Das Logo und die Kraft der Zeichen
Teil 4: Der Slogan als Marketing-Instrument
In den ersten drei Beiträgen zu dieser Serie über geomantisches Marketing hat Hans-Jörg Müller die Formenwirkung und den Aufbau eines Logos sowie Symbol- und Namenskunde behandelt. Diesmal legt er den Schwerpunkt auf den Slogan.
Für werdende Selbständige und Firmengründer stellt sich die Frage nach dem richtigen Weg zu einem Logo und einer „Corporate Identity“ (CI). Da bietet sich neben meist teuren Spezialisten wie CI-Agenturen und spezialisierten Werbeagenturen eine Heerschar von Grafikern oder (oft schlecht ausgebildeten) Mediendesignern an, die sich in Angebot und Preis stark unterscheiden. Mit dem Entstehen eines bislang noch überschaubaren, aber stetig wachsenden Angebots an „Energetischer Logogestaltung“ nach Feng Shui ist auch ein Markt entstanden, an den sich ganzheitlich orientierte Interessenten zunehmend wenden. Diesem Trend steht nun die Entwicklung des konventionellen Marketings gegenüber, das sich in den letzten Jahren einer sehr zielorientierten, analytischen, ja wissenschaftlich betriebenen Form der Logo- und CI-Entwicklung zugewandt hat.
Die energetischen Logogestalter setzen – verständlicherweise aus den zu erwartenden Kundenbedürfnissen heraus – ganz auf schöne, geistreiche, harmonische Zeichen, auf Symbolkunde und Energetik, gegebenenfalls auch Persönlichkeitsanalyse. Vielleicht noch unterstützt durch das negative Image der globalen Unternehmen mit ihrem „Erfolgsfaktor Marke“ hat sich im geomantischen und kreativen Bereich eine gewisse Abwehrhaltung gegenüber einem klar strategisch ausgerichteten Marketing ergeben. Dessen Erfolge deuten allerdings darauf hin, dass Methoden und Mechanismen eines solchen Marketings tatsächlich Erfolg „produzieren“.
In diesem vierten Beitrag meiner Serie möchte ich aufzeigen, dass die Beschäftigung mit dem – zunächst abstrakten – Markt durchaus zur Findung eines lebendigen, tiefen und kompetenten Verständnisses der zukünftigen Kunden beitragen kann. Auch im klassischen Marketing und in der Kommunikationswissenschaft finden tiefgreifende Reflexionen über den jeweiligen Anbieter und seine unternehmerischen Entscheidungen statt. Die Entwicklung von Logos rein aus einem formalen oder energetischen Ansatz heraus halte ich heute nicht nur für unzeitgemäß, sondern in den meisten Fällen auch für unverantwortlich gegenüber dem Kunden. Es ist kein Schaden, Methoden wie die quantitative Zielgruppenanalyse einzubeziehen, um Klarheit und Sicherheit über den Markt, die eigene Positionierung sowie zu erwartendes Käuferverhalten zu gewinnen – und damit auch eine integrale Durchdringung von subjektiven und objektiven Faktoren, die erst ein wirklich integrales Vorgehen ermöglichen.
Ein weitverbreiteter Irrtum, der bisweilen an Fatalismus grenzt, ist die Annahme, dass das Prinzip der Resonanz schon ausreiche, um einem Anbieter die jeweils richtigen Kunden zuzuführen. Die Resonanz sei dann ausreichend hergestellt, wenn man innerlich mit seinem Angebot klar ausgerichtet sei und das auf seine Geschäftsausstattung übertrage. Dabei wird völlig übersehen, dass Resonanz einen potenziellen Charakter hat, der zwar im Nachhinein Geschehenes wie selbstverständlich erklärt, einen aber nicht davon befreit, selbst aktiv nach Begegnungsflächen zu suchen. Erst Kommunikation macht Resonanz aktuell. Ist erst der relevante Kunde informiert (und nicht die ganze Menschheit), kann Resonanz – vermittelt über das Logo zum Erstkontakt bis zur Geschäftsabwicklung – die Kunden-Käufer Beziehung vertiefen. Bewusste Marketing-Kommunikation kann durchaus auf eine höhere Ebene gesetzt werden, wenn es z. B. um die Resonanz von Werten und Weltbildern zwischen Kunde und Anbieter geht
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