Terra – ein beseeltes Bewusstsein
In dieser Kolumne beschreibt der Geomant, Bildhauer und Erdheiler Marko Pogaˇcnik seine Wahrnehmung der
gegenwärtigen Erdwandlung. In letzter Zeit wurde die Kommunikation mit dem Erdbewusstsein zu seinem zentralen Thema. Marko Pogacnik erlebt dieses Bewusstsein als Spiegel der Menschheitsprozesse.
Berücksichtigt man den heutigen Stand der Physik, dürfte man von der uns umgebenden Welt gar nicht mehr als von einer materiellen Welt reden, sondern müsste von einem auf eine bestimmte Weise verdichteten Bewusstsein sprechen. Was als materiell erfahren wird, ist eigentlich nur ein Ausdruck bestimmter Informations-„Teilchen“, deren Absicht es ist, der Licht- und Bewusstseinswelt der Erde die materielle Form zu geben.
Steine, Seen, rauschende Bäume, vital-energetische Zentren und die Präsenz der Elementarwesen, alle diese „geomantischen Phänomene“ kann man zunächst als verschiedene Ausdrucksformen eines kosmischen Bewusstseins deuten, das wir Terra, Gaia oder Erde nennen. Eine gewisse Grammatik und Wortbildung, die dieses gewaltige Bewusstsein durch Äonen hindurch ausgebildet hat, hat zum Ergebnis, dass wir all die vielfältigen sichtbaren und unsichtbaren Lebensphänomene in uns und um uns herum genießen können. In diesem Sinn gehören auch wir Menschen, die wir an der Evolution des Gesamtbewusstseins von Terra teilnehmen, zur Vielfalt ihrer bewusstseinsartigen Ausdrucksformen.
Dass die materielle Welt eine Illusionswelt (Maya) sei, ist eine Lüge, wenn diese Aussage dazu genutzt wird, Menschen vom Genießen des Zaubers der materialisierten Welt abzuhalten. Sie wird jedoch wahr, wenn man sie in die Sprache der modernen, erfahrungsorientierten Phänomenologie übersetzt. Die Welt ist in der Tat nichts anderes als ein Ausdruck des Lichtbewusstseins. Die Erfahrung der unzähligen „übersinnlichen“ Wahrnehmungen, die inzwischen – zum Beispiel in der vorliegenden Zeitschrift – dokumentiert sind, zeugen davon.
Zwei problematische Standpunkte der zeitgenössischen Denkweise treiben die wunderschöne Erdenwelt an den Rand des Abgrunds. Da ist zum einen die Vorstellung, die Welt sei ein materielles Objekt, das unserer ungezügelten Nutzung zur Verfügung steht. Nicht weniger gefährlich scheint mir die andere, scheinbar alternative Denkweise zu sein, die sagt, die Welt sei ein kompliziertes Bewusstseins- und Lichtsystem, mit dem man frei spielen könne. Die Kybernetik und andere Informationstechnologien, aber auch ein Teil der Geomantieforschung, entwickeln sich meiner Ansicht nach in letztere Richtung.
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