Die Empfindung der Flüsse

Feng Shui als Werkzeug der modernen Architektur

von Howard Choy erschienen in Hagia Chora 26/2007

Der Architekt Howard Choy ist in China aufgewachsen und hat im Westen studiert. Er plädiert für die Integration der Feng-Shui-Ideen in den Diskurs der modernen Architektur.

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 Video: Feng Shui & Architektur (27 Minuten)

Eingangstor zur Insel Putuoshan im Chinesischen Meer, die der Göttin Guanyin geweiht ist.

Wenn es uns ein Anliegen ist, ein nicht-materielles kulturelles Erbe wie Feng Shui zu bewahren, ist dessen Anwendbarkeit in der heutigen Zeit von zentraler Bedeutung. Als praktizierender Feng-Shui-Architekt und -Lehrer, sähe ich es gerne, wenn Feng Shui wieder einen angemessenen Stellenwert erhält als „ein Werkzeug, die Umwelt zu ordnen“, wie sich Sang Hea Lee in seiner Doktorarbeit über die Bedeutung und den Kontext von Feng Shui ausdrück. Und ich sähe Feng Shui gerne als weit verbreitetes architektonisches Handwerkszeug für die Analyse und die Gestaltung.
Deshalb betrachte ich im Folgenden Feng Shui aus einem architektur- und umweltbezogenen Blickpunkt und behandle vorrangig die Methode San Cai.

Grundlegendes zur Einführung
Der chinesische Gelehrte Guo Pu, mutmaßlicher Autor des „Buchs der Gräber“ aus dem 4. Jahrhundert, prägte in diesem Werk als erster den Begriff Feng Shui. Den Ort für ein Grab zu bestimmen, bedeutet für Guo Pu, „das vitalisierende Qi“ 生氣 (sheng qi) zu „reiten“ (zu nutzen). Einigen Lesern wird dieses berühmte Zitat bereits vertraut sein: „Das Qi 氣 reitet den ‚Wind‘ 風 (feng) und verstreut sich, und es begrenzt das ‚Wasser‘ 水 (shui) und erzeugt Stillstand. Im Altertum sammelten die Menschen das Qi und zerstreuten es nicht, und wenn sie es animierten, dann ließen sie es stille stehen, daher wird es Feng Shui (Wind und Wasser) genannt.“
Hier bezieht sich Qi auf das Qi der Erde, und Sheng Qi meint dieses Erd-Qi in einer lebensfördernden Qualität. Auf dem Sheng Qi zu „reiten“ bedeutet, die lebensspendende Erdenergie zu suchen und zu nutzen – das ist die Kunst des Feng Shui.
Das weite Feld Feng Shui kann grob in die Formen-Kraft-Schule 形勢派 (xing­shi pai) und die Struktur-Qi-Schule 理氣派 (liqi pai) differenziert werden. Erstere untersucht die Topografie und die darin befindlichen Menschenwerke. Hier geht es um die physikalischen Bedingungen eines Orts und um die Beziehung der einzelnen Ortsaspekte untereinander. Man nimmt dabei sowohl eine Makro-Sichtweise eines großen Maßstabs ein, wie man auch die einzelnen Details einer Anlage betrachtet.
Die Struktur-Qi-Schule befasst sich mit den nicht-physikalischen Aspekten, die einen Ort prägen, wie Zeitqualitäten oder die Raumqualität, die sich aus der Orientierung eines Gebäudes ergibt. Man befasst sich hier mit einem unberührbaren, formlosen Qi, während die Formen-Kraft-Schule die Einflüsse realer Landschaften untersucht. In der Struktur-Qi-Schule fragt man vor allem, welche Richtungen günstig sind in Beziehung zum Fluss der Zeit, so dass auch astrologische Bezüge hergestellt werden. Ein prominenter Repräsentant dieser Richtung ist die San-Yuan-Schule 三元派 (Schule der drei Perioden bzw. der drei Ursprünge), die die Bewegungen von Sternen, Sonne und Mond und den Zyklus der Jahreszeiten heranzieht, um einen günstigen Ort und die Ausrichtung eines Gebäudes zu bestimmen. Eine wichtige Rolle spielen dabei sieben Sterne um den Polarstern, in der westlichen Astronomie gehören sie zum Sternbild des großen Wagens.
Eine ältere Bezeichung für Feng Shui lautet Kanyu 堪輿, wörtlich übersetzt „überdachter Wagen“. Das „Dach“, Kan, bezieht sich dabei auf den Weg, das Dao, des Himmels, und der Wagen, Yu, auf das Dao der Erde. Kan könnte im Kontext einer Landschaftsanalyse auch die höhergelegenen Gebiete bezeichnen, Yu die Niederungen. So lässt sich der Begriff Kan­yu auch metaphorisch verwenden, wenn es darum geht, sämtliche Aspekte einer Situation zu beschreiben, seien es verborgene oder manifestierte Kräfte, Theoretisches oder Praktisches, kleine oder große Maßstäbe. In diesem Sinn könnte man Feng Shui als das Studium des Wegs von Himmel und Erde in Beziehung zum Menschen bezeichnen. Feng Shui kann uns dabei helfen, einen Lebensort zu finden, der in Harmonie mit unserem eigenen Lebensweg, dem Weg des Menschen 人道 (ren dao), steht. Die Beziehung zwischen Himmel, Erde und Mensch erfasst man in China mit dem Begriff „die drei Entitäten“ bzw. „drei Geschenke“ 三才 (san cai). Ich selbst verwende das San-Cai-Modell als Rahmen für die Untersuchungen von Qi-Mustern auf einem Grundstück und in seiner Umgebung.

