Ort der Erinnerung

von Christian Appelt erschienen in Hagia Chora 20/2005

Über 40 Meter hoch türmen sich Trümmer aus der zerbombten Stadt Stuttgart auf dem Birkenkopf zu pittoresken und zugleich beängstigenden Skulpturen, die vom Entsetzen in den Bombennächten wie vom befreienden Gefühl des Neuaufbaus sprechen. Doch die dunkle, unaufgearbeitete Vergangenheit schien für Christian Appelt und seine Seminargruppe zu überwiegen. Mit Hilfe von Klängen und großen Kristallen versuchten sie, dort einen positiven Heilungsimpuls einzubringen.

Viele Menschen kennen die Erfahrung, dass sich die Atmopshäre von Orten regelrecht verdunkeln kann, wenn dort tragische Geschehnisse stattgefunden haben. In Deutschland sind wir "reich" an solchen Plätzen, denken wir an die Konzentrationslager-Gedenkstätten, an die großen Hexenverbrennungsplätze und die Kriegsschutthügel. Der Volksmund sagt von solchen Plätzen oftmals, dass dort "kein Gras mehr wächst".
Meiner Ansicht nach kann ein derart "erkrankter" Ort ebenso wie ein kranker Organismus behandelt werden. Zwar lässt sich an problematischen Einflüssen durch Erdverwerfungen und dergleichen mit menschlichen Mitteln nichts ändern, aber es lassen sich doch Wege finden, auf das Informationsfeld eines Ortes einzuwirken. Ich wende ein von mir entwickeltes radiästhetisches Verfahren an, um bei erkrankten lebendigen Systemen, sei dies nun ein Mensch oder ein Orts-Organismus, Verstimmungen im "Feld der Gesundheit" auszutesten und mit Hilfe informierter und energetisierter Quarzkristalle - den so genannten Power-Kristallen - diese Informationsdefizite auszugleichen. Mit dem "Gesundheitsfeld" bezeichne ich eine Ebene, über die heute intensiv in der Biophysik und Informationsmedizin nachgedacht wird - eine Informationsmatrix, die sämtliche Lebensprozesse auf dieser Erde steuert und harmonisiert.
Wenn ich mit einer Gruppe heilerisch an einen Ort herangehe, fühle ich mich dazu verpflichtet, genauestens auszutesten, ob wir hier und jetzt auf diese Weise arbeiten dürfen. Dazu gehört auch das Auswählen von geeigneten Kristallen, welche bei der Behandlung von gestörten Orten zuweilen deutlich größer sein müssen als jene für den Hausgebrauch. Hier haben sich vor allem zwei Kristalltypen bewährt: große Bergkristallspitzen, die auch gerne neblig-trüb in ihrem Innern sein dürfen, sowie massive, naturbelassene Rauchquarze.
Am Beispiel einer Ortsheilung auf dem Stuttgarter Birkenkopf im Frühjahr des Jahres 2004 möchte ich den Aufbau eines solchen Rituals beschreiben.
Ein Berg voller Trümmer
Über 500 Meter über dem Meeresspiegel erhebt sich südwestlich über der Innenstadt von Stuttgart der Birkenkopf, einer der die Stadt umgebenden, sehr gut zu sehenden Hügel. Er ist zu einer traurigen Berühmtheit gelangt, weil auf ihm über 15 Millionen Kubikmeter Schutt aus der zu 45 Prozent im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zerstörten Innenstadt teilweise sehr dramatisch und publikumswirksam aufgeschichtet sind. Dadurch ist der Birkenkopf über 40 Meter in die Höhe gewachsen. Von einer nahen Straße und einem angeschlossenen Parkplatz führt ein spiralförmig im Uhrzeigersinn zu begehender Weg hinauf auf den Gipfel in das Zentrum der Trümmer. Dieses Zentrum auf dem Gipfelplateau zieren aufgestellte Gebäude-Trümmer, ein seit dem Herbst des Jahres 2003 neu montiertes Stahlkreuz, und die Besucher werden bei gutem Wetter mit einem traumhaften Rundum-Ausblick belohnt.
