Mit dem Drachen fliegen

Auf den Burgen der Katharer in Südfrankreich

von Ingeborg M. Lüdeling erschienen in Hagia Chora 28/2007

Was wäre Europa, hätte die Inquisition nicht soviel Geist und Weisheit vernichtet? Auf einer geomantischen Reise ­erfuhr ­Ingeborg M. Lüdeling die Orte der Katharer mit den Mitteln der Radiästhesie und der vertieften Wahrnehmung als verschüttete Quellen der Weisheit Europas.

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Über die Bergrücken windet sich ein nebliges, in sich pulsierendes Schlangenband. Minimal und kaum wahrnehmbar zittert der Boden unter den Füßen.
Ich schließe die Augen. Das Zittern wird zum Vibrieren, und Wellen schlängeln sich von unten nach oben sehr intensiv durch meinen Körper. In den Ohren ertönt ein Brausen wie von tausend wilden Windgeistern. Unter meinen Füßen windet sich in Spiralen eine kraftvolle Energie an einer dicken Säule empor. Dann bricht die Erde auf, und ein gewaltiger Drache schießt heraus. Weil ich gerade dort stehe, lande ich beim Aufbäumen des Drachenkörpers auf seinem Rücken. Sekundenbruchteile später breitet das Fabelwesen seine Flügel aus und erhebt sich mit mir in den Himmel. Ich reite auf dem Drachen!
Was geschieht hier? Träume ich?
Der kalte Luftzug und der unglaubliche Lärm nehmen mir die Antwort ab. Die Flügel sehen wie Leder aus, der Drachenkörper kommt mir warm und vertraut vor. Auch die großen Hautschuppen fühlen sich weich an. Angst verspüre ich nicht, auch nicht, als unter mir die Burg, die Berge, die Erde immer kleiner werden.
Der Drache fliegt mit mir auf ein riesiges, schwarzes Tunnelloch zu. Am Eingang steht eine schwarze, in grünschwarze Schleier gehüllte Frau. Sie fliegt mühelos neben uns her, setzt sich auf den Drachenkopf und schaut mich an. Ihre übergroßen Augen sind zu meiner Verwunderung nicht tiefdunkel, sondern wie alter Bernstein, der helle Strahlen aussendet. In diesem Strahlen kann ich sie wahrnehmen, denn um uns herrscht dunkle Nacht.
Wer ist das? Die Frau lächelt, und telepatisch höre ich ihre amüsierte Stimme: „Lilith“. Bevor ich darüber nachdenken kann, wird es heller. Das Dunkel löst sich in Grautönen auf, wird dann so weiß und grell, dass ich die Augen schließe und mich an den Drachenkörper klammere. Bloß nicht jetzt und hier runterrutschen!
Das Licht wird sanfter, ich öffne vorsichtig wieder meine Augen, und alles, was ich sehen kann, ist, wie eine dunkle Frau mit Bernsteinaugen eine goldene Frau mit dunklen Augen gebiert. Mein Drache legt sich vor die schimmernde, wunderschöne neugeborene Frau. An ihrer rechten Seite steht ein goldener, ziegenköpfiger Faun. Die Konturen der Frau und des Fauns verschwimmen ständig mit dem sie umgebenden Lichtraum. Sie atmen den Raum ein, oder atmet der Raum sie aus?
Ich öffne meine Augen. Goldenes Licht umgibt unseren Kreis. Die Sonne scheint warm in mein Gesicht, leises Gemurmel dringt an mein Ohr, die Hände rechts und links lösen sich sacht aus meinen Händen. Wo bin ich, und was tue ich hier? Begann unsere Meditation vor einigen Minuten, Stunden, Tagen, Monaten, Jahren oder Jahrzehnten? Ich erinnere mich, wie wir uns auf den Turm der Burg Quéribus zu einem Kreis zusammenstellten, immer die linke, aufnehmende Hand nach oben geöffnet, die rechte, abgebende Hand nach unten geöffnet dem Nachbarn gaben. Dann spürte ich dieses seltsame Vibrieren, und der Drachenritt begann …
War ich in ein altes Transformations­ritual der Katharer geraten?