Die kulturelle und psychologische Perspektive

Der Grundriss der traditionellen Beijinger Atrium-häuser lässt sich übertragen in ein Bild von Menschen, die sich die Arme entgegenstrecken und in ihrer Mitte Qi sammeln.

Im alten China wusste man, dass das Erd- und Wasser-Qi eines Orts – die Eigenschaften der Umgebung – den Charakter der dort lebenden Menschen beeinflussen. In Feng-Shui-Klassikern lesen wir Sätze wie „Besondere Landschaften bringen kluge Leute hervor“ oder: „Wenn das Land sauber und ordentlich ist, werden seine Bewohner feine und sanfte Menschen sein“. Weitere Redensarten unterstreichen diese psychologische Perspektive:
  • An Orten, die nur schwer zugänglich sind, findet man wahrscheinlich engstirnige und dickköpfige Menschen.
  • An ebenen, sicheren Orten sind die Menschen meist loyal und vertrauenswürdig.
  • In üppigen Landschaften widerfährt Menschen ein günstiges Schicksal, und sie genießen ein langes Leben.
  • In einer elegant wirkenden Landschaft mit sanften Hügeln trifft man vermutlich auf hübsche und kultivierte Menschen.
  • An niedrig gelegenen, feuchten Orten, werden die Menschen schnell verwirrt und chaotisch.
  • Hoch in den Bergen sind die Menschen meist ehrlich und geradeheraus.
Es ließen sich zahlreiche weitere Beispiele anführen. Und so weit hergeholt sind diese Volksweisheiten nicht: Die Bilder und Formen, die wir um uns herum sehen, rufen Gefühle und Reaktionen hervor, die wiederum unsere psychische Verfassung prägen. In diesem Sinn ist die Qualität von Wasser-Qi und Erd-Qi und die Gestalt eines Gebäudes von zentraler psychologischer Bedeutung. Man nannte Feng-Shui-Experten in der Vergangenheit auch „Erdbeobachtungs-Experten“ 相地家 (xiangdi jia) und „Experten bei der Betrachtung von Siedlungen“ 相宅家 (xiangdi jia). Ihre Aufgabe unterschied sich insofern nicht wesentlich von derjenigen eines modernen Architekten, der sich ebenfalls mit der Gestaltung von Gebäuden, ihrer Situierung in der Landschaft und ihrer Wirkung auf die Menschen befasst.

