An der Wellenfront

von Michael Evers erschienen in Hagia Chora 20/2005

Der Künstler Michael Evers -erkennt die kulturelle Herausforderung unserer Zeit in einer spirituellen Fortführung der ursprünglichen Ideen der Aufklärung. Das ideale Medium, um die festgefahrenen Strukturen unserer materialistischen Zeit zu überschreiten, sieht er in einer Kunst, die sich aus -einem vom Herzen inspirierten Denken erneuert.

Die Welt verändert sich. Man spürt, neben den offensichtlichen Tendenzen wie den neuen Medien und der Globalisierung mit ihren Auswirkungen auf unseren Alltag und unsere Kultur, untergründige Entwicklungen, die oft schwer zu fassen sind. Diese betreffen mich als Künstler besonders, denn dort stirbt der Idealismus. Ich meine damit die platonische, abendländische Metaphysik, von der, nach vierhundert Jahren Aufklärung, nur noch deformierte Reste übrig sind. Ich hatte den Eindruck, dass während der 1980er-Jahre unter-schwellig ein Bruch geschehen war. Das Klima hatte sich dahingehend verändert, dass die künstlerischen Formen negativer und mitunter auch zynischer wurden und dass spirituelle Inhalte in der Kunst noch weniger als sonst eine Chance hatten, akzeptiert zu werden. Die postmoderne Atmosphäre war überall, die Dekon---s-truktion des Subjekts, die Verneinung der Ideale, die der europäischen Geisteskultur entstammen.

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