Geschützte Räume

Über die Wirkung einergeomantischen Ecksteinsetzung

von Lars Christoph erschienen in Hagia Chora 23/2006

Ecksteine spielen in der Geomantie eine wichtige Rolle. Der Bauplaner Lars Christoph berichtet von seiner Praxis im Umgang mit Ecksteinen, die er miteinander -ins Gespräch“ bringt, so dass sie ein lebensförderndes Feld aufbauen.

Die Arbeit mit Ecksteinen, ob für Gebäude oder Grundstücke, ist für mich im Lauf der Zeit zu einem der wirkungsvollsten geomantischen Werkzeuge geworden. In den vergangenen Jahren konnte ich in vielen Aufträgen wie auch in meinen Ausbildungsseminaren diese Praxis immer wieder überprüfen und verfeinern. Nach wie vor bleibt sie für mich ein interessantes Forschungsfeld.
Die Ecksteinsetzung definiert klare geomantische Systeme, die sich durch eindeutige Grenzen überhaupt erst als Organismus identifizieren und entwickeln können. Sie erschafft so das einfachste und archaischste geomantische System: Grenze und Mitte. Die Polarität dieser beiden Qualitäten ist Grundlage für das weitere Entwickeln differenzierter Systeme. Wir gehen hier ganz an den Anfang: Zellkern und Membran, das Ei, die Genesis, die Entstehung des Lebens.
Eine klare Grenze schafft eine Mitte, sie schafft Schutz und Klarheit nach außen und erzeugt nach innen eine hohe Vitalität, die sich beispielsweise in einem Ansteigen der Boviswerte ausdrückt. Ecksteinsetzungen ermöglichen ein Klima der Selbstreinigung - das bedeutet, dass es Fremdenergien unmöglich gemacht wird, das System zu beeinflussen und ihm anzuhaften. Diese Schutzwirkung reicht bis hin zur -Entstörung“ von Erdstrahlen. Und diese Qualitäten übertragen sich auf die Bewohner: unterstützend, Prozesse befördernd, klärend und heilend, je nachdem, wo die Menschen gerade berührt werden.

Die Geschichte
Das geordnete und systematische Setzen von Steinen hat eine lange Geschichte und führt uns weit zurück. Seit wann die Menschen sich damit beschäftigen, wissen wir nicht, wir können jedoch vermuten, dass es an den Beginn der menschlichen Kultur zurückreicht. Wir kennen Steinreihen, die sich mitunter kilometerlang schnurgerade durch die Landschaft ziehen. Wir kennen imposante Steinkreise und gewaltige Grabanlagen, aber auch beeindruckende Einzelsteine. Das ist ein weltweites Phänomen. Allen diesen Steinsetzungen ist gemeinsam, dass sie mit einer oft unglaublichen Präzision ausgerichtet und mit einem kaum nachzuvollziehenden Aufwand errichtet wurden. Unsere Vorfahren mussten also einen ganz besonderen Grund gehabt haben, solche enormen Energien aufzuwenden. Neben den mitunter unbefriedigenden kulturhistorischen Erklärungen haben Geomanten und Radiästheten noch andere Erklärungen für diese Bauleistungen anzubieten: Die Steinformationen waren in der Lage, verschiedene feinstoffliche Kräfte zu lenken, zu bündeln, zu verstärken oder zu schwächen, zu transformieren oder neu zu prägen. Wenn ich hier von -Feinstofflichkeit“ spreche, meine ich verschiedene Feld-Phänomene, die teilweise noch ins physikalisch Fassbare hineinreichen, teilweise ins Mentale oder Geistige, wie Erdstrahlen und kosmische Kräfte, aber auch von Menschen hervorgerufene Energiefelder und -linien. Mittler-weile gibt es dazu viele Veröffentlichungen, die diese Phänomene beschreiben. Die Untersuchung der Wirkungsweise solcher feinstofflicher Felder ist ein neues und scheinbar unerschöpfliches Forschungsgebiet, das nicht nur das Bild der menschlichen Kultur auf den Kopf stellt, sondern auch immer wieder direkt zu uns und zu unserem jetzigen Schaffen führt.

