Ortsentwicklung mit der Rute

Wie sich der Grenzort Ering am Inn energetisch erholen könnte

von Edith Baillieu , Volker Albert erschienen in Hagia Chora 26/2007

Führt man die Geomantie in die Kultur- und Landschaftspflege ein, so erwächst häufig aus dem veränderten Blickwinkel zur eigenen Heimat eine Kraft, sich neu mit ihr zu identifizieren. Ein Team von Geomanten aus Bayern plant auf dieser Basis Entwicklungsprojekte für Gemeinden in Grenzregionen.

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Als wir zum ersten Mal die bayerische Ortschaft -Ering am Inn besuchten, fuhren wir prompt daran vorbei. Der Ort war zwar bereits kilometerweit zu sehen, aber welche Abzweigung führte direkt dorthin? Es war ausgerechnet diejenige, die nur nach kurzer Vorankündigung fast rechtwinklig von der Bundesstraße abbog, wie sich später herausstellte. Fast schien es, als wolle der Ort, der von außen im Sonnenlicht sehr malerisch wirkte, sich uns verweigern. Aber das machte uns erst recht neugierig. Ende des Jahres 2005 haben wir mit einer Gruppe befreundeter Geomanten begonnen, auf Gemeinden zuzugehen, die durch ihre Lage nahe der Landesgrenze benachteiligt sind, und bieten ihnen geo-mantische Untersuchungen an sowie die Entwicklung von Maßnahmen aus einer Mischung von Geomantie und Marketing, die einfach und kostenneutral umzusetzen sind. Im Rahmen der Recherchen nach einem besonders gut geeigneten Projekt entstand der Kontakt zum Tourismusverein Ering, der sich auch der Heimatpflege verschrieben hat. Der Vorstand war offen für unsere Arbeit und erklärte sich bereit, das Projekt zu unterstützen. „Ortsentwicklung mit der Wünschelrute?“ – Mit dieser Überschrift hatte die Passauer Neue Presse Ende 2006 unser Forschungsprojekt in der Gemeinde Ering am Inn betitelt und recht ausführlich darüber in der Zeit zwischen den Jahren berichtet. Die Zeitschrift befasste sich erstmalig gründlich mit dem Thema Geomantie und veröffentlichte dazu ein Interview mit einem Mitglied unseres Teams. Aufgrund der Tagung der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) zu Beginn des Jahres 2007 greift nun die bayerische Presse vermehrt das Thema der ländlichen Entwicklung im Freistaat auf. Dörfer und kleine Gemeinden, besonders in den Grenzgebieten, überaltern und sterben langsam wie in so vielen Grenzregionen europäischer Länder. „Heimatpflege als Kulturschutz: Das Feuer hüten, nicht die Asche bewahren“, war das Motto, unter dem wir unser erstes übergreifendes Forschungsprojekt in der Gemeinde Ering realisierten. Es schlägt Maßnahmen vor, die das Dorf in seiner Entwicklung fördern und die Menschen in ihrer heimatlichen Identität bestätigen sollen. Die Grenzsituation kann nämlich auch als Chance genutzt werden, sich von anderen Kommunen durch Initiative, Veränderungswillen und grenzüberschreitender Leistungsbereitschaft hervorzuheben.