Die Katharer in Südfrankreich
Im südfranzösischen Languedoc, in den Ausläufern der Pyrenäen, finden wir die beeindruckenden Burgen der Katharer. Wie Adlerhorste kleben sie an oder auf fast uneinnehmbaren, steilen Felsen. In den Türmen sollen sie ihre Transformations­riten abgehalten haben.
Wer waren die Katharer? Hatten sie eine spezielle Lehre? Waren sie frühe Geomantiker? War es ihnen wichtig, dass auf den Plätzen, an denen ihre Burgen standen, besondere Schwingungen herrschten, oder spüren wir die besonderen Energien dort, weil sie spezielle Riten zelebrierten?
Okzitanien, wie der Südwesten Frankreichs genannt wurde, war schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen, Völker und Weltanschauungen. Griechen, Römer, Iberer, Tektosagen, Westgoten, Araber und eine Vielzahl anderer Einwanderer hatten hier im Mittelalter einen Boden für eine Gesellschaft bereitet, die durch Fernhandel, Handwerk und Künste geprägt war und als freiheitsliebend und tolerant bezeichnet werden konnte. In diesem Umfeld entstanden in den Adelshäusern die Bräuche der Troubadoure und des französischen Minnegesangs. Parallel entwickelte sich die dualistisch ausgerichtete Religion, der Katharer. Diese hingen der christlichen Lehre an, standen aber dem Katholizismus kritisch bis ablehnend gegenüber. Die Bezeichnung Katharer ist von dem griechischen Begriff catharoi, „die Reinen“, abgeleitet, der schließlich in der katholischen Inquisition zum Wort „Ketzer“ mutierte.
Die Katharer glaubten an die Befreiung der Seelen aus der Materie und deren Entwicklung und Transformation hin zum Göttlichen. Auch Frauen durften bei ihnen Priester werden. Ein wesentlicher Aspekt war für sie Selbstverantwortung und die Freiwilligkeit, ein gutes Leben zu leben. Nur das würde letztlich zur Befreiung führen, nicht allein die Zugehörigkeit zu einer Kirche. Offiziell war es eine Lehre der Existenz zweier Welten, einer hellen und einer dunklen. Ihr Wissen umfasste aber auch einen liebenden und nicht strafenden Gott jenseits dieser Dua­lität sowie eine leuchtende Seele, die in jedem Menschen als Funke Gottes wirkt. Sie kannten nur ein Sakrament, das Consolamentum, die Tröstung oder auch Taufe durch Handauflegen genannt, so wie Jesus es damals gezeigt hat. Jesus war für die Katharer kein Erlöser von allen Sünden, er wurde als ein Bote bzw. Sohn Gottes gesehen, der den Menschen die einzig heil(ung)bringende Botschaft der überpersönlichen Liebe brachte. Für mein Gefühl muss sich der innere Kern der Katharer als Hüter eines alten spirituellen Wissens verstanden haben. Man sagt, dieses gehe auf die Blutlinie von Jesus und Maria Magdalena zurück.
Da die Katharer ihre Lehre z. B. durch Armutsgelübde, Enthaltsamkeit und jeglichen Verzicht auf Prunkbauten konsequent lebten, wurden sie von der Bevölkerung akzeptiert und geachtet. Im Gegensatz dazu verlor der katholische Klerus zunehmend an Einfluss, weil er sich immer weiter von den urchristlichen Idealen entfernt hatte.
Diese Entwicklung war den Königen und Kirchenmännern ein Dorn im Auge. Die Katharer sollten ihrem Glauben abschwören. Im Jahr 1209 rief der Papst den ersten Kreuzzug gegen die Katharer aus, der als Albigenserkreuzzug, benannt nach der Katharerstadt Albi, in die Geschichte einging. Ein Heer von bis zu 30 000 Mann, Barone und Ritter aus dem Norden mit ihren Dienern und speziell angeheuerten Verbrechern wurden vom sagenhaften Reichtum der Okzitanier angelockt. Unter Anführung von Simon de Montfort war es der einzige Kreuzzug im Herzen des Abendlands, bei dem Christen gegen Christen kämpften. „Erschlagt sie alle, Gott wird die Seinen schon erkennen,“ war der Wahlspruch eines katholischen Abtes, als in Beziers 20 000 Menschen durch die Kreuzfahrer abgeschlachtet wurden. Zwanzig Jahre lang wurde der Kampf mit grausamer Härte und wechselndem Kriegsglück geführt. Am Ende hatte Okzitanien und die Grafschaft von Toulouse ihre Unabhängigkeit verloren und wurden Herrschaftsgebiete der französischen Krone.
Doch der katharische Glaube war noch nicht untergegangen. Deshalb wurden die Dominikaner beauftragt, eine neue Strategie anzuwenden: die Inquisition. Fast aus dem Nichts wurden Inquisitoren aufgestellt, die im ganzen 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts unter den Katharern und ihren Anhängern wüteten.
In diesen Wirren hatte sich eine kleine Gruppe von Katharern auf den „sicheren Berg“ Montségur zurückgezogen. Diese Bergfestung wurde im Jahr 1243 unter Führung des Erzbischofs von Narbonne zehn Monate lang belagert und nach verlustreichem Kampf im März 1244 eingenommen. Der Legende nach konnten vier katharische Perfecti (Vollkommene) mit dem geheimen Schatz aus der Festung fliehen. Sie seilten sich der Überlieferung nach am Steilhang ab und entkamen.
Am Morgen des 15. März 1244 wurden mehr als 200 Katharer auf einem Scheiterhaufen am Fuß des Berges verbrannt, darunter viele Frauen und Kinder. Es wurde berichtet, dass sie alle singend ins Feuer gingen. Der Fall von Montségur war das Ende der katharischen Bewegung. Nach und nach fielen die letzten Rückzugsfestungen in die Hände der Katholiken. Zuletzt wurde die Katharerburg Quéribus 1255 aufgegeben. Der letzte Katharer starb 1321 auf dem Scheiterhaufen, nachdem er prophezeit haben soll, dass „nach 700 Jahren der Lorbeer wieder ergrünen wird.“ 700 Jahre sind nun um …