Die Wirkprinzipien
Die Ecksteinsetzung leitet sich aus diesen frühen Steinsetzungen ab. Ihre radiästhetischen Besonderheiten sind unter anderem von Eike Hensch umfangreich untersucht und dargestellt worden (siehe auch Hagia Chora Ausgabe 3 Seite10-14)
Es scheint, als seien Steine durch ihren Anteil an Siliziumkristallen in der Lage, feinstoffliche Schwingungen zu speichern und weiterzugeben. Diese Schwingungen sind durch die Bandbreite der verschiedene Frequenzen in ihren qualitativen Eigenschaften sehr unterschiedlich, und dies hängt wiederum vom Gestein, der Größe und der Informierung des Steins durch ein anderes energetisches System ab. Je nach der Form des Steins hat dieses Feld eine Richtung und kann mit einem geeigneten anderen Stein in Resonanz treten. Je größer der Stein und je intensiver seine Informierung ist, desto größere Distanzen können überbrückt werden.

Die Umsetzung
Nach der sorgfältigen Auswahl der Steine folgt der handwerkliche Teil, das Einarbeiten von Energiezeichen, die eine ganz bestimmte Information in die Steine und damit in das Gesamtsystem eintragen. Selbstverständlich benötigt dieser Prozes viel geomantisches Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Für mich ist es immer wieder ein berührender Moment, wenn ich erfahre und auch durch eine radiästhetische Messung überprüfe, wie die Steine die Information angenommen haben und miteinander zu sprechen beginnen, und das mitunter über beträchtliche Entfernungen. Die Steine bereite ich mehrere Wochen vor der Setzung vor und gebe ihnen Zeit, sich einzuschwingen.
Spannend in der geomantischen Praxis ist die Informierung der Steine, ein Prozess, der viel Intuition erfordert. Im Einklang mit den Kräften des Orts, den Naturwesen, den kosmischen Führern und in Demut und Achtsamkeit vor allem, was existiert, schaffen wir ein Energiefeld, das in der Lage ist, auf ein anderes System überzugehen - zu informieren. Dieses Tun kann nach meiner Erfahrung schlimmstenfalls ohne Wirkung bleiben. (Vorausgesetzt es wurden keine vorsätzlich negativen Absichten eingearbeitet.) Dem Ausführenden wird hier also auch ein hohes Maß an Verantwortung, Entschlossenheit und Klarheit abverlangt. Dazu kommen ein guter und wirkungsvoller Schutz und eine nachträgliche Reinigung, wie es Energiearbeit generell erforderlich macht.
Es gibt zwei besonders sensible Zeitpunkte, in denen die Steine für solche Informierung empfänglich sind: während ihrer Bearbeitung und während der Steinsetzung selber. Beides sollte von derselben Person getan werden, und die Zeitpunkte sollten gut miteinander korrespondieren.

Der Meißner-Effekt
Die Welt wird über Analogien erklärbar, und universelle Wirkprinzipien ziehen sich durch alle Bereiche und Disziplinen. So treffen Wissenschaften, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, aufeinander und bestätigen sich gegenseitig. Ein Beispiel, das geomantische Bauprinzipien und damit auch die Ecksteinsetzung berührt, ist der Meißner-Effekt. Er wurde 1933 von Walther Meißner und Robert Ochsenfeld entdeckt und demonstriert das wichtige Prinzip, wie die innere kohärente Funktionsweise eines Systems diesem ermöglicht, sich gegen äußere Störeinflüsse wie das Eindringen eines anderen Magnetfelds zu verteidigen. Dieser Zustand wird erreicht durch ein hohes Maß an Ordnung der Elektronen, eine Harmonie, die die Reibung innerhalb des Systems plötzlich auf Null reduziert. Man spricht von Supraleitfähigkeit. So ist das System maximal nach außen geschützt und weist nach innen eine höchstmögliche Ordnung, Kohärenz und Leistungsfähigkeit auf.
In der Architektur vieler alter Kulturen ist dieses Prinzip mannigfaltig realisiert, beispielsweise in sehr geordneten Stadtanlagen oder in klaren, mitunter doppelsymmetrischen Grundrissen (Pyramiden, Palladio-Villen, das Pantheon, die asiatischen Tempelbauten). Selbst in der Siedlungsstruktur der Nomaden sind diese Prinzipien zu finden.

