Fündig geworden

Eine radiästhetische Tiefbrunnenbestimmung

von Reiner Padligur erschienen in Hagia Chora 24/2006

Auch eine öffentliche Verwaltung traut sich gelegentlich, Rutengänger für die Planung von Brunnen zu engagieren.Reiner Padligur beschreibt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Westfalenpark Dortmund bei der Wassersuche.

Für einen Rutengänger ist die praktische Wasseradersuche für eine konkrete Bohrpunktbestimmung immer wieder eine konstruktive Herausforderung. Anders als bei vielen geobiologischen Hausuntersuchungen oder geomantischen Studien bietet die spätere Bohrung die Möglichkeit, die eigenen Mutungsergebnisse mit der materiellen Wirklichkeit abzugleichen.
Je nach hydrologischer Struktur des Untergrunds gibt es bei einer Bohrpunktbestimmung unterschiedlich große Herausforderungen. In einem porendurchlässigen Untergrund mit guter Trennfugendurchlässigkeit und einem hohen Grundwasserhorizont sind natürlich in der Höhe des vorhandenen Grundwasserspiegels immer Wasserführungen zu erwarten. Die radiästhetische Kunst ist dabei nicht, die richtige Tiefe der Wasserader, sondern den Ort mit der lokal besten Schüttungsmenge zu bestimmen.
In klüftigem Gestein mit mäßiger Trennfugendurchlässigkeit ist die Herausforderung dagegen um ein Vielfaches höher. Da in der Regel mit Bohrköpfen von lediglich 5 bis 20 cm Durchmesser gearbeitet wird, muss besonders bei tieferen Wasseradern ihre geologische Mitte exakt bestimmt und genauso exakt senkrecht erbohrt werden.
In Gesteinen mit einer horizontalen wasserstauenden Sperrschicht ist darüber hinaus eine exakte Tiefenbestimmung wichtig, da die Durchstoßung dieser Sperrschicht bei der Bohrung vermieden werden muss, um ein Durchfließen des darüber stauenden Grundwassers in den tieferen Untergrund zu vermeiden. Heutzutage spielt in vielen Gegenden auch der Umweltschutz eine wichtige Rolle, da bei einer Durchstoßung einer hydrologischen Sperrschicht das oft verschmutzte Oberflächenwasser tiefere Grundwasservorkommen verseuchen kann.
Jeder Rutengänger, der sich der Herausforderung einer Bohrpunktbestimmung stellt, sollte deshalb seiner Verantwortung der Umwelt und auch dem Kunden gegenüber durch eine richtige Kosten- und Erfolgskalkulation gerecht werden. Es empfiehlt sich, die Mutungsergebnisse mit den bekannten hydrologischen Gegebenheiten der -Region zu vergleichen. Etwaige Fehlmutungen können so zum großen Teil bereits ausgeschlossen werden. Darüber -hinaus können Auskünfte von Anwohnern, von der unteren Wasserbehörde und dem Umweltamt weitere wertvolle Informationen liefern.
Neben einigen bereits erfolgreich realisierten kleineren Bohrpunktbestimmungen war für mich die Mutung mehrerer Bohrpunkte für eine damals geplante Brauchwasserversorgung des Westfalenparks Dortmund die größte Herausforderung.