Wolkenschloss Quéribus
Im Sommer 2007 fuhren wir mit einer Gruppe von Menschen, die das Erfühlen und Ermessen geomantischer Orte erlernen oder vertiefen wollten, ins Katharerland Okzitanien. Das Wolkenschloss Quéribus erreichten wir über eine sich lang dahinwindende, schmale Straße. Links der steile Berg, rechts der ebenso steile Abhang. Das bereitete manchen ein flaues Gefühl im Magen. Der Anblick der Burg belohnte uns aber für alle Unpässlichkeiten. Majestätisch und erhaben thront sie in den Wolken. Bei unserem ersten Besuch tobten und spielten dort die Windgeister. Schon unten am Kassenhäuschen wurden Brillenträger gebeten, die Brille abzusetzen – die Sturmwesen hätten ihnen während ihres wilden Tanzes die Brille von der Nase gerissen.
Blickt man von der Burg in das dünnbesiedelte Umland, öffnet sich die Landschaft wie ein Buch der Natur. Graue, grüne und gelbockerfarbene Schlangen winden sich durch die Täler und an den Bergen entlang, es sind Wege und Straßen. Bei klarem Wetter ist mit Adler­augen am Horizont sogar das Meer zu sehen.
Wir führten unsere Mitreisenden zu einer ganz bestimmten Stelle im Westen der Burg. Dort erkennt man relativ gut eine sich über die Höhenkämme auf die Burg zuschlängelnde „Drachenlinie“. Dieser Begriff nimmt Bezug auf die geomantische Vorstellung der alten Chinesen, für die Berge Drachen verkörperten. Ihre Kraft wuchs, je mehr Berggipfel sich hinter dem Höhenzug auftürmten. Die ganze Energie der dahinterliegenden Drachenberge entfaltete sich nach chinesischer Vorstellung dann an einem Kraftpunkt (Xue-Punkt). Ob wir dieses Phänomen hier radiästhetisch finden würden?
Der Turm der Burgruine ist gut erhalten. In einem ihrer Räume erstaunte uns eine dicke, hohe, runde Säule. Sie beginnt unten mit einem mächtigen Sockel und strebt wie ein Baum mit Krone nach oben, um in einem Gewölbe zu enden. Die Säule wäre für die Baukonstruktion nicht nötig gewesen, im Gegenteil, sie wirkt etwas deplaziert und nimmt dem ohnehin schon kleinen Raum viel Platz weg. ­Warum ist sie trotzdem dort? Unsere Gruppe konnte hier Sirius-Engerien und die Planeten­linien Mond und Sonne messen und fühlen. Das allein erklärt aber noch nicht, warum dort diese Säule steht. Wir ließen es auf sich beruhen und tasteten uns die dunkle Wendeltreppe zur Plattform des Turms hinauf.
Graue Wolkenfetzen jagten über den Himmel, fast konnten wir sie mit unseren Händen greifen. Hier luden wir zu dem besagten Händekreis ein, und dann begann dieses Vibrieren …
Nach dem „Zurückkommen“ spürten wir eine sanfte Wärme auf dem Gesicht. Die Sonne hatte mit ihren goldenen Strahlen die Nebelschleier aufgerissen und verscheucht. Oder war das nicht die Sonne, sondern die goldene Energie der Frau und ihres Begleiters? Die Säule symbolisierte und unterstützte das Aufsteigen der Drachenkraft.
Die Überraschung für alle war, dass es auch europäische Drachen gibt, wie ja auch unsere Märchen und Sagen berichten. Ist es nicht merkwürdig, dass dort die Drachen immer eine Jungfrau zur Besänftigung fordern? Unser französischer Drache aus Quéribus war mit unserer Aufmerksankeit zufrieden. Seine Qualität kann mit dem H3-Wert 14,4 CR „aufsteigender Drache“ ermittelt werden. Dieser Wert steht unter anderem auch für „unerschütterliche Zuversicht“, „Sonne astronomisch“, „Verfolgungswahn“, „Bach-Notfalltropfen“, „Solarplexus-Chakra“.

