Buchbesprechung

Die Seele des Raumes berühren

Den eigenen Lebensraum neu erfahren, gestalten, reinigen und energetisieren

von Stephan Andreas Kordick

Buchbesprechung von Rita Kurtz

Im vorliegenden Buch lädt der Autor, Stephan Andreas Kordick, dazu ein, unseren eigenen Lebensraum, unser Wohnumfeld neu zu erfahren, zu gestalten und zu energetisieren. Nach seinen Worten verfügt jeder Raum, ebenso wie der menschliche Körper, den wir sehen, fühlen und greifen können, nicht nur über eine sichtbare Gestalt, sondern auch über eine Seele. So bittet er am Anfang seines Buches die Leser, sich zu fragen, warum sie sich in früheren Situationen in einem Raum, den sie zuvor nie gesehen hatten, sofort wohlfühlten und in einem anderen nicht. Warum der eine mehr Kraft gab, während der andere nicht zum Bleiben eingeladen hat. Zur Veranschaulichung folgen Beispiele, die den Zusammenhang zwischen den unsichtbaren Wirkungskräften eines Raumes und dem gestalteten sichtbaren Äußeren beschreiben.

Diese Herangehensweise begleitet den Leser durch das leicht zu lesende Büchlein, lässt keine Langeweile aufkommen und hilft, den Irrglauben aufzulösen, dass man mit besonderen Fähigkeiten gesegnet sein muss, um das Wesen der energetischen Kraft von Lebensräumen selbst zu erfahren und Räume des Wohlbefindens zu gestalten. Und um Intuition und Wahrnehmungsfähigkeit gleich einmal praktisch zu erproben, bietet Kordick eine gut nachvollziehbare Wahrnehmungsübung an, die dazu anhält, wertfrei und mit offenen Sinnen die wesentlichen Dinge in unserer nächsten Umgebung, in unserem Lebens- und Wohnraum, zu erkennen. So wie Kinder, die sich intuitiv einen bestimmten Raum oder Platz zum Spielen suchen. Sie spüren, hier geht es und dort nicht. Sie erkennen es, aber bewerten es nicht.

In dieser bildhaften und damit gut nachvollziehbaren Sprache stellt Stephan Andreas Kordick im Hauptteil des Buches stichpunktartig unsere Räume in Zuordnung zu dem darin stattfindenden Leben und den Organen des Menschen vor. Beispielsweise symbolisiert die Küche den Magen des Hauses, das nährende Prinzip und damit auch die mütterliche Fürsorge. Die Treppe steht für den Übergang von einer Ebene in die andere und bildet die Wirbelsäule, das Rückgrat des Hauses. Er stellt Fragen, die dem Leser Gelegenheit geben, die vielleicht schnell gefundene Antwort zu überdenken und damit die Folgen zu erkennen, die in einem von Kordick zitierten Satz liegen: „Zuerst gestalten wir unsere Räume, und dann gestalten sie uns.“ In diesem Abschnitt des Buches hätte ich mir gewünscht, dass die Vielzahl der vorgestellten Haus- und Raumbereiche zugunsten einer detaillierteren Beschreibung reduzierter ausgefalen wäre.

Das zweite umfassende Thema des Buches ist der energetischen Reinigung der Lebensräume von „Informationen, die der Raum erlebt, erfährt, hört und sieht“ gewidmet und gibt praktische Anleitungen zur Vorgehensweise. Dabei macht der Autor die Zusammenhänge zwischen unseren Lebensumständen und der Notwendigkeit für diese, wie er sagt, feinstoffliche Säuberung deutlich. Er sieht ihre Ursache zum Beispiel im Wechsel unseres Lebensortes oder im Übergang von einer Lebensphase in die nächste. Dabei geht es ihm nicht nur um das Ritual des „Großreinemachens“ zu bestimmten Anlässen, wie den Bezug eines neuen Heims oder Übergangsrituale für private und berufliche Anlässe. Auch die alltäglichen Verrichtungen können, bewusst vorgenommen, zu einer rituellen Handlung werden und helfen, Altes und Verbrauchtes loszulassen.

Sein Buch will Stephan Andreas Kordick nicht als Rezeptbuch für energetische Tätigkeiten in unseren Räumen verstanden wissen, sondern als Inspiration, um die Kraft unseres nächsten Lebensumfelds zu erkennen und sie für unser Leben nutzen zu können. Die Impulse dafür gibt er leicht verständlich und unterhaltsam, so dass auch Leser, die sich bislang mit dem Thema Feng Shui und Geomantie noch wenig befasst haben, Lust bekommen dürften, mit ihren Räumen - und damit mit sich selbst - in Dialog zu treten.

Verlag Neue Erde, 2009, 155 Seiten, 12,80 Euro

ISBN: ISBN 978-3-89060-530-2

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