Die Qualität ohne Namen

Die Mustersprachen des Christopher Alexander

von Jascha Rohr erschienen in Hagia Chora 29/2008

Auf der Suche nach Kriterien für ortsbezogene Gestaltungen stieß Jascha Rohr, Philosoph und Permakultur-Designer, auf die Arbeiten des Architekten Christopher Alexander, der das Konzept der Mustersprachen entwickelt hat. Demnach wird ein Ort erst lebenswert, wenn er viele solche Muster harmonisch zusammenführt. Jascha Rohr entschlüsselt das subtile geomantische Verständnis ­hinter diesem Konzept.

Es gibt Dinge, in die muss man erst hineinwachsen. Am Anfang ist häufig nicht mehr als eine leise Ahnung: ein Schimmer, dass einem etwas von Bedeutung begegnet ist. Man beginnt die Sache zu umkreisen und den Geschmack der Begriffe, die mit ihr zusammenhängen, im Gaumen zu wälzen. Man be ginnt leise zu forschen und innerlich zu fragen, wartet gedämpft gespannt auf die Ereignisse und Zeichen, die einem sagen: Hier liegt etwas für dich verborgen, hier gilt es einen Schatz zu heben, und doch bleibt einem der Zugang vorerst versperrt, scheinen sich andere Dinge dazwischenzudrängen. Erst allmählich verdichten sich die Anzeichen, fügen sich die Begegnungen, und es werden Muster erkennbar, die einem die Richtung und den Weg weisen, und plötzlich steckt man mittendrin, so als würden sich die vielen einzelnen Indizien zu einem dicken Knoten verdichten, zu einem Gravitationszentrum, um das immer mehr Bedeutungen und Vorkommnisse kreisen.