Das Feng-Shui-Paradigma
Das Feng-Shi-Weltbild basiert auf drei Grundsätzen:
  • Alles unter dieser Sonne, ob organisch oder anorganisch, besitzt Qi.
  • Alles, was Qi besitzt, enthält Yin- und Yang-Aspekte.
  • Alles ist miteinander verbunden, Qi ist ein Kontinuum, deshalb sind Himmel und Mensch eins 天人合一 (tian re he yi).
Die Chinesen haben ein ausgefeiltes System entwickelt, um das Wechselspiel der komplementären Polaritäten von Yin und Yang in der Natur zu interpretieren. Das berühmte Yijing, das Buch der Wandlungen, erforscht und entwickelt die Theorie von Yin und Yang und den fünf Wandlungsphasen 五行 (wu xing) nämlich Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde. Dort finden wir auch das Konzept der acht Trigramme 八挂 (bagua) sowie das bereits genannte Konzept San Cai – Himmel, Erde und Mensch. Dabei steht der Mensch zwischen Himmel und Erde. Himmel bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur den blauen Himmel über uns, sondern auch die Zeit und das Nicht-Manifestierte, Erde bezeichnet nicht nur den Boden unter uns, sondern meint jeglichen Raum und alles Manifestierte. Dem Menschen kommt die Aufgabe zu, bewusst das Sichtbare und das Unsichtbare zu integrieren.
Das Modell des idealen Feng-Shui-Orts (siehe Abbildung oben) wird metaphorisch aus den vier mythischen Tieren gebildet: Die schwarze Schildkröte, der rote Phönix, der azurblaue Drache und der weiße Tiger repräsentieren die schützenden und stärkenden Landschaftsformen. Der ideale Siedlungsort befindet sich dort, wo das aufsteigende Erd-Qi das von oben herabkommende Himmels-Qi trifft. Ein Siedlungsort oder eine Landschaft sollten also weder zuviel Yang noch zuviel Yin enthalten, sondern nach einer dynamisch balancierten Harmonie zwischen beidem streben.
In dem frühen daoistischen Klassiker „Taiping Jing“ („Schrift des großen Friedens“), schreibt der Autor Yu Ji über den Umgang mit den Yin- und Yang-Kräften in der Natur, wobei Yin immer mit der Erde, Yang mit dem Himmel assoziert wird:
1) Wenn der Himmel seine Yin-Yang-Balance verliert, dann werden wir unseren Weg (dao) verlieren. Wenn die Erde ihre Yin-Yang-Balance verliert, dann verlieren wir unseren Wohlstand. Wenn der Mensch seine Yin-Yang-Balance verliert, denn verlieren wir unsere Nachkommen.
2) Der Himmel hat die Sonne, den Mond und die Sterne, die Erde hat Berge, Täler und Ebenen, und der Mensch hat Vater, Mutter und Kinder. Für Form und Beschaffenheit gibt es drei Namen: Himmel, Erde und Mensch.
3) Wenn diese drei in Herz und Bauch zusammenfinden und ihre Getrenntheit endet, dann werden wir erfolgreich sein und großen Frieden (taiping) erleben. (Das Herz steht für die unsichtbaren, der Bauch für die sichtbaren Aspekte)
Wie wendet man solche grundlegenden Prinzipien nun in die Praxis um? Zunächst müssen wir die drei angesprochenen Ebenen zu differenzieren lernen und sie dann wieder zu einer Ganzheit zurückführen, einer Ganzheit, die mehr ist als ihre Teile. Dann ist Einheit und Vielschichtigkeit zugleich realisiert.
Wenn wir solche Gedanken mit der heutigen postmodernen Debatte über Architektur im Westen in Beziehung setzen, finden wir uns wieder bei Konzepten wie dem „Kontextualismus in der Architektur“, den der Schweizer Architekt Justus Dahinden (siehe Hagia Chora Ausgabe 25) als „Einheit zwischen Bauwelt, Natur und Mensch“ beschreibt. Auch Begriffe wie „wechselseitige Bezogenheit“ (interconnectedness) und „Ansprechempfindlichkeit“ (responsiveness) finden wir im heutigen Dialog, und in diesem Sinn hat auch Feng Shui etwas beizutragen. Feng Shui spricht sowohl auf Umweltaspekte (Erde), psychologische (Mensch) als auch spirituelle Aspekte (Himmel) an. Es reagiert auf den Kontext (Erde), auf die Person (Mensch) und auf die Zeit (Himmel).

