Die Kraft der Steine

Megalithstätten in Polen

von Leszek Matela erschienen in Hagia Chora 23/2006

Polen besitzt außergewöhnliche Megalithstätten. Sie wirken geomantisch erstaunlich aktiv, wohl weil sie von der Bevölkerung bis heute als Kraftorte gewürdigt werden. Der polnische Radiästhesie-Spezialist Leszek Matela stellt einige Orte und seine Wahrnehmung der alten Steine vor.

Das heutige Polen ist ein Land mit beeindruckender prähistorischer Vergangenheit. Eine große Zahl gewaltiger Megalithanlagen zeugt von einem alten geomantischen Wissen, mit dem diese Landschaft jahrtausendelang gestaltet worden ist. Die Meisterschaft jener alten Kulturen wird in der letzten Zeit zu Recht immer mehr erkannt und gewürdigt. Um auch meinerseits dazu beizutragen, möchte ich in diesem Artikel über meine radiästhetischen Forschungen und Wahrnehmungen an einigen der bekanntesten Steinkreise Polens, in Odry, W?esiory und Grzybnica, und einigen anderen, noch kaum bekannten Plätzen berichten.
Die Steinsetzungen befinden sich meistens auf uralten Kraftorten, die bis heute eine starke Auswirkung auf Menschen ausüben. Die astronomische Ausrichtung vieler dieser Anlagen deutet darauf hin, dass die Sonnwenden für jene Kulturen eine wichtige Rolle gespielt haben. Vermutlich waren die Orte religiöse, soziale und kulturelle Zentren der Stämme. Was die Menschen früher dort fühlten und erlebten, wissen wir nicht, doch wenn wir uns auf die alten Steine einlassen, entstehen Bilder und Assoziationen, die unser heutiges Leben bereichern können.

Megalithen am schwarzen Fluss
Die bekanntesten Steinkreise in Polen befinden sich bei Odry in der Kaschubei, gut 70 Kilometer südwestlich von Danzig. Dieser große Komplex von zehn ganz und zwei teilweise erhaltenen Kreisen sowie 30 Kulthügeln nimmt eine fast 16 Hektar große Waldfläche ein. Der größte Steinkreis besitzt einen Durchmesser von 33 Metern, der kleinste von 15 Metern. Die Kultanlage von Odry liegt direkt am Fluss Czarna Woda („Schwarzwasser“), einem Flüsschen mit dunklem, weichem Moorwasser, das durch eine wunderschöne Auenlandschaft mäandert.
Es ist ein wunderbares Erlebnis, sich dem Heiligtum nicht über den langen, eintönigen Waldweg, sondern mit dem Paddelboot über den Fluss zu nähern. Der ursprüngliche Eingang scheint nämlich bei dem Steinkreis unmittelbar in der Nähe des Flussufers zu liegen. Wer mit dem Boot an dieser Stelle anlandet, kann die Symbolwelt der Menschen, die den Platz erbauten, bewusst erfühlen und erleben. Vermutlich galt der schwarze Fluss in alter Zeit als Grenze zur Anderswelt. Wer diese Grenze passiert, überschreitet damit auch die Schwelle zwischen der profanen und der sakralen Welt.

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