Buchbesprechung
Das Herz und seine heilenden Pflanzen
zens gehören heutzutage zu den häufigsten Todesursachen. Meist wird dies auf zu viel Alkohol, Nikotin und Stress geschoben und mit Betablockern und Bypass-Operationen behandelt.
Wolf-Dieter Storl entwickelt in seinem Buch eine differenziertere Sicht auf unser Herz und seine Funktionen, die allzu oft gestört sind. Dabei integriert er in die medizinische Sicht sowohl die Volksheilkunde verschiedener Kulturen wie auch die „psychologischen“ Eigenschaften des Herzens. Dass das Herz etwas mit Liebe zu tun hat, spürt jeder am eigenen Leib, doch selten befasst man sich damit, wie dies in unterschiedlichen Kulten und Religionen deutlich wird. Storl führt den Lesern vor Augen, dass das Herz auch als Sitz der Seele und der Lebenskraft gelten kann.
Bevor sich der Autor dann dem zweiten Teil des Titels, nämlich den Heilpflanzen aus früherer und heutiger Zeit zuwendet, zeigt er noch einige Erklärungsansätze auf, wie es überhaupt zu solch einer Zunahme an Herzkrankheiten kommen kann. Dabei geht er auf die verbesserten Diagnosemethoden von Herzkrankheiten und ihre allgemein bekannten Ursachen, wie den vermehrten Stress, höhere Lebenserwartung und die Schädlichkeit von Alkohol und Nikotin, ein. Allerdings bringt der Autor dem Leser auch die Tücken solcher Statistiken und die ethnomedizinische Sicht auf dieses Problem nahe. Naturvölker kennen kaum Herzerkrankungen.
Dies ist kein einfach gestricktes Kräuterhandbuch und auch kein simpler Ratgeber zum besseren, natürlicheren Leben, sondern hier wird sehr einfühlsam und vielschichtig das Herz in allen seinen Facetten durchleuchtet. Wolf-Dieter Storl gibt Beispiele, wie Pflanzen die chemischen Pharmazeutika unterstützen, vielleicht sogar auch ganz ersetzen können. Trotz vieler, auch medizinischer Theorie ist hier eine angenehme Lektüre gelungen, die für alle Interessierten einiges Altbekanntes, aber auch viel Neues und Spannendes bereithält.
AT Verlag, Baden und München 2009,
247 Seiten, 19,90 Euro
ISBN: ISBN 978-03800-320-5