Die hydrologischen Grundlagen
Um für die Bewässerung der Parkanlage den immensen Trinkwasserverbrauch zu verringern, sollten durch Tiefbrunnen etwaige Grundwasservorkommen erschlossen werden. Das Grundwasser sollte dabei vor allem der Nachspeisung für die Verdunstung in den Teichanlagen dienen. Bei der von mir durchgeführten Untersuchung ging es vor allem um die Teichfläche des Kaiserhains im Norden des Parks.
Bei der ersten Untersuchung nahm ich ein Gebiet von insgesamt 20 Hektar unter die Lupe, angefangen vom Kaiserhain im Norden bis zum Buschmühlenteich im Süden und vom Florianturm im Westen bis zum Robinsonspielplatz im Osten. Eine Begehung im südlichen Bereich, durch den der Fluss Emscher fließt, war aus hydrologischen Gründen nicht nötig, denn dort waren einige oberflächige Grundwasserpegelmessstellen installiert, die stark niederschlagsabhängige Pegelschwankungen meldeten. In diesem Bereich war das Grundwasser also für eine dauerhafte Brauchwasserversorgung nicht sicher genug.
Da die gewünschte Brauchwasserversorgung möglichst das ganze Jahr, besonders an heißen, trockenen Sommertagen und in größerer Menge zur Verfügung stehen sollte, kamen nur tiefere Wasserführungen in Frage.
Zur Vorbereitung der Mutungsarbeiten zog ich auch die geologische Karte der Region heran. Deren Angaben und die Geländeprofile wurden noch durch weitere Mitteilung durch das staatliche Umweltamt Hagen ergänzt und bestätigt. Unter einer dünnen quartären Deckschicht von 2 bis maximal 5 Metern Mächtigkeit läuft im Gelände des Westfalenparks bis etwa zur Emscher das tieferliegende Deckgebirge der Kreide aus. Die Kreideschichten fallen zum Norden ab, so dass sich die Mächtigkeit der Schichten bis zum Nordteil des Westfalenparks auf bis zu 50 Meter vergrößert. Darunter liegt das Grundgestein des Karbons. Im Westfalenpark existiert auch eine Rekonstruktion einer dort von 1768 bis 1826 existierenden Zeche mit einem Göpelschacht für den Kohleabbau im Karbongestein. Hier wurde in einer Tiefe bis zu 65 Metern Kohle abgebaut. Dank der Schichtprotokolle der Stollenanlage konnten die eher sehr großmaßstäblichen Angaben der geologischen Karte lokal spezifiziert und bestätigt werden.
Auf jeweils wasserdurchlässigen Ebenen in den Kreideschichten fällt der unterirdische Grundwasserhorizont auf der Ebene der abfallenden Kreideschichten in Richtung Norden ab. In diese Richtung vergrößert sich deshalb auch das hydrologische Einzugsgebiet und die Ergiebigkeit der Wasserführungen, so dass hier mit größerer Tiefe auch eine größere Schüttung zu erwarten war.
Da unter den Kreideschichten das eher klüftige und wasserundurchlässige Karbongestein ansteht, sollte eine Bohrung allerdings nur bis zum Karbonhorizont erfolgen. Im Karbon ist zwar ergiebige Kluftwasserführung möglich, aber das Risiko des Wasserverlusts durch die vor-handenen Klüfte überwiegt. Deshalb sollte jeweils maximal bis auf den Karbonhorizont gebohrt werden.
Als Nebenaspekt der hydrologischen Recherche bemühte ich mich auch um Informationen zu einer im Westfalenpark vorhandenen, frei ausschüttenden echten Quelle. Der Recherche des lokalen Heimatforschers Oskar Jünger und diversen Zeitungsdokumenten zufolge war diese Quelle im Volksbrauchtum früher als die „Pfingstquelle“ bezeichnet worden. Dank ihrer vermutlichen Heilwirkung wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auch überlegt, in der Nähe des im südlichen Bereich des Westfalenparks liegenden Buschmühlenteichs einen Kur-betrieb zu eröffnen. Doch die Schüttung der Pfingstquelle war so gering – und auch eine damals durchgeführte Tiefenbohrung war nicht erfolgreich –, dass man von dem Plan Abstand nahm. Wegen ihrem nur oberflächigen Einzugsgebiet und der geringen Schüttung hatte die Quelle für die geplante Brauchwasserversorgung also keine Bedeutung. Doch wollte ich auf jeden Fall vermeiden, dass die Quelle durch künftiges Abpumpen tieferer Wasservorkommen versiegen und ihre positive energetische Kraft nicht mehr entfalten hätte können.

