oder niederfrequenten Wechselfeld handelt, kann übersichtliche Tabellen zu den Hochfrequenz-Grenzwerten verschiedener Länder studieren oder erfährt alles Wichtige über technische Strahler im Haushalt und über Materialien, die Strahlungen abschirmen. Studien werden referiert und technische Details anschaulich erläutert. Kurz darauf wird man wieder mit gesellschaftlichen Fragen konfrontiert: Inwieweit war die Einführung des Mobilfunks demokratisch? Ist „digitale Demenz“ ein soziales und kulturelles Phänomen?
Manchmal haben sich die Autoren in Rage geschrieben angesichts so viel öffentlich tolerierter Unvernunft. Polemisch werden sie glücklicherweise nicht, selbst nicht bei kritischen Fragen zu Harmonisierungs-Chips für Handys. Das ist auch nicht nötig, die vorgestellten Studien sprechen für sich.
Dieses Buch ist ein wichtiger Schritt zur Aufklärung. Es zeigt vorbildlich, wie man auch ein scheinbar technisches Problem ganzheitlich angehen kann.

Ulrich Kurt Dierssen
und Stefan Brönnle,
Neue Erde, Saarbrücken 2009, 173 Seiten; 16,80 Euro

ISBN: ISBN 978-3-890605-27-2

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