Fündig geworden
Eine radiästhetische Tiefbrunnenbestimmung
Auch eine öffentliche Verwaltung traut sich gelegentlich, Rutengänger für die Planung von Brunnen zu engagieren.Reiner Padligur beschreibt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Westfalenpark Dortmund bei der Wassersuche.

Für einen Rutengänger ist die praktische Wasseradersuche für eine konkrete Bohrpunktbestimmung immer wieder eine konstruktive Herausforderung. Anders als bei vielen geobiologischen Hausuntersuchungen oder geomantischen Studien bietet die spätere Bohrung die Möglichkeit, die eigenen Mutungsergebnisse mit der materiellen Wirklichkeit abzugleichen.
Je nach hydrologischer Struktur des Untergrunds gibt es bei einer Bohrpunktbestimmung unterschiedlich große Herausforderungen. In einem porendurchlässigen Untergrund mit guter Trennfugendurchlässigkeit und einem hohen Grundwasserhorizont sind natürlich in der Höhe des vorhandenen Grundwasserspiegels immer Wasserführungen zu erwarten. Die radiästhetische Kunst ist dabei nicht, die richtige Tiefe der Wasserader, sondern den Ort mit der lokal besten Schüttungsmenge zu bestimmen.
In klüftigem Gestein mit mäßiger Trennfugendurchlässigkeit ist die Herausforderung dagegen um ein Vielfaches höher. Da in der Regel mit Bohrköpfen von lediglich 5 bis 20 cm Durchmesser gearbeitet wird, muss besonders bei tieferen Wasseradern ihre geologische Mitte exakt bestimmt und genauso exakt senkrecht erbohrt werden.
In Gesteinen mit einer horizontalen wasserstauenden Sperrschicht ist darüber hinaus eine exakte Tiefenbestimmung wichtig, da die Durchstoßung dieser Sperrschicht bei der Bohrung vermieden werden muss, um ein Durchfließen des darüber stauenden Grundwassers in den tieferen Untergrund zu vermeiden. Heutzutage spielt in vielen Gegenden auch der Umweltschutz eine wichtige Rolle, da bei einer Durchstoßung einer hydrologischen Sperrschicht das oft verschmutzte Oberflächenwasser tiefere Grundwasservorkommen verseuchen kann.
Jeder Rutengänger, der sich der Herausforderung einer Bohrpunktbestimmung stellt, sollte deshalb seiner Verantwortung der Umwelt und auch dem Kunden gegenüber durch eine richtige Kosten- und Erfolgskalkulation gerecht werden. Es empfiehlt sich, die Mutungsergebnisse mit den bekannten hydrologischen Gegebenheiten der -Region zu vergleichen. Etwaige Fehlmutungen können so zum großen Teil bereits ausgeschlossen werden. Darüber -hinaus können Auskünfte von Anwohnern, von der unteren Wasserbehörde und dem Umweltamt weitere wertvolle Informationen liefern.
Neben einigen bereits erfolgreich realisierten kleineren Bohrpunktbestimmungen war für mich die Mutung mehrerer Bohrpunkte für eine damals geplante Brauchwasserversorgung des Westfalenparks Dortmund die größte Herausforderung.
Die hydrologischen Grundlagen
Um für die Bewässerung der Parkanlage den immensen Trinkwasserverbrauch zu verringern, sollten durch Tiefbrunnen etwaige Grundwasservorkommen erschlossen werden. Das Grundwasser sollte dabei vor allem der Nachspeisung für die Verdunstung in den Teichanlagen dienen. Bei der von mir durchgeführten Untersuchung ging es vor allem um die Teichfläche des Kaiserhains im Norden des Parks.
Bei der ersten Untersuchung nahm ich ein Gebiet von insgesamt 20 Hektar unter die Lupe, angefangen vom Kaiserhain im Norden bis zum Buschmühlenteich im Süden und vom Florianturm im Westen bis zum Robinsonspielplatz im Osten. Eine Begehung im südlichen Bereich, durch den der Fluss Emscher fließt, war aus hydrologischen Gründen nicht nötig, denn dort waren einige oberflächige Grundwasserpegelmessstellen installiert, die stark niederschlagsabhängige Pegelschwankungen meldeten. In diesem Bereich war das Grundwasser also für eine dauerhafte Brauchwasserversorgung nicht sicher genug.
Da die gewünschte Brauchwasserversorgung möglichst das ganze Jahr, besonders an heißen, trockenen Sommertagen und in größerer Menge zur Verfügung stehen sollte, kamen nur tiefere Wasserführungen in Frage.
Zur Vorbereitung der Mutungsarbeiten zog ich auch die geologische Karte der Region heran. Deren Angaben und die Geländeprofile wurden noch durch weitere Mitteilung durch das staatliche Umweltamt Hagen ergänzt und bestätigt. Unter einer dünnen quartären Deckschicht von 2 bis maximal 5 Metern Mächtigkeit läuft im Gelände des Westfalenparks bis etwa zur Emscher das tieferliegende Deckgebirge der Kreide aus. Die Kreideschichten fallen zum Norden ab, so dass sich die Mächtigkeit der Schichten bis zum Nordteil des Westfalenparks auf bis zu 50 Meter vergrößert. Darunter liegt das Grundgestein des Karbons. Im Westfalenpark existiert auch eine Rekonstruktion einer dort von 1768 bis 1826 existierenden Zeche mit einem Göpelschacht für den Kohleabbau im Karbongestein. Hier wurde in einer Tiefe bis zu 65 Metern Kohle abgebaut. Dank der Schichtprotokolle der Stollenanlage konnten die eher sehr großmaßstäblichen Angaben der geologischen Karte lokal spezifiziert und bestätigt werden.
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