Das Logo und die Kraft der Zeichen
Teil 5: Der kreative Prozess
In vier Beiträgen hat Hans-Jörg Müller Methoden des energetischen Logo-Designs vorgestellt. Im abschließenden Beitrag der Artikelreihe fasst er anhand von Beispielen aus der Praxis den Prozess der geomantischen Logo-Gestaltung zusammen.
Eine geomantische Optimierung von Zeichen und Formen, wie in den vorangegangenen Artikeln beschrieben, lässt sich üblicherweise recht systematisch durchführen. Hingegen ist die Neuentwicklung bzw. substanzielle Überarbeitung eines Logos mit dem Anspruch einer tiefen und mehrdimensionalen Stimmigkeit so lebendig, komplex und individuell, dass sie nur in Teilbereichen systematisierbar ist.
Als wir 1992 begannen, geomantische Prinzipien auch für die Logo-Gestaltung umzusetzen, wurde schnell deutlich, dass neue Vorgehensweisen erforderlich waren, die sich in vielen Kundenbegegnungen bis heute stark weiterentwickelt haben. Auch wenn diese im Verlauf des Weges immer wieder neu angepasst werden, versuche ich hier, den von uns erarbeiteten Prozess der geomantischen Logo-Entwicklung strukturiert darzustellen.
Die Gestaltungsphasen
Bei der Entwicklung eines Corporate Designs, aus dem sich alle folgenden Gestaltungen wie die der Geschäftsausstattung oder der Prospekte, das Produkt-Design oder Web-Design ableiten, steht das Logo im Mittelpunkt und beinhaltet damit meist alle Tiefenaussagen seines neu entstehenden Umfelds. Dementsprechend nehmen wir uns bei solchen Aufgaben am Anfang möglichst immer den erforderlichen Raum, um alle systemischen Wirkungen des Logos von vornherein optimal auszugestalten.
Jeder Gestaltungsprozess ist individuell. Manche Kunden bringen gleich ihre gefundenen, ausgedachten oder auch erträumten Bildideen mit, andere beschreiben ihre unternehmerische Situation als primären Ausgangspunkt. Heute empfehlen wir nicht mehr, vor einem ersten Termin auf entsprechende Zeichensuche zu gehen, sondern starten immer da, wo der Kunde gerade steht. Allerdings haben sich wesentliche Prämissen als zielführend erwiesen, die schon zu Beginn eingebracht werden sollten:
! Keine zu frühe Festlegung
Gefundene Zeichen sofort grafisch zu perfektionieren, raubt dem Zeichen die Möglichkeit, sich zu entfalten. Gerade vom Kunden selbst gefundene Bildideen erzeugen einen hohen Grad an anfänglicher Identifikation, sind aber oft nicht ausreichend kommunikativ, sondern wollen erst einmal grundsätzlich in eine multidimensional stimmige Form weiterentwickelt werden. Hier braucht es im Entwicklungsprozess einen Vertrauensrahmen, der deutlich macht, dass die persönliche Verbindung erhalten bleibt, auch wenn das Zeichen selbst sich wandelt.
! Der Kraft folgen
Die Dynamiken des Zeichenträgers, des Unternehmens sowie des Prozesses selbst fließen spielerisch in die Zeichengestaltung ein. Dieser scheinbar unbewusste Verlauf führt immer zum Ziel – mit unerwartet stimmigen, oft überraschenden Lösungen.
! Logozentrierte Moderation
Wenn während der Gestaltungssitzung das Zeichen im Mittelpunkt der Argumentation steht, entsteht ein multidimensionaler Wahrnehmungs- und Gesprächsrahmen, der durch die universelle Sprache der Form Ebenen der Symbolik, der Unternehmensdynamik oder der Marktkommunikation direkt verbindet.
! Erst die Identiät, dann die Erfolgsfaktoren
Ein häufiger Fehler bei der Zeichenentwicklung mit Geomantie, Feng Shui oder auch Radiästhesie ist die vorschnelle Umsetzung von Wissen über Zeichenoptimierung. Das Zeichen muss seine Identität voll entfaltet haben, bevor es diesem Prozess unterzogen wird, sonst bleibt es – unabhängig von Kraft oder Ästhetik – oft auf einer rudimentären Ebene stehen.
! Das Gesamtfeld eröffnen
Nach der Festlegung des Bedeutungsschwerpunkts und der Kommunikationsausrichtung (z. B. Individualität des Zeichens für Einzelpersönlichkeiten versus Universalität und Marktorientiertheit) gilt es abzuschätzen, welcher Gesamtkontext vor dem eigentlichen Prozess transparent gemacht werden muss. Oft sind es unbequeme oder verdrängte Aspekte, die gerne an den Schluss gestellt werden, dann aber den laufenden Prozess blockieren oder gar in Frage stellen.
! Offenheit für Sonderwege
Wichtig ist, die Intentionen des Kunden auch in energetischer Hinsicht zu verstehen. Für die jeweilige Anforderung kann es sinnvoll sein, Sondermethoden wie „Kraftbilder“, „Zufallsspiel“, „Zeichenentwicklung aus Unterschriften“ zum richtigen Zeitpunkt heranzuziehen.
! Stilfreiheit
Im Lauf der Zeit legt sich jeder Gestalter – oft unmerklich – ein Repertoire an Gestaltungsmitteln oder Grafik-Programmen zu, das einen bestimmten Stil ausdrückt. Um jedes Zeichen aber aus seinem Feld, aus dem Innenraum seines Trägers oder dem geistigen Impuls des Unternehmens entwickeln zu können, ist die Arbeit mit Handzeichnungen, an denen sich auch der Kunde frei beteiligen kann, sehr empfehlenswert.
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