Unerschütterliche Zuversicht
Wer den Montségur nicht erklettert hat und nie am „Champ des Cremats“ (Feld der Verbrannten) gestanden hat, wird die „Geschichte der Reinen“ nicht wirklich verstehen. Wo damals über 200 Katharer im Namen der katholischen Kirche verbrannt wurden, ist heute eine größere Grasfläche. Der innere Kern der Katharer lehnte Gewalt ab und verteidigte sich nicht. Ich denke, sie kannten die Wiedergeburt und die Transformation. Jetzt spielen Kinder auf dem Rasen, über der Stelle schwebt kein Leid, sondern Freude und eine frohe Erwartung. Die 700 Jahre sind um …
Auf dem Weg zum Gipfel kamen wir an einem Mahnmal für die Katharer vorbei und legten eine rote, halberblühte Rose zu ihrem Gedenken nieder.
Nachdem wir während des anstrengenden Anstiegs unglaublich schöne Ausblicke in die weite Landschaft genießen konnten, erreichten wir die Burgruine Montségur. Dort wurden wir intuitiv an einen für uns besonderen Ort geführt. Es stellte sich während einer Tiefenmeditation die Vision ein, dass es der ehemalige Kultraum der Katharer gewesen sein könnte. In der Mitte des Raums kreuzen sich mehrere Energielinien. Wir entdeckten den H3-Wert für „unerschütterliche Zuversicht“.
Die unerschütterliche Zuversicht kam wohl aus dem tiefen Wissen über die Umwandlung des irdischen Körpers und die seelische Wiedergeburt mit all den verschiedenen Ebenen, Dimensionen und Universen. Transformation – sind sie deshalb singend ins Feuer gegangen?
Womöglich war es dieser Raum, von dem aus die vier Perfecti mit dem Schatz über einen steilen Abhang flohen. Sehr große, schwere Schätze können das nicht gewesen sein, zumal nach meiner Vision eine der ausgewählten Perfecti eine zierliche Frau gewesen war. Es gibt viele Spekulationen darüber, worum es sich bei dem Schatz handeln könnte, von Dokumenten, dem heiligen Gral, Gold und Schatzkarten ist die Rede. Wir möchten uns daran nicht beteiligen. Jedenfalls sagen die Legenden, dass der heilige Gral nach der Aufgabe Montségurs zumindest zeitweilig in der Burg Usson verwahrt wurde.