Das Verbindungsglied – Gefühle

Die Grafik zeigt das Büro der australischen Jupi Corporation, bei dessen Planung die San-Cai-Methodik erfolgreich zum Einsatz kam. Die Modefirma begann als ein Familienbetrieb von Mutter und Sohn, die von zu Hause aus arbeiteten. Drei Jahre später zogen sie in das dargestellte Büro mit etwa acht Mitarbeitern und bauten ein Fabrikationsgebäude in China. Heute vermarkten sie eine neue Linie von Freizeitbekleidung gemeinsam mit Priscilla Presley und haben eine Filiale in Los Angeles gegründet. Feng Shui hat in ihrer Entwicklungsgeschichte eine wichtige Rolle gespielt.

Im chinesischen Verständnis realisiert sich der „große Frieden“, wenn sich das himmlische Qi und das irdische Qi im Menschen-Qi treffen. Die Sehnsucht danach repräsentiert das Hexagramm 泰 Tai, das die Erde (Trigramm Kun, drei unterbrochene Yin-Striche) über dem Himmel (Trigramm Qian, drei durchgezogene Yang-Striche) zeigt. Was diese drei nun zusammenhält, ist das sogenannte Qing Qi – dieser Begriff lässt sich in etwa mit Gefühl, Empfindung und mit Zuneigung übersetzen.
Meister Tan Yang-Wu, der in den 1930er-Jahren die Feng-Shui-Schule des Xuang Kong Liu Fa begründete, handelt in seinem Werk „Bian Shan Qing Shui Yi“ („Zur Identifikation der Gefühle und Empfindungen von Bergen und Flüssen“ die Bedeutung von Qing 情 (Gefühl) und Shi 時 (Wahl des richtigen Zeitpunkts) ausführlich ab. Ich habe die wichtigsten Passagen aus diesem Buch, die zeigen, dass wir eben nur durch Qing die Natur und unsere Umgebung verstehen können, übersetzt, und zitiere im Folgenden einige von ihnen. Der Autor nimmt hier eine anthropozentrische Perspektive ein, und gerade dadurch kann er die Natur in Begriffen des Gefühls so beschreiben, dass ein psychologisch sinnvoller Zugang zur Umwelt
möglich wird.
„Man sagt, dass Berge und Flüsse, die zu mir herblicken, Empfindungen besitzen, diejenigen in meinem Rücken jedoch keine. Ich selbst bin der Gastgeber [sinngemäß: sie beziehen sich alle auf mich].“
„Orte, an denen ein Grab angelegt werden soll, ebenso wie Orte, an denen eine Siedlung entstehen soll, beziehen sich alle auf mich.“
„Weil die vier Gliedmaßen eines Menschen alle nach innen zeigen und nicht nach außen, liegt das Gefühl im inneren des Körpers.“
„So wie die Zweige und Blätter alle ihren eigenen Körper besitzen, so liegt in ihnen auch Gefühl.“
„Wenn wir von der Formen-Kraft-Schule sprechen, gibt es keinen anderen Ausdruck als ‚Gefühl‘. Sprechen wir von der Kompass-Schule (Struktur-Qi-Schule), gibt es keinen anderen Ausdruck außer ‚Zeitgemäßheit‘.“
„Gefühlvolle Zuneigung zu zeigen und zeitgemäß zu handeln bedeutet Glück, fehlendes Gefühl und fehlende Zeitgerechtigkeit führen zum Unglück.“
„Auch wenn man mit Experten der Formen-Schule und Experten der Kompass-Schule mit Hilfe von Zehntausenden von Wörtern diskutieren kann, sollte einem doch bewusst sein, dass keines dieser Wörter über die Reichweite dieser beiden Begriffe herausreichen: ‚Gefühl‘ (qing) und Wahl des richtigen ‚Zeitpunkts‘ (shi).“
„Großartige Resultate folgen einem Gefühl von Großzügigkeit, kleine Resultate folgen mageren Gefühlen.“
„Das Maß des Erfolgs steht in Beziehung zu Form und Konfiguration (xing­shi). Das Maß einer Entwicklung steht in Beziehung zur Struktur des Qi (liqi). Dies sind die unveränderlichen Prinzipien.“
Der Wunsch, Qing oder Gefühle und Empfindungen in einer Wohnumgebung zu kultivieren, zeigt sich deutlich in der Architektur des chinesischen Atriumhauses, dessen Grundriss sich etwa vergleichen lässt mit den Umrissen einer Person oder einer Gruppe von Menschen, die einander die Arme entgegenstrecken, um Qi zu sammeln – und das bedeutet, das Qing zu sammeln.
Der Aspekt des richtigen Zeitpunkts (shi), auf den Meister Tan sich bezieht, ist das Himmels-Qi. Die Landschaft, von der er spricht (Berge und Wasser), sind das Erd-Qi. Seine Darstellung verdeutlicht, wie das menschliche Gefühl oder die (Orts-)Psychologie (ren qi) zum Verbindungsglied wird, in dem sich Himmel und Erde begegnen.
Feng Shui ist in seinem Zugang zu einem architektonischen Entwurf konsequent auf den Menschen hin orientiert, es befasst sich mit den Gefühlen und Empfindungen der Bewohner in Beziehung zur Landschaft und zur Zeit. So kommen wir durch die Methodik des San Cai also zu einer architektonischen Lösung, die nicht nur sensibel auf die Umgebung reagiert, sondern die auch im psychologischen und spirituellen Sinn in Harmonie mit dem Ort, seinen Nutzern und der Zeit ist.
In der Entwicklung des San-Cai-Modells für die Feng-Shui-Analyse und das Feng-Shui-Design haben wir das realisiert, was John Fairbank (1907-1991), der berühmte amerikanische Sinologe und Experte für chinesische Wissenschaften vorgeschlagen hat: „Nutzen Sie die Lehren Chinas als Substanz und als essenzielle Prinzipien, und die westlichen Lehren für die Funktion und die praktischen Prinzipien.“
Auch wenn Feng Shui heutzutage stark korrumpiert ist, meine ich, dass es als professionelles Werkzeug in der Architektur anwendbar ist, wenn wir zu seiner Quint­essenz vordringen. Vielleicht kann die Zukunft eines interkulturellen Zugangs zu moderner Architektur und Planungstechniken von den folgenden Anliegen des Feng Shui inspiriert sein:
  • die wahre Bedeutung von der Beziehung des Menschen zur Natur zu verstehen,
  • die wechselseitige Bezogenheit aller Dinge untereinander zu verstehen,
  • mit der Idee der Einheit in der Vielschichtigkeit zu arbeiten und
  • in jeglicher Gestaltung nach Harmonie und Balance zu streben.
In einem solchen Verständnis wird jegliche gebaute Form zu einem Ausdruck des natürlichen Seins, 天人 (ziran). Zi bedeutet „selbst“ und ran etwa „so sein“ oder „so ist es“. Dieser Begriff wird oft mit „Natur oder „Natürlichkeit“ übersetzt. Es ist ein altes daoistisches Konzept, Ziran – das natürliche Sein in allen Dingen – sich entfalten zu lassen, auch im Menschen, ohne dabei selbstsüchtige Interessen zu verfolgen. Wäre das nicht ein gutes Leitbild für eine zeitgemäße Architektur? +