Buchbesprechung
Elementarwesen
Begegnungen mit der Erdseele
Genau dreizehn Jahre nach der Erstausgabe ist das Buch „Elementarwesen“ von Marko Pogacnik im AT-Verlag neu erschienen. In seiner Einführung bemerkt der Autor, dass die Zahl 13 gelte als Feenzahl gelte, die Tore in die Welt der Elementarwesen öffne. Und schon ist man beim Lesen mitten in einem Märchen. Marko Pogacnik erzählt die märchenhafte Geschichte seines Wegs zur Gefühlsebene der Erde: wie er erstmals in einem alten Steinkreis in Irland eine wirbelartige Struktur mit der Hand wahrnahm, wie ihm auf einer Rückführung „Zwerge“ begegneten, wie er ihnen nachging und nun regelmäßig Bewusstseinsreisen in ihre Welt unternahm, bis er überall in der Landschaft Fokuspunkte der Elementarwesen fand, Orte, an denen Menschen mit der Erdseele sprechen können. So märchenhaft die Geschichte manchmal klingt, wenn dort Gnome in Bergen schlafen, verlorene Feuergeister auf einem Apfelbaum trauern oder ein dankbarer Kobold den Weg zu einer Landschaftsnymphe weist, so realistisch ist sie andererseits, weil der Autor nichts anderes getan hat, als seine Erlebnisse in Texten und Zeichnungen wahrheitsgetreu zu Papier zu bringen. „Elementarwesen“ ist wohl eines der persönlichsten Bücher von Marko Pogacnik, und damit auch eines seiner stärksten.
In der Neuauflage ist der Originaltext mit 63 Einfügungen des Autors ergänzt. Sie enthalten Reflexionen von seinem heutigen Standpunkt aus – selbstkritische, erweiternde oder erklärende Kommentare, aber auch neue Wahrnehmungsübungen. Mit diesen Kommentaren bannt Marko Pogacnik die Gefahr, dass Leser, die sich in einer märchenhaften Sprache unwohl oder unsicher fühlen, das Buch stirnrunzelnd schnell wieder aus der Hand legen. Seine erste Einfügung beginnt mit dem Satz: „Die Rede von Engeln und Elementarwese mag den Verstand kränken, und mancher möchte das vorliegende Buch jetzt zuklappen. Halt! Es geht hier gar nicht um handfeste Realitäten, sondern um verschiedene Sprachen.“ Warum er sich einer Bilder- und symbolreichen Sprache bedient, wird nachvollziehbar, wenn er davon schreibt, wie ihm ein Elementarwesen eine „Gefühlswolke“ sendet, und er nun versucht, das Gefühl in logische Sätze zu übersetzen. Hier interpretiert also ein Künstler etwas „Unsagbares“, und es geht um die Schönheit und Botschaft dieser Interpretation, nicht um eine objektive Wahrheit.
Die Botschaft ist für Marko Pogacnik mit den Jahren politischer geworden, wie man aus vielen der neuen Kommentare herauslesen kann. „Wir haben es hier mit einer politischen Frage zu tun“, kommentiert er seine früheren Bemerkungen über Pflanzen und Elementarwesen. Würde die Intelligenz der Natur anerkannt, würden sich die Grundlagen unserer Gesellschaft tiefgreifend wandeln. In diesem Sinn hat er auch das letzte Kapitel seines Buchs neu geschrieben. Es heißt „Im Wirbel des Wandels“, spricht von den Selbstheilungsprozessen der Erde, zu der auch die Bewusstseinsprozesse der Menschen gehören. Ein wichtiger Prozess dabei sei, seine eigene „Feennatur“, den eigenen unbewussten Gefühlsanteil der Erde in uns, anzuerkennen und zu entfalten. Das Buch ermutigt und zeigt, dass dies gar nicht so schwierig ist. Es ist an der Zeit, wieder Kinder der Erde zu werden.
AT-Verlag, Baden 2007, 253 Seiten, 19,90 Euro
ISBN: 978-3-03800-348-9

