Feng Shui in letzter Minute
Kurz vor der Fertigstellung erhält ein Bäderstudio durch Feng Shui den letzten Schliff
Die Räume des neuen Bäderstudios Kachelmann im Landkreis Bamberg waren bereits fast fertiggestellt, da fand die Inhaberin endlich einen Berater, mit dem sie ihre Feng-Shui-Ideen verwirklichen konnte. Auch wenn bereits viel vorgegeben war, ließ sich doch die richtige Atmosphäre in die Verkaufsräume zaubern.

Wer schon einmal ein Haus gebaut oder umgebaut hat, weiß, dass das selten ohne Stress abläuft. Wenn es um die eigenen vier Wände geht, möchte man keine Abstriche machen, und schon gar nicht, wenn es um das Badezimmer geht. Die künftige Dame des Hauses hetzt ihren Mann von einem Bäderstudio ins nächste und glaubt nie, dass die dortigen Angebote schon das sind, was ihr vorschwebt. Und der Mann ist in der Regel genervt.
Wenn die beiden nun das neue Bäderhaus im Landkreis Bamberg betreten, ist alles anders. Hier finden sie, was sie so lange gesucht haben: das Wohlfühlbad. Nicht nur die Frau ist spontan vom Ambiente begeistert und kommt zu einer Entscheidung, auch der Mann spürt die besondere und angenehme Atmosphäre in den Räumen.
Etwas Besonderes
Hier sollte ein Bäderhaus entstehen, das durch seine kleine aber feine Ausstellung für Bauherren eine spezielle Vorauswahl bietet. Es wurde besonderer Wert auf einzigartige Badausstattungen, Sanitärgegenstände und auf ausgewählte Material- und Farbkonzepte gelegt, so dass dem Kunden der häufig verwendete Begriff -Wohlfühl- oder Wellnessbad nähergebracht wird. Neben Altbewährtem und neuesten Trends im Bäderbau wird hier auch Feng Shui für den Kunden sichtbar und fühlbar gemacht.
Die Ausstellungsfläche ist zwar nicht sehr groß, hat aber viel zu bieten. Durch die harmonische Gestaltung wirkt die Vielfalt nicht überladen. Hier wird auch gezeigt, dass ein Bad nicht immer nur gefliest sein muss. Lehmputz oder Wände in Kalkspachteltechnik bieten interessante Alternativen. Die einzelnen Ausstellungsbereiche haben durch die Umsetzung von Feng-Shui-Kriterien eine ganz individuelle Note erhalten.
Der Weg dahin war nicht einfach, nicht für die Bauherrin und auch nicht für mich als Feng-Shui-Berater. Bis zum Jahr 2004 hatte mein Auftraggeber, die Heizungs- und Sanitär-Baufirma Kachelmann, jährlich zwei Bäder vollständig neu gestaltet. Diese Marktsegmente wollte man unbedingt ausbauen. Der Um- und Ausbau der dafür vorgesehenen Räume war für das Jahr 2004 in einem bis dato vermieteten Wohnhaus mit Anbindung an den Firmenhof geplant.
Die Inhaberin der Firma hatte schon zuvor eine neue, ungewöhnliche Entwicklung in ihrer Branche bemerkt. Mittlerweile gibt es Sanitärhersteller, die so genannte Feng-Shui-Bäder anbieten. In einer Zeit, in der die Kunden immer kritischer werden, stellt das -Feng-Shui-Bad offenbar eine wilkommene Spezialisierung in der Badplanung und -gestaltung dar. Es blieb nicht aus, dass sich die Inhaberin etwas näher mit dem Thema beschäftigte und sich Literatur über Feng Shui besorgte. Dabei wurde ihr klar, dass Feng Shui mehr bieten kann, als nur ein gutes Verkaufsargument. Auch den eigenen geschäftlichen Erfolg wollte sie mit einer entsprechenden Einrichtung unterstützen - die Ausgestaltung ihres neuen Bäderstudios sollte nach Feng-Shui-Kriterien erfolgen.
Allerdings hatte sie selbst bei Baubeginn noch keinen Feng-Shui-Berater ihres Vertrauens gefunden; ihre ersten Kontakte in dieser Richtung waren enttäuschend gewesen. Die Inhaberin suchte nach einem Berater, der - wie sie selbst - auf dem Bau zu Hause ist, sich mit den fünf Elementen, mit Farben und Materialien auskennt. Experimentieren war in ihrer Situation und unter dem Zeitdruck auf der Baustelle nicht möglich.
Dass jemand nach einer schlechten Erfahrung mit einem Feng-Shui-Berater erneut einen Versuch mit einem anderen startet, geschieht nicht allzu häufig. Aber die Inhaberin wollte an ihrem Konzept unbedingt festhalten und wandte sich, als das Baugeschehen bereits in vollem Gange war, an mich. Die Situation, in die ich geriet, war durchaus herausfordernd. Wie ich später erfuhr, hatte sich die Zusammenarbeit mit der Baufirma und dem Architekten in der ersten Bauphase etwas schwierig gestaltet und keinen Raum für die Umsetzung von Feng-Shui-Wünschen offengelassen. Die Bauherrin wünschte sich eine Ausstellung, in der nicht nur schöne Objekte einzeln aufgereiht sind. Sie wollte, dass diese Objekte in Vollendung präsentiert werden, die Studio-Räume sollten den Kunden ein -Ah und -Oh entlocken. Man sollte vom Bäderhaus Kachelmann sprechen - positiv, versteht sich.
Aber den Beteiligten am Bauprojekt fehlte es vermutlich nicht nur an Zeit, sondern auch am Gefühl und am Verständnis für Farben und Formen und am Blick fürs Detail.
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