Die Sprache der Natur
Überlegungen zum Ausdruck der Welt
Kritisch und wohlwollend zugleich begleitet der Philsoph Reinhard Falter seit Jahren die Entwicklungen der heutigen Geomantie, wie sie sich in Hagia Chora widerspiegeln. Seine Beobachtungen haben ihn zu einem grund legenden Text über den Sprach charakter der Wirklichkeit angeregt. Mit ungewöhnlichen Gedanken lädt der Beitrag dazu ein, die Welt jenseits der Logik von Subjekt und Objekt auf ganz neue Weise zu begreifen.
Geomantie schien um das Jahr 2000 herum ein Aufbruch zu einem ganz anderen Naturwissen werden zu können. Doch die Sprache der Geomantie hat sich kaum weiterentwickelt. Statt sich an Erfahrung zu orientieren, verirrt sie sich wie eh und je in wildem Konstruieren mit Größenverhältnissen, globalen Linien, Gralsbechern im Mittelmeer und Lecher-Antennen-Zahlen. Nur eines ist, wie überall in der untergehenden Unkultur, stärker geworden: die Kommerzorientierung.
Es wird viel zu wenig beschrieben, und es gibt zu wenig Dialog über die Sache statt über Organisatorisches. Freilich setzt Beschreibung die Erarbeitung einer Terminologie voraus, die bereits ein Grundkonzept von Wirklichkeit enthält. Ich möchte in diesem Beitrag einige Eckpunkte eines solchen Grundkonzepts nennen. Dabei ist mir bewusst, dass meine Sprache anspruchsvoll ist, und ich empfehle, über auf den ersten Blick unverständliche Passagen einfach hinwegzulesen. Manches wird sich erst beim dritten Lesen klären. Geduld verlange nicht ich, sondern verlangt die Sache, um die es geht. Es ist nicht weniger als „die Welt“. Ein kleiner Hinweis zu meiner Art des Umgangs mit Sprache: Ich wechsle bewusst die Termini, um unterschiedliche Assoziationsfelder zu eröffnen, beispielsweise ziehe ich den nicht gängigen Begriff Apeiron (wörtlich das, wo es keine Grenzen und Konturen gibt) heran, und meine damit dasselbe, was in der Regel unter Anderswelt oder Jenseits verstanden wird.
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