Die Burg Usson und der heilige Gral
Usson kann nur nach Anmeldung besichtigt werden. Wir bekamen einen Führer zur Seite, der zum Glück unseren Forschungen aufgeschlossen gegenüberstand. So konnten wir das Gelände ausgiebig radiästhetisch untersuchen. Kurz zur Erklärung unserer Arbeitsweise: Die H3-Antenne besteht aus einem halbleitenden Griff und einer Platine mit einer Zahlenskala. Jeder Zahl sind eine durch Erfahrung gewonnene Anzahl Eigenschaften zugeordnet.
Nach unseren Erkenntnissen werden z. B. die „Energiespuren“ des heiligen Grals mit den H3-Werten 11,00 SR und 27,30 CR gefunden. Diese Spuren weisen sowohl auf Orte hin, die mit dem heiligen Gral in Verbindung gebracht werden, auf Abbildungen des Grals als auch auf eine spirituelle Transformation, die durch eine wahrhafte Suche nach ihm ausgelöst werden kann. Der Wert 27,30 CR findet sich, wenn eine Anbindung an das kosmische Bewusstsein gegeben ist, wie z. B. auch in einem Labyrinth als Einweihungsstätte. Aber nur die Kombination mit 11,00 SR verweist auf den Gral.
Machen wir aus Freude ein kurzes Zahlenspiel: Nach Maja-Zahlenzuordnung und auch bei anderen Indianerstämmen ist die 4 die Zahl der Materie (vier Elemente, vier Himmelsrichtungen, usw.), die Zahl 7 ist in allen Kulturen eine heilige Zahl. Sieben Grundtöne, sieben wichtige Planeten, sieben Schöpfungstage der Genesis, etc. Die 4 – Materie – und die 7 – kosmisch-göttliche Energien – ergeben zusammen die Zahl 11, eine der Grifflängen für den heiligen Gral.
Der H3-Wert 11, 00 SR hat laut unseren Erfahrungslisten die Zuordnungen „Herz-Chakra“, „Ursprung“, „Neubeginn“, „Mutterschoß“ und „Unendlichkeit“ sowie die Tarotkarte nach White: „Kraft“. Sie zeigt eine Frau, die einem wilden Löwen ins Maul fasst. Oder könnte es auch anstelle des Löwen ein Drache gewesen sein?

Einen Schatz finden
Nach der Reise wissen wir: Die Wurzeln der Katharer sind auch unsere Wurzeln. Ihre Schätze haben in uns zu schwingen begonnen. Durch das Erspüren der Erde, durch Meditation, Geomantie, Psycho­metrie und Hieromantie – das Erspüren des Heiligen – und durch das Ermessen mit unseren Antennen konnte unsere Reisegruppe zu tiefen Einsichten und altem Wissen gelangen. Erstaunlich, wie mühelos uns die Schwingungen des Orts mit den Schwingungen unseres Bewusstseins in Resonanz gehen ließen. Selbst ein Drachenritt wurde möglich.
Haben geomantische Orte ein morphisches Feld, ein gestaltbildendes „Ortsgedächtnis“? Wie wirkt es auf uns? Wie „wirklich“ sind die Erinnerungen dieses Ortsgedächtnisses, wenn es Bilder in uns heutigen Menschen erzeugt?
Wie viele Wirklichkeiten gibt es?
Nachdem wir seit gut zwei Wochen wieder zu Hause waren, besuchte mich ein weitläufiger Bekannter, der von meinen Erlebnissen in Frankreich nichts wusste. Er überreichte mir einen schön polierten Stab aus Süntelbuchenholz (im Volksmund auch Drachenbaum genannt) und sagte: „Ich soll Ihnen einen Stab aus Drachenholz mit drei eingearbeiteten Steinen bringen.“ Sein „Geistführer“ lasse mir ausrichten: „Dies sei ein Stab nur für Drachenreiterinnen.“ +