Die Ambivalenz des Ortes wird in seinem Symbolwert erfahrbar. Für die Überlebenden der Bombennächte ist er Symbol des Reinemachens, Aufräumens und Neuanfangs, Symbol für den Aufstieg des Phoenix aus der Asche, ein Ort der Kraft und Inspiration. Für die anderen ist schon der Aufstieg bedrückend, es scheinen dunkle Schwaden selbst beim schönsten Sonnenschein umherzuziehen und sich kraftlos nach dem hellsichtigen Besucher auszustrecken. Womit haben wir es dabei zu tun?
Die Wissenschaft kann hier keine Antworten geben, bei solchen Phänomenen sind wir auf unsere eigene Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit angewiesen. Meine eigenen langjährigen Erfahrungen und Lernarbeiten legen den Schluss nahe, dass es sich hierbei um unerlöste Seelenanteile handeln könnte, Restbilder von Menschen, die in den Wirren der Bombennächte unter fürchterlichen Umständen zu Tode kamen und ihre Transformationsprozesse nicht gemäß der höheren Ordnung abschließen konnten. Dabei bleiben Teile des Energiekörpers in der materiellen Welt hängen. Marko Pogaÿcnik nimmt dies ähnlich wahr und hat solche Erscheinungen in seinem Buch "Schule der Geomantie" beschrieben:
"Die Tragik dieses Phänomens liegt darin, dass das Weiterbestehen der Seelenhüllen verstorbener Menschen im feinstofflichen Bereich eine Aufforderung an das persönliche Elementarwesen des betreffenden Verstorbenen darstellt, weiterhin seinen Dienst zur Aufrechterhaltung des Körpers auszuführen. Da es sich dabei aber um eine Existenz außerhalb des göttlichen Planes handelt, wird die Kraft dazu auf eine parasitäre Art aus den vitalenergetischen Systemen des umgebenden Raumes geschöpft. Geomantisch drückt sich dies in einer permanenten Schwächung des betreffenden Raumes aus."
Seit das im Herbst 2003 auf dem Gipfel errichtete Stahlkreuz mit seiner Antennenfunktion zusätzlich als Resonator für elektromagnetische Strahlung wirkt, scheinen die bedrückenden Erscheinungen dadurch erheblich angefeuert und für immer mehr Menschen spürbar zu werden.
Diese aktuellen Veränderungen eines ursächlich durch das Trümmeraufschichten verstimmten Ortes waren der Grund für die sorgfältige Planung eines Ortsheilungs-Termins, den wir in das Umfeld eines Seminars über die Anwendung der Power-Kristalle einbetteten. Ich hielt dieses Seminar in enger Kooperation mit Kerstin Wagner und Walter von Holst, den anerkannten Kristallexperten und Inhabern des bekannten Stuttgarter Gesundheitsberatungs- und Edelsteinzentrums "Steinkreis".
Die Einstimmung
Eine sorgfältige Einstimmung und Vorbereitung ist bei solchen Unternehmungen immer sehr wichtig. Im Zug des Seminars sensibilisierten wir uns bereits im Verlauf des Vormittags für das Ereignis, führten eine Meditation und eine spezielle Übung zur Erweckung der kristallinen Struktur durch. Unserer Erfahrung nach werden die Kristalle erst aktiv, wenn sie mit Menschen in Interaktion geraten. Danach brachen wir gemeinsam zum Birkenkopf auf, nicht ohne uns am Anfang des Aufstiegswegs in ein schützendes, strahlendes Licht gehüllt zu haben, um einerseits offen und andererseits aus dem Schutz heraus für den Geist des Ortes bereit zu sein.
Wie zu erwarten war, spürten immer mehr Teilnehmer die Dissonanz des Hügels, sobald sie in den Bereich des aufgeschichteten Trümmerhaufens kamen, der sich 40 Meter über einem erhebt, und das bedrückende Gefühl wurde mit jedem Schritt in Richtung des Orts-zentrums akuter.
Auf dem Gipfel im herrlichsten Sonnenschein eines Frühlingstages angekommen, überraschten uns widersprüchliche Szenen: Kinder, die scheinbar unbeschwert und voller Eifer auf den zerschmetterten Steinbrocken herumkletterten, sonntägliche Spaziergänger und eine ganze Anzahl nachdenklich wirkender oder irgendwie in sich gekehrter Besucher. Kindliche Begeisterung und Lebensfreude sind ein geeigneter Schutz vor den negativen Energien.
Wir spürten, jeder für sich und in seinem eigenen