Emotion Follows Colour
Über die Maßhaltigkeit von Farbprofilen in der energetischen Farbgestaltung
Die subtile Ebene der Farb-wirkungen ist das Fachgebiet von Christina Kalko. Jede Farbnuance in der Außen- und Innengestaltung des auf den vorigen Seiten dargestellten Bauprojekts des Studentenhauses in Garching ist von ihr bewusst komponiert. Hier erklärt sie, wie die richtigen Farbklänge ein Gebäude in den Ort einbinden und den Bewohnern ein Gefühl von Heimat verschaffen können.

Im Yoga werden die seelischen Zustände des Menschen mit der Bewegung von Luft (Geist) und Wasser (Gemüt) beschrieben. Im unruhigen, vom Wind aufgewühlten Wasser ist alles in Bewegung, in ständiger Umordnung. Die Wasseroberfläche spiegelt uns und unser Umfeld verzerrt. Das ruhige Wasser dagegen ordnet und spiegelt, was ist - die göttlichen Prinzipien treten uns aus ihm klar entgegen. Die Unruhe, dieser Mangel an Ruhe und Ausgeglichenheit, erleben wir heute in den meisten unserer gestalteten Umwelten. Ständiger Lärm, Musikberieselung, wohin man auch geht, Verkehrshektik, Arbeits- und Zeitdruck sind die schon bekannten Stressoren. Den ständigen An- oder Überspannungen im Bereich der Form- und Farbgestaltung wird dagegen noch wenig Aufmerksamkeit zuteil.
Farbgestaltung und Wahrnehmung
Farben und die mit ihnen verbundenen Formen und Strukturen erreichen unseren Geist, unsere Gefühle und den Körper auf einer Art Datenautobahn. Schnell und in großer Menge umspülen uns Fluten von Licht- und Farbreizen.
Der Mensch muss bei der visuellen Verarbeitung seiner Umwelt ständig die komplexen Informationsfelder Raum, Farbe, Form und Bewegung auswerten. Diese Bearbeitung fordert ein kompliziertes Zusammenspiel unterschiedlichster Bereiche des Gehirns. Die wahrgenommenen Informationen werden im Gehirn vielfach hin und her übertragen, und Schicht für Schicht baut sich so das Verstehen des Wahrgenommenen auf. Innerhalb dieses Prozesses entstehen die Gefühle. Aus den objektiven Impulsen der Lichtquanten entstehen subjektive Reaktionen und individuelle Wertungen. Ob mir etwas gefällt oder nicht, ob ich mich wohlfühle oder nicht, ist Folge einer harmonischen oder unharmonischen Feinstabstimmung wahrgenommener Reize.
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