Meine Erfahrungen
Ich sehe in der Ecksteinsetzung die Chance, an diese Art der Ordnung anzuknüpfen. Dabei haben solche Systeme tatsächlich ein Erinnerungsvermögen und auch eine Eigendynamik. Ich beobachte immer wieder eine eigenständige Entwicklung solcher Systeme, egal, ob es sich um eine Wohnung oder ein Betriebsgelände handelt. Umso wichtiger ist die Einweihung, das Ritual, das die Richtung weist, in der sich das System entwickeln soll. Auch geo-mantisch-gestalterische Vorgaben spielen hier eine Rolle. Ich kann in diesem Moment die Plätze und Orte im System so ansprechen, dass sie sich ihrer eigenen Qualität gemäß entfalten und zu einem wichtigen Baustein im Gesamtorganismus werden. Dafür muss ich die Eigenschaft der Orte und ihr Entwicklungspotenzial erfasst haben. Wie bei uns Menschen ist es auch hier wichtig, der ihnen eigenen Bahn, der inneren Bestimmung zu folgen - in diesem Rahmen habe ich meinen Gestaltungs- und Entwicklungsfreiraum.
In meinen Seminaren erforsche ich mit den Gruppen gern die Felder, die sich zwischen den kommunizierenden Steinen aufbauen. Dabei kann man immer wieder feststellen, dass die Qualität des Raums vor allem durch die Wahl der Steine und die Art der Energiezeichen bestimmt wird, welche die Steine meist auf der Oberseite tragen. So wies ein Energiefeld, das von vier Marmorsteinen erzeugt und mit der Blume des Lebens versehen war, die räumliche Energieform einer Pyramide auf. Hier breiten sich vor allem Qualitäten von Ordnung und Klarheit aus. Dagegen baute sich zwischen vier Sandsteinquadern mit einem einfachen Zeichen, welches das Fließen fördert, eine eher weiche, rundliche Kuppel auf mit der Qualität von Geborgenheit, Ruhe, Nach-innen-Gehen. Diese Qualitäten wurden ohne vorherige Hinweise von den Gruppen immer wieder so erfasst.
Die Einsatzgebiete der Ecksteinsetzung sind vielfältig. Die kleinsten Systeme sind einzelne Räume, das größte, das ich bisher bearbeitete, war ein Grundstück mit Eigentumswohnungen, und demnächst steht ein Betriebsgelände von rund 3,5 Hektar Fläche auf dem Plan. In Abhängigkeit von der Geometrie und der Größe habe ich bis jetzt mit bis zu acht Steinen gearbeitet, mindestens jedoch immer mit vier.
Das wichtige Pendant zu den Grenzen, die ich eingangs angesprochen habe, ist die Mitte, die heilige Mitte, die nicht allzu weit von der geometrischen Mitte entfernt sein und als ritueller Platz geachtet und genutzt werden sollte. Die Mitte verbindet das System mit Himmel und Erde - das ist die Vertikale, der sensibelste und empfänglichste Punkt für eine nachträgliche aktuelle Informierung des Systems.
Ich habe immer wieder erlebt, wie die Bewohner spontan und ohne Anleitung diese Mitte für sich aktiv genutzt und gestaltet haben. Besonders Kinder zeigen sich hier empfänglich und kreativ. In jedem Fall konnte ich erfahren, dass die Menschen mit diesem Phänomen in Resonanz gegangen sind.

Essenz der Geomantie
Die Ecksteinsetzung ist Geomantie per excellence: Wir greifen damit altes Menschheitswissen auf, in dem die Geomantie ihre Wurzeln hat. Sie ist eine Methode, die bis vor wenigen hundert Jahren kontinuierlich eingesetzt wurde. Die Ecksteinsetzung ist kulturübergreifend und wirkt auf einer Ebene, die wir zuweilen als diejenige der morphogenetischen Felder bezeichnen. Mit jedem gesunden System unterstützen wir alle anderen Systeme, besonders die mit einer hohen Ähnlichkeit. Wenn es so etwas wie einen Auftrag für uns Menschen gibt, die Erde heiler zu hinterlassen, so ist das jedenfalls ein Beitrag.
Die Ecksteinsetzung wirkt über unbegrenzte Zeit. Sie schafft stabile Systeme nach außen und dynamische und wandlungsfähige Systeme nach innen. Die Menschen im Feld stehen in einem unmittelbaren Austausch und wachsen mit dem System. Wir werden mit unserem Ort in Dialog gebracht - wie ein guter Begleiter, der im übrigen auch mal unbequem werden kann. +