Erloschenes Urheberrecht

von Nigel Pennick erschienen in Hagia Chora 22/2005

Vor einigen Jahren wurde die Laufzeit von Urheberrechten verlängert. Bis dahin gehörte das Urheberrecht für die Werke eines Autors noch fünfzig Jahre nach dessen Tod seinen Erben. Einige fanden das nicht ausreichend, und so wurde die Frist europaweit auf siebzig Jahre ausgedehnt. Das Urheberrecht einiger Werke, deren Autoren damals vor gut fünfzig Jahren verstorben waren, so dass es nach der alten Regelung bereits als erloschen galt, wurde dadurch wieder gültig. So war es auch mit dem literarischen Werk von Alfred Watkins, dessen Buch -The Old Straight Track“ so etwas wie der Initialfunke für viele britische Geomanten war.
Alfred Watkins lebte von 1855 bis 1935. Von Beruf war er Geschäftsmann, der die -Imperial Mills“ in seiner Geburtsstadt Hereford betrieb und geschäftlich häufig in deren Umgebung umherreiste. Während Watkins heute nur mehr für seine geomantische These bekannt ist, derzufolge prähistorische Stätten oft auf geraden Linien angeordnet sind, die sich unsichtbar durch das Land ziehen, war er zu Lebzeiten vor allem berühmt durch sein dunkles Brot mit Weizenkeimen, das er -Vagos“ nannte und als optimal verdaulich anpries. Abgesehen von seinem Beitrag zur Geomantie begründete sich Watkins Bekanntheit außerdem auf seiner Forschung auf dem Gebiet der fotografischen Belichtung, die schließlich zu der Watkins-Formel sowie zu einem Unternehmen zur Herstellung fotografischer Lichtmesser, der Watkins Meter Company, führte.

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