Die praktische Geländearbeit
Die radiästhetische Untersuchung im März 2002 umfasste den gesamten, rund 20 Hektar großen nördlichen, mittleren und östlichen Teil des Westfalenparks. Ich beging ihn an mehreren Tagen mit der Kunststoffrute KR 50. Dabei schloss ich mental etwaige oberflächige Wasser-führungen aus und suchte gezielt vorhandene stärker schüttende Wasseradern im tieferen Untergrund. Ich bemühte mich, den Verlauf der gefundenen Wasseradern im Gelände möglichst kontinuierlich zu verfolgen und in Form von Handskizzen im Geländeplan sofort aufzuzeichnen und zum Teil für spätere Untersuchungen örtlich zu markieren. Nach drei Tagen Geländearbeit war die Gesamtsituation der unterirdischen Tiefenwasseradern erfasst.
Um für die geplanten Bohrungen eine größere und sichere Schüttung zu gewährleisten, sollten die Bohrpunkte nun an Stellen mit einer Wasseraderkreuzung von zwei Wasseradern festgelegt werden, die sich möglichst auf unterschiedlichen hydrologischen Stockwerken befanden. Aus dem Liniensystem der Wasseradern ergaben sich tatsächlich mehrere Kreuzungen, die nun anschließend zur Bestimmung der künftigen Bohrpunkte weiter untersucht wurden.
Bei der Detailuntersuchung der Wasseraderkreuzungen beschränkte ich mich auf die Kreuzungen, die für eine spätere Bohrung aus technischer Sicht realistisch waren. Insgesamt habe ich fünf Bohrpunkte genauer untersucht. Dabei wurde für die exakte Tiefenbestimmung vor Ort soweit möglich jeweils die gesamte Wasseraderspektroide analysiert, neben dem Schwerpunkt (Grifflänge 27,5 cm) und der Hauptzone (GL 33,0 cm) der Wasserader auch die Ankündigungszonen (GL 33,0 und 55,0 cm). Nachdem die jeweiligen Punkte markiert und deren Abstände aufgemessen waren, bestimmte ich jeweils die genaue Mitte der Wasserader (GL 11,0 cm auf der KR 25) und markierte den Kreuzungsbereich beider Wasseradern mit einem Holzpfahl.
Zusätzlich bestimmte ich für jede Wasserader mental die Tiefe und die zu erwartende Schüttung, so dass ich abschließend die gesamten Ergebnisse der mentalen Tiefenbestimmung und der Berechnung der Tiefe durch die Ergebnisse der radiästhetischen Bestimmung der Wasseraderspektroide zusammenfassen konnte. Durch dieses mehrstufige Vorgehen konnte ich die Gefahr für etwaige Fehlmutungen erheblich reduzieren. So war ich schließlich in der Lage, in meinem Gutachten die Tiefe der jeweils tiefsten Wasserader einer Kreuzung zuzüglich einer Sicherheits-toleranz von 10 Prozent als Empfehlung für den Bohrpunkt angegeben.
Um die zu erwartende Wasserzufuhr aus zwei hydrologischen Stockwerken und die Porendurchlässigkeit des Kreidegesteins auszunutzen, sollte auch mit einer durchlässigen Außenwandung des Bohrkerns später ein großer vertikaler Zuflussbereich ermöglicht werden.

