Kosmische Resonanz

Planetenlinien als Kennzeichen des Genius Loci

von Hartmut Lüdeling erschienen in Hagia Chora 25/2007

Welchen Ortsqualitäten folgten die Menschen früherer Zeiten bei der Errichtung ihrer Siedlungen und Kultanlagen? Für Hartmut Lüdeling liegt einer der Zugänge zur Qualität des Ortsgenius im radiästhetischen Phänomen der Planetenlinien.

Ein gut erhaltenes Mosaik in Herculaneum, das im Jahr 79 beim Ausbruch des Vesuvs untergegangenen ist, zeigt eine Schlange, die sich um einen runden Altarsockel windet. Die Schlange galt zu jener Zeit als Symbol für den mit dem Ort verbundenen Geist, den Genius Loci. Die Opfergaben auf dem Altartisch deuten auf eine tiefe Achtung hin, mit der die Römer ihrem Ortsgeist begegneten.
Das antike Mosaik zeigt auch einen nackten Knaben, der offenbar überrascht die Schlange bei ihrem Opfermahl antrifft. Sinnigerweise trägt der Knabe in seiner rechten Hand einen Zweig (ein Hinweis auf die Rhabdomantie, die Weissagung mit Stäben), während seine linke Hand auf seinen Mund zeigt (Andeutung seiner Wahrnehmung). Von oben betrachtet, windet sich die Schlange im Uhrzeigersinn um den Opfertisch, sie ist gerade dabei, das ihr dargebrachte Mal zu verzehren. Ihre Windung kann als Positivierung des Platzes gedeutet werden, als Rechtsdrehung im Sinn der Radiästhesie.

Ortswirkungen wahrnehmen
Wie auch immer sich die alten Römer den Geist eines Ortes erschlossen haben – ein möglicher Zugang, den wir uns heute erarbeiten, ist die Radiästhesie. Sie ist ein Weg, nicht nur die leicht sicht- und messbaren Ortsqualitäten wie Unterschiede aus der Topografie, den daraus abzuleitenden Luftströmungen und der spezifischen Ioni-sationen, sondern auch feinenergetische Strahlungen wahrzunehmen.
Im Auftrag der Großglockner Hochalpenstraßen AG hatten meine Frau Ingeborg und ich im Jahr 2002 auf der Franz-Josefs-Höhe am Großglockner ein Steinkunstprojekt installiert. Es sollte ein Erlebnisbereich zum Erspüren der unterschiedlichen feinenergetischen Felder geschaffen werden. So hatten wir zusammen mit Helfern der Gesellschaft zwei unterschiedliche Steinkreise installiert. Der eine sollte weibliche Energie ausstrahlen, der andere männliche.
Unsere wind- und wettererprobten Helfer, die an härteste Straßenbauarbeiten im Hochgebirge gewöhnt waren, hatten einen recht seltsamen Auftrag.