Lichtspiel

Neues Licht in der Apsis der Andreaskirche von Zadel

von Bettina Zimmermann erschienen in Hagia Chora 33/2009

Eine Kirche wie St. Andreas im sächsischen Zadel, die vom steilen Elbhang über den Fluss blickt, ist ein spannender geomantischer Ort. Die Künstlerin Bettina Zimmermann war eingeladen, Elemente in der Apsis neu zu gestalten. Ohne feste Vorstellungen ließ sie sich auf die Botschaften des Orts, auf seine Pflanzen, sein Gestein und seine Farben ein, um die Materialien und Motive ihrer Gestaltung zu finden: Licht, Feuer und Erde.

Ende des Jahres 2008 erhielt ich den Auftrag, einige gestalterische Zutaten für den Altarraum der Andreaskirche in Zadel zu entwickeln. Die Kirche liegt am rechten Ufer der Elbe in der Nähe der Stadt Meißen. Als ich St. Andreas in Zadel das erste Mal betrat, überraschte mich, wie farbenfroh das Innere der Kirche ausgemalt ist. Sie wurde als dritter Kirchenbau an gleicher Stelle im 19. Jahrhundert umgebaut und erhielt zu dieser Zeit ihre flächendeckende Ausmalung von einem Meißener Malermeister. Er verwendete die Technik der Schablonenmalerei und bediente sich vielfältiger floraler Formen, die er zu großen und farbenfrohen Ornamenten zusammenfügte. Diese Fassung wurde Ende des 20. Jahrhunderts von Restauratoren rekonstruiert. Die Kirche strahlte mich also in einem modernen Gewand an, üppig ausgestattet mit historisierender Ornamentik. Besonders der Altarraum leuchtete mir in seinen Rottönen entgegen.Von der himmelblauen Decke funkelten goldene Sterne. Ein stimmiger Raum – was gäbe es da für mich noch zu tun?
Im Gespräch mit dem Pfarrer kamen wir auf das alte, dunkle Kruzifix zu sprechen. Die Idee entstand, es gegen ein neues, helles austauschen und auch diverses Altarzubehör in seiner Material- und Formensprache der farbigen, lebensfrohen Gestaltung der gesamten Kirche besser anzupassen. Außerdem wünschte sich der Pfarrer ein Fries entlang des Apsisbogens aus 13 Bildtafeln. Sie sollten zyklisch sich entwickelnde Stationen, die er mir inhaltlich skizziert hatte, vermitteln. Mein Eindruck war, dass die Geschlossenheit der roten Apsis nicht zerstückelt werden dürfe, sondern hier eine feinfühlige, sparsame Gestaltung gefragt war.
Es kristallisierten sich also drei Aufgabenbereiche für eine künstlerische Gestaltung heraus: Ein großes Kruzifix für den Altarraum, das Altarzubehör und ein Fries für die Apsis.

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