Herzens-Orte
Die Chakren-Plätze in Cottbus
Zwölf Jahre alt ist der Park der Bundesgartenschau in Cottbus. Zum zehnjährigen Jubiläum hatte man es gewagt, „besondere Plätze“ zu gestalten – und heute kann man an diesen Plätzen den -Qualitäten der sieben Chakren nachspüren.
© Foto: Sandy Lohmann
Der Platz des inneren Friedens
Das Zentrum des Pentagramms bildet der fünfzackige Stern aus gelbem Ziegelstein – die Sonne –, umgeben von der fünfblättrigen Blüte aus orangefarbenen Ziegeln. Den Hintergrund bildet ein silbernes Pflaster in verschiedenen Größen. Dieser Platz soll die innere Zufriedenheit und das Spüren der eigenen Mitte unterstützen.
Mutter Erde trägt und begleitet über sechs Milliarden Menschen, die inzwischen auf ihr wohnen. So können wir wohl davon ausgehen, dass ein besonderer Ort auf unserem Planeten bis zu 6 Milliarden mal unterschiedlich erlebt werden kann. Dennoch sollte es möglich sein, geomantische Arbeit in einer verständlichen Sprache zu fassen, damit sich das, was wir vermitteln wollen, nicht in Beliebigkeit verläuft. Daher will ich als erstes meine Sichtweise zu Energien und Kraftorten generell darlegen.
Wenn ich im Folgenden von Qi spreche, meine ich damit eine als „Vitalität“ erlebte Lebenskraft, wie sie beispielsweise die traditionelle chinesische Medizin kennt. Lässt man sich auf die Wahrnehmung ein, dass unser Körper von verschiedenen feinstofflichen Feldern umgeben ist, lässt sich Qi fast körperlich spüren. Und weitet man diese Wahrnehmung auf die Umgebung aus, lässt sich das Qi von Bäumen, Flüssen, Steinen etc. ebenso wahrnehmen. Qi kann sich aber nicht aus sich selbst heraus nähren. Wenn ich seine Quelle beschreiben soll, wähle ich am ehesten den Begriff Liebe: Das reine Qi wird angeregt oder genährt durch Liebe, wie sie in allem Leben, in Bäumen, Pflanzen, Blüten, Steinen und auch in unseren Herzen und in der Erde unter uns wohnt und dort ständig neu entsteht. Liebe ist eine andere -Ebene als Qi, sie liegt jenseits des Feinstofflichen. Vom Standpunkt unserer äußeren Welt betrachtet, entsteht sie autonom aus sich selbst heraus. Während Qi durch unsere Vitalität körperlich spürbar und durch verschiedene Körpertechniken aktivierbar ist, lässt sich die Liebe nur über Liebe spüren – und ebenso nur über die Liebe wecken. Erst wenn wir vom Herzen aus wahrnehmen, erfahren wir neben der Vitalkraft Qi auch die dahinterstehenden Qualitäten der Liebe, wie sie in der Schönheit der Blüten, der ruhigen Atmosphäre eines Waldes, der Freude eines Sonnentags oder in der Geborgenheit, die ein Kraftplatz vermitteln kann, liegt. Liebe kann in allem, was lebt, geweckt werden, selbst in Steinen, doch das geschieht weniger durch Technik, sondern mehr durch Zulassen und Annehmen der Wärme und Freude des eigenen Herzens.
Gesunde Orte
An gesunden Kraftorten ist nun beides zu finden: Das Qi nährt und vitalisiert den Körper eines Besuchers, die Liebe bringt ihn zu sich selbst, sie weckt seine eigenen inneren Quellen, damit er künftig auch sein eigenes Qi aus sich selbst heraus nähren kann. Wie jeder Mensch seine ganz eigene Qualität im Herzen trägt, so unterschiedlich sind auch Kraftorte. Wer sie untersucht, weckt oder schafft, sollte sich meiner Ansicht nach beider Ebenen bewusst sein, und er sollte beide bewegen können: Das Qi der Umgebung darf nutzbringend in Austausch und Einklang gebracht werden mit dem Qi eines Kraftorts, aber selbst, wenn kaum Qi vorhanden ist, vermag aus dem Nichts noch etwas zu entstehen, wenn die Liebe im Boden, in Bäumen und Steinen geweckt wird.
Ob Menschen in frühen Zeiten ihre Wahrnehmung wohl ähnlich differenziert haben wie wir heute? Vermutlich stellten sich viele unserer Fragen für sie nicht. In traditionellen Kulturen wurden Orte und Architektur genutzt, um dem spirituellen Leben Ausdruck zu verleihen. Energien wurden intuitiv wahrgenommen, geweckt, gelebt und im Alltag selbstverständlich genutzt. Heute sind wir wieder auf der Suche nach kraftvollen Orten. Allerdings sind wir dabei oft zögerlich und vorsichtig und betrachten die Plätze durch die Brille unseres materiell orientierten Zeitalters. Die Möglichkeit, einen tieferen Zugang zu finden, erzeugt noch immer bei den meisten Menschen Unbehagen.
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