Geopunkturkreise

Ankerpunkte für eine neue Kulturbildung, Teil 2:Der Steinkreis am Solarplexus Europas in Zagreb

von Marko Pogačnik erschienen in Hagia Chora 24/2006

Marko Pogacnik beschreibt Europa als Landschaftstempel analog zum menschlichen Körper. -Darin bildet die kroatische Hauptstadt Zagreb den Solarplexus. Der dort neu errichtete Steinkreis ist ein Mikrokosmos der Gestalt Europas. Die einzelnen Felsblöcke und Kosmogramme -repräsentieren Orte und Landschaften, mit denen die Besucher in Resonanz treten können.

Der Geopunkturkreis -„Solarplexus Europas“ in Kroatiens Hauptstadt Zagreb wurde im August 2005 als Gemeinschaftswerk von Menschen aus Kroatien, Tschechien, Belgien, Deutschland, England und Slowenien errichtet.
Wie es zur Idee der Geopunkturkreise in Zusammenarbeit mit Peter Frank und Sabine Lichtenfels kam, beschreibt bereits der erste Artikel dieser Serie in der vorigen Ausgabe von Hagia Chora. Im Grunde handelt es sich bei diesen geomantischen Installationen um „Lithopunkturkreise“, denn sie basieren auf der Methode der Lithopunktur. Dabei werden mit Kosmogrammen versehene Steinstelen auf sensible Punkte des Erdkörpers gesetzt, ähnlich wie eine Akupunkturnadel auf den menschlichen Körper, um die Kräfte der Erde zu stärken. Die Vorsilbe „Geo“ deutet jedoch darauf hin, dass es hier nicht wie bei der üblichen Lithopunktur um die Akupunktur eines bestimmten Geländes geht, sondern um eine Beziehung zur Erde als Ganzer.
Wenn man mit der gesamten Erde als Holon in Kommunikation treten möchte, reicht es nicht aus, einfach einen Stein zu setzen, um einen Impuls auszulösen. Dafür braucht es eine viel „breitere“ Akupunkturnadel. Also sind wir auf die Idee gekommen, umfangreiche Kompositionen von Steinnadeln oder Akupressurfelsen zu bauen, versehen mit den entsprechenden Kosmogrammen. Im Fall des Geopunkturkreises in Zagreb sind es 61 naturbelassene Granitfelsen, die zusammen wenigstens 300 Tonen wiegen.
Ein weiterer Aspekt ist, dass die Kraft eines einzelnen Künstlers – nun im geistigen Sinn – noch zu „schmal“ ist, um hier die nötige Breitenwirkung zu entfalten. Diese Aufgabe verlangt eine größere geistige Spannweite. Deswegen werden Geopunkturkreise ausdrücklich als kollektive Werke errichtet, deren Verwirklichung sich manchmal über mehrere Jahre erstreckt. Der Bau des Kreises im portugiesischen Tamera zum Beispiel befindet sich jetzt in seinem dritten Jahr. Auch der Solarplexus-Lithopunkturkreis in Zagreb ist noch nicht fertig, es fehlen noch rund 20 Kosmogramme, die als Bronzeplatten in die Granitfelsen eingelegt werden sollen.

Der Raum Europa
Jeder Geopunkturkreis ist einem bestimmten Thema gewidmet. Da Kroatien sich gerade bewirbt, Teil der Europäischen Union zu werden, drängte sich der Gedanke auf, durch den Geo-punkturkreis einen Beitrag zum Aufbau eines gemeinsamen friedlichen Raums für Europa zu leisten. Hier in Zagreb konnten wir uns der Mitte Europas widmen, also dem europäischen Solarplexus-Bereich. Die Harmonie und Stärke der Mitte ist entscheidend für das Heilwesen des ganzen Organismus.
Zagreb, die Hauptstadt von Kroatien, sehe ich als Teil des Holons Mitteleuropas, das westlich des Chiemsees sein Zentrum hat. Von diesem Zentrum aus gesehen, reicht das Solarplexus-Feld (Holon der Mitte Europas) bis Frankfurt, Dresden, Prag, Zagreb, Mailand, Bern und Straßburg. Es ist genau dieses Holon, das durch die beiden Weltkriege stark zerstört und durch den Eisernen Vorhang zerteilt wurde. Also wäre sinnvoll, an einer allgemeinen Stärkung seiner Ganzheit zu wirken.

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