Spiritueller Grund
An der Gemeinde Ering ist erwähnenswert, dass sie bereits seit langem eine Umsetzung des europäischen Gedankens in vielen kleinen Schritten betreibt. Die „Brücke der Begegnung“, wie der Weg über das nahegelegene Inn-Kraftwerk im Volksmund genannt wird, verbindet Ering mit Öster-reich in kulturellem und gesellschaftlichem Austausch. Genannt sei auch der gut frequentierte Pilgerweg „Via Nova“, dessen erste Teilstrecke als zeitgemäßer europäischer Pilgerweg Anfang Juli 2004 feierlich eröffnet wurde. Dabei ist der Bereich zwischen Ering und Kößlarn besonders interessant. Hier gibt es, nicht nur aus christlicher Sicht, viele alte heilige Plätze. Auch zwei bayerische Päpste sowie der heilige Bruder Konrad stammen aus der unmittelbaren Umgebung Erings. Ortsnamen, wie beispielsweise Pettenau (Bethen-Au), Pildenau (Pilum = Pfeiler als Markierung), Lichtenburg (Lie = heiliger Stein) oder Roßbach (Ross oder Ros = Kultplatz) weisen bereits auf alte Kult- und Kraftplätze hin (Resch-Rauter 1994). Der gesamte Rottal-Inn-Kreis ist uraltes Kulturland, wie sich aus den Flur- und Ortsnamen schließen lässt. Unterstützt wird diese Annahme durch die örtlichen Sagen und Legenden sowie durch die frühe Christianisierung und Besetzung besonderer Orte mit Burgen und Herrschaftssitzen.
Der Ort Ering liegt zwischen einem in Ost-West-Richtung mit teilweise recht steilen, bis fast 450 Meter hohen Anstiegen parallell zum Inn verlaufenden Höhenzug und der Auenlandschaft um den Inn in der Nähe von Simbach. Der Inn mit seinen Biegungen könnte die Energie des Ortes gut halten, doch unserer Beobachtung nach entzieht die am Ort vorbeilaufende Bundesstraße 12 mit ihrem schnellen Verkehr Ering viel Energie. Außerdem ist der Fluss hier gestaut, so dass seine Energie nur noch Vorteile für den Stromkonzern und weniger für die Region bietet.
Geologisch betrachtet, ist das Gebiet um Ering aus einer Flussaufschüttung entstanden. Es handelt sich um Kies- oder Sandböden, die mit Glaukonitsanden und Blättermergel gemischt und zum Teil zum sogenannten Konglomerat oder Nagelfluh verfestigt sind. Im nördlichen Gemeindebereich schließt sich ein lehmiger Boden mit Nagelfluh-Einschlüssen an, wie es zum Beispiel am Teufelsstein oder im Amering-Graben deutlich wird. Dem Nagelfluh sagt man nach, dass auf diesem Boden eine besondere Spirtualität gedeiht und auch heilerische Qualitäten besonders gefördert werden. Die Via Nova in diesem Bereich hat also besondere Qualitäten. Vielleicht ist das auch eine Erklärung dafür, warum soviel heilige Männer aus dieser Gegend und ihrem Umfeld kommen.

Die Zweiteilung Erings

Der Straßenverlauf im Ortszentrum beschreibt die Form eines „B“.

Was beim Blick auf die Karte von Ering sofort auffällt, sind Trennlinien, beispielsweise die Zweiteilung des Orts durch den von Nord nach Süd fließenden Kirnbach, der sich bereits vor dem Ort und auch im Dorf mehrfach teilt (Kirnbach – Mühlbach – Mühlgraben), bis er in die Inn-Auen fließt. Im Westen des Bachverlaufs liegen überwiegend Wohnsiedlungen, im Osten liegen Kirche, Rathaus, Pfarrhaus und Kindergarten. Im Nordosten finden wir die Schule, den ausgelagerten Friedhof, Schwimmbad und Sportplatz. Und im Südosten hinter der Kiesgrube versteckt sich ein weiterer Sportplatz, sowie der Bauhof mit den dazugehörigen Anlagen. Eine weitere Trennlinie ist die stark befahrene Umgehung der erwähnten Bundestraße 12, die Ering von seinem Hinterland abschneidet ebenso wie von der Energie einer alten in Ost-West-Richtung verlaufenden Handelsroute. Dieses Abgeschnittensein war deutlich spürbar, teilweise als Lethargie, die jeden Veränderungswillen im Keim erstickt. Die räumliche Polarität spiegelt sich nach unseren Eindrücken und spärlichen Informationen über die Politik auch in den Köpfen der dort lebenden Menschen wider. Man ist sich über das Ziel des Orts nicht einig. Einerseits suchen dort ältere Menschen ihren Ruhesitz, andererseits bräuchte die Gemeinde dringend mehr Handel und Gewerbe, die genügend Einnahmen zum Überleben bringen könnten. Diese Uneinheitlichkeit und ein nicht vorhandenes Zentrum lassen den Ort nach allen Seiten ausufern und wuchern. Die Mitte des Orts ist verlorengegangen. Weder Kirche, Rathaus, Gemeinderat, Vereine, noch die Bewohner des Schlosses scheinen als Impulsgeber für eine gemeinsame Entwicklungspolitik in Frage zu kommen. Polarität ist nichts Negatives, wenn Gegensätze offen angesprochen werden. Wird jedoch bewusst polarisiert und über interne Auseinandersetzungen das gemeinsame Ziel vergessen, wirkt dies destruktiv. Polarität ist ursprünglich Lebendigkeit, Spannung, Aktivität und Dynamik.

Das Ortszentrum
Der Eindruck eines zweigeteilten Erings wurde von allen Geomanten unabhängig voneinander wahrgenommen, bestärkt durch das fehlende Ortszentrum, das nur noch als Parkplatz dient. Selbst Radtouristen halten hier ungern an. Ist der Ort unter der Linde am Parkplatz allerdings zeitweise frei von Autos, steuern die Besucher dorthin und auch in die umliegenden Geschäfte. Das Dorfzentrum mit Straßen rund um Dorflinde, Schloss, Kirche und altes Rathaus sieht auf dem Plan fast aus wie ein dickes „B“. Heute ist der frühere Ortskern an die Peripherie gerückt; Rathaus, Schule und Friedhof noch mehr. Es entsteht die Assoziation eines alten, hohlen Baums, der zwar noch lebt, aber nur nur noch wenig Standfestigkeit besitzt. Wir fühlten uns als Gruppe betroffen und zugleich animiert, einfache Vorschläge zu entwickeln, das Zentrum wiederzubeleben – einen Ort, der noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts mit zig Handels- und Gewerbebetrieben Menschen aus der Umgebung anzog. Der Platz könnte z.B. mit Blumenkübeln und Sitzplätzen in einem Radius von 3 Metern um die Linde einladend gestaltet werden. Würden zusätzlich die Mauern des Schlosses restauriert und in einem warmen Gelb gestrichen, könnte die Sonne von innen wieder aufgehen und den Ort energetisieren.
Auch sollten beide Gasthäuser im Zentrum reaktiviert werden. Dabei müssten freilich auch die ruhesuchenden Anlieger mitspielen und sich nicht durch lebendige Aktivität gestört fühlen.
Die von Ost nach West verlaufende Hauptverkehrsachse der heutigen B12 führte viele Jahrhunderte durch den Ort, belebte ihn und ließ Handel und Gewerbe blühen und gedeihen. So wurde Ering zu einem kleinen Marktzentrum zwischen Simbach und Obernberg mit mehreren Märkten, die um das Schloss herum stattfanden. Die Umleitung des Verkehrs seit den 60er-Jahren ließen Handelsleben und Einwohnerzahl auf den heutigen Stand schrumpfen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Umstrukturierung der Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren, die einen auf Agrarwirtschaft fixierten Ort wie Ering stark betreffen. Verstärkt wurde der Niedergang noch durch eine zu späte Ausschreibung von Gewerbegebieten und die Schließung der Bahnlinie von Passau nach Simbach. Die Jugend findet in der nähren Umgebung keine Arbeitsplätze, der Ort wirkt überaltert. Mit der Ortsumgehung der B12 war Ering endgültig im Abseits gelandet. Wen zieht es schon von außen nach Ering, wenn das einzige Hinweisschild auf den Ort kurz vor der fast rechtwinkligen Abzweigung nur schlecht einsehbar ist? -Übrigens sind nicht nur wir, sondern fast alle aus unserem Team an der Abfahrt das erste Mal vorbeigefahren. Neben der -neuen Ortseinfahrt aus Norden liegt gleich am Ortseingang ein riesiger, tot wirkenden Parkplatz neben leerstehenden Raiffeisen-Silogebäuden. Entlang dieses Hauptwegs ins Zentrum gibt es mehrere leerstehende Gebäude, die einen eher abweisenden Eindruck hinterlassen. Die Durchfahrt beim Wirtshaus zum Steg wurde von uns wie ein beengender Hohlweg empfunden, man hat das Gefühl, keine Vorfahrt zu haben. In der Nähe dieses Wirtshauses steht ein weiteres leeres Bürogebäude und eine einsame Straßenlaterne, die einen früher dort stehenden stattlichen Baum ersetzt.
Unser Team war einhellig der Meinung, dass man die beiden alten Ortseingänge im Westen und im Osten als solche wieder deutlich kennzeichnen sollte. Schon durch solch einfache Maßnahmen mit Blumenkübeln, Hinweisschildern etc. würde der Ort Ering wieder in den natürlichen Verkehrs- und Energiefluss eingebunden.
Den nördlichen Haupteingang in den Ort wollen wir auch freundlicher und einladender gestaltet wissen. Ein bereits vorhandenes Rondell um eine Linde herum lädt förmlich dazu ein.

Wunschbaum und Wallfahrtskirche

Der durch Ering führende Abschnitt der Via Nova kommt von Rotthalmünster über Kößlarn, Münchham, Halmstein, St. Anna nach Ering und geht weiter Richtung Österreich. Damit schafft der Pilgerweg eine neue bzw. alte Verbindung zwischen Orten auf beiden Seiten des Inns, die schon vor vielen Jahrhunderten zusammengehörten. Im Gemeindebereich selbst führt er durch einen Hohlweg nach St. Anna und von dort nach Süden zum Platz des „Wunschbaums“ bei Ering. Weiter geht es am Europa-Reservat vorbei über das Kraftwerk und Frauenstein nach Mining, der ersten Station in Österreich. Der Wunschbaum ist ein willkommener Halt auf der Pilgerreise. Eine Bank-Tisch-Kombination lädt zum Brotzeitmachen ein. Er geht nicht auf eine alte Tradition zurück, sondern ist erst seit seiner Begründung durch den Tourismusverein zu einer Attraktion geworden. Auch von den Dorfbewohnern wird der Platz zu speziellen Veranstaltungen genutzt.
Um aber Pilger im Ort zu halten oder länger rasten zu lassen, müsste mehr getan werden, denn es gibt entlang eines neu geschaffenen Pilgerwegs natürlich keine Herbergskultur wie beispielsweise am Jakobsweg. Vom Platz des Wunschbaums ausgehend, sollten nach unseren Vorschlägen Wegweiser auf die starken Plätze des Ortes hinweisen, wie z.B. die Kirchen St. Anna und Maria Himmelfahrt, die Kirche im Nachbarort Pildenau, auf das Dorfzentrum mit der Dorflinde und dem Schloss und auf weitere schöne Plätze.
Um den grenzüberschreitenden Charakter des Pilgerwegs zu betonen, schlagen wir vor, die Grenze im Prospekt als solche nicht mehr extra zu kennzeichnen, sondern nur den Inn als natürliches Hindernis mit Übergängen einzuzeichnen. Auch die Beschreibung von Ering im Prospekt könnte viel attraktiver gestaltet sein.
Der Platz des Wunschbaums an einer Kreuzung ist gut gewählt, weil er alle Himmelsrichtungen verbindet und zugleich einen freien Blick auf die Wallfahrtskirche St. Anna bietet. Er ist mit einem kleinen Steinkreis aus Nagelfluh-Steinen umgeben, der sehr gut zu seiner Qualität passt. Diese Qualität verändert sich subtil mit der Anzahl der gesetzten Steine. Entsprechend einer europäischen Symbolik stehen z.B. sieben Steine für die göttliche Manifestation im Wechselspiel zu einer weltlichen Ordnung, acht Steine für die Verbindung geistiger und weltlicher Ordnung.
Der Ort der kleinen Wallfahrtskirche St. Anna  repräsentiert eine Energie, die sich aus der Zeit speist, als Ering, Ernegg, Frauen-stein (früher Ernstein) und Mining noch ein zusammenhängendes Gebiet bildeten. St. Anna, Wunschbaum, Kraftwerk und Burg Frauenstein auf der anderen Seite des Inns liegen auf einer gemeinsamen Energielinie, die nur noch durch menschliche Aktivitäten und geomantische Maßnahmen intensiviert werden müsste.
Die Grabsteine vergangener Geschlechter an der Kirchenmauer von St. Anna weisen auf die gemeinsame Geschichte der Orte beiderseits des Inns hin. Und wenn man die Blickrichtung des Jesuskindes betrachtet, wird man feststellen, dass es fast genau nach Süden über den Inn schaut. Gemeinsame Gottestdienste und Feste mit historischen Anlässen der über den Inn benachbarten Kirchengemeinden und gemeinsame kulturelle und wirtschaftliche Projekte könnten deren grenzübergreifende Verbindung weiter verstärken.

Die beiden Landschaftszentren

Wunschbaum an der Via Nova.

Das Yang-betonte Landschaftszentrum der Region konnten wir oberhalb von Halmstein in der Nähe der kleinen Kapelle an der Abzweigung zum Weiler Starzenöd ausmachen. Dieser Platz fällt dadurch auf, dass hier Sonnenwendfeiern in der Nähe  einer kleine Kapelle abgehalten werden. Von dieser hochgelegenen Stelle kann man weit in alle Richtungen blicken.
Das zweite, Yin-betonte Landschaftszentrum befindet sich im Quellbereich des Amering-Grabens, aus dem später der Kirnbach wird. Das Wasser hat bis Wies bei Kirn eine rechtszirkulare Qualität, die sich dann durch den Zufluss anderer Bäche in eine linksdrehende ändert.
Nach dem Verständnis unserer Geomantengruppe wird ein Landschaftszentrum durch die Natur und die Formen der Landschaft mit ihren Felsen, Bäumen, Quellen, Hügeln und Tälern geprägt. Es waren die ursprünglichen Tempel unserer steinzeitlichen Vorfahren und ein symbolischer Ausdruck ihrer Religion. Eingeweihte schufen aus den energetischen Mustern eines Orts die Grundlage zur Gestaltung.
Mit Hilfe des Abgreifens einer bestimmten Wellenlänge auf einer H3-Antenne lässt sich das Landschaftszentrum auf einer topografischen Karte in etwa und vor Ort dann ziemlich genau bestimmen. Es kann auch ein Bereich in der Landschaft sein, um den sich in bestimmten Radien landschaftliche Besonderheiten befinden, wie zum Beispiel alte Orte, Höhlen, Kirchen, Klöster, Wegekreuzungen, Baum-Solitäre, Quellen. Von einem Landschaftszentrum aus fließen auch oft Flüsse und Bäche in alle Richtungen.

Verbesserung der Ortsqualität
Der erste Schritt zu einer besseren Ortsqualität Erings läge unsere Ansicht nach darin, die nach Westen ausufernde Bautätigkeit einzugrenzen, den usprünglichen Ortskern zu stärken und die Baulücken im Ort zu schließen. Damit würde das alte Zentrum wieder in Kraft treten können. Dafür scheint auch eine sinnvolle Nutzung und Renovierung des unbewohnten Teils des Schlosses sowie der alten Hopfentrocknung langfristig unerlässlich.
Indem man den Ort mit einem Rechteck, dessen Seitenlängen zueinander die Proportion einer Quinte ergeben, umschreibt als maximale Ausdehnung der Siedlung, könnte ein Raum entstehen, der Qualitäten von Erwachen, Harmonie, Frieden und Fülle begünstigt. Derzeit entpricht die Form des Orts eher den Proportionen des Tritonus, der Verwirrung, Aggression und Chaos erzeugt.
Bestärkend wäre auch die energetische Anbindung der drei Landschaftsräume Wallfahrtskirche St. Anna, Quellgebiet Kirnbach und die Höhe bei Starzenöd an den Ort durch geomantische Maßnahmen. Dazu könnte die Bundesstraße an den jeweiligen Schnittstellen der Kraftlinien mit einer beidseitigen Steinsetzung überbrückt werden. An der Schnittstelle würde eine weitere Steinsetzung die dort gebündelten Energien in den Ort zurückstrahlen.
Die Arbeit in dieser Gruppe hat uns durch Engagement und Einsatzfreude aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer eng zusammengeführt. Für das Jahr 2008 planen wir ein weiteres großes Projekt, für das schon einige Vorschläge vorliegen.

Bildergalerie zum Via-Nova-Schweigepfad durch die Innauen: www.sinnwaerts.de

Literatur: Inge Resch-Rauter: Unser keltisches Erbe. Flurnamen, Sagen, Märchen und Brauchtum als Brücken in die Vergangenheit, Teletool, Wien 1994.