Die Erbohrung
Von den insgesamt fünf Punkten, die ich für einen Brunnenstandort empfohlen hatte, wurden vom Westfalenpark Dort-mund zwei Bohrpunkte (BP 1 und BP 2) für eine tatsächliche Erbohrung ausgewählt. Aufgrund des größeren hyd-rologischen Einzugsgebiets war für diese Bohrpunkte eine größere Schüttung zu erwarten. Für die geplante Bewässerung des Kaiserhainteichs lagen die Bohrpunkte 1 und 2 topografisch auch am günstigsten. Nach einem längeren verwaltungsinternen Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren lag schließlich die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde und eine Auftragsvergabe an ein Bohrunternehmen vor, so dass im März 2003 mit der Arbeit begonnen werden konnte. Nach mehreren Tagen Arbeit wurde jeweils die gewünschte Endtiefe von 50 Metern am Bohrpunkt 1 und 55 Metern beim Bohrpunkt 2 erreicht.
Zur Bestimmung der Schüttungsmenge wurde vom Bohrunternehmen anschließend an jedem Bohrpunkt jeweils ein mehrstündiger Pumpversuch durchgeführt. An Bohrloch 1 ergab sich eine Schüttung von 4,4 m3 pro Stunde, wobei der Wasserpegel von 3,1 m auf 38,0 m gleichmäßig absank. Im Bohrloch 2 wurde bei einer Schüttung von 3,6 m3 pro Stunde der Wasserpegel von 7,3 m auf 27,3 m abgesenkt. Da in keinem Fall der Wasserpegel bis auf den Grund des Bohrlochs abgesunken war, wäre in beiden Bohrlöchern eine noch stärkere Schüttung möglich gewesen, so dass vermutlich die von mir prognostizieren 5,2 m3 pro Stunde ohne weiteres erreicht worden wären. Es lag jedoch keine wasserrechtliche Genehmigung für eine noch größere Menge vor, so dass die Gesamtschüttung der Wasserführungen nicht voll ausgeschöpft wird.
Durch die von der Bohrfirma im Protokoll festgehaltenen Grundwasserpegel mit 21,2 Meter im Bohrloch 1 und 27,3 Meter im Bohrloch 2 konnten auch die Tiefen der beiden oberen Wasseradern annähernd bestätigt werden. Der örtlich real angetroffene Grundwasserpegel entsprach genau dem vermuteten Höhenverlauf der oberen Wasseradern beim Bohrloch 1 von 15 bis 20 Metern und beim Bohrloch 2 von 20 bis 25 Metern. Somit bestätigten die Ergebnisse der Erbohrung die für beide Punkte angegebenen Schüttungen und die Tiefen, zumindest für die Lage der oberen Wasseradern, jeweils eindeutig.
Seit dem Sommer 2003 steht nun das Wasser der beiden neu errichteten Brunnen für die Bewässerung des Kaiserhainteichs zur Verfügung. Durch die inzwischen in einem Folgeprojekt ebenfalls erfolgreich erbohrten Brunnen am Robinsonspielplatz wird heute auch der dortige Teich mit dem Brauchwasser des dritten Brunnens aufgefüllt. Seitdem spart der Westfalenpark Dortmund die Kosten für das sonst zur Nachspeisung benötigte Trinkwasser ein. Die erheblichen Bau- und Planungskosten der insgesamt drei Tiefbrunnen werden sich laut Auskunft des Westfalenparks bereits im nächsten Jahr ausgezahlt haben. Wären allerdings die Kosten für eine Fehlbohrung zu tragen gewesen, was bei vorherigen Bohrungen im Westfalenpark bereits der Fall gewesen war, sähe die Rechnung weniger günstig aus. Der Mut der Parkverwaltung, sich bei der Bestimmung der Bohrpunkte auf einen Rutengänger zu verlassen, hat sich also gelohnt.

Ausblick
Nach diesem erfolgreichen Projekt hat sich inzwischen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Westfalenpark Dortmund ergeben. Bei regelmäßigen Führungen zum Thema „Landschafts-Feng-Shui im Westfalenpark“ stelle ich die verschiedenen Dimensionen im klassischen Landschafts-Feng-Shui, wie beispielsweise die Qi-Dynamik, die Berg- und Wasser-drachen-Aspekte und die fünf Tiere, im Gelände des Parks vor. Bei der Gestaltung des Parks wurden grundlegende Prinzipien des Feng Shui berücksichtigt, die erklären, wieso der Park eine für die Besucher so besondere Attraktivität und einen so hohen Erholungswert hat und welche Möglichkeiten zur Optimierung der Gestaltung seines eigenen Gartens zu Hause dem einzelnen Besucher zur Verfügung stehen.
Auf das geomantische Fachpublikum zielte darüber hinaus im Herbst 2005 eine radiästhetische Führung der Landesgruppe Westfalen des Forschungskreises für Geobiologie zu den beschriebenen Bohrpunkten. Anhand der vorliegenden Ergebnisse der Bohrung konnte jeder Teilnehmer vor Ort seine eigenen Mutungsergebnisse überprüfen und zum Teil auch bestätigt bekommen. Auch in Zukunft werden geomantische und radiästhetische Führungen die Besonderheiten und Attraktionen des Westfalenparks Besucherinnen und Besuchern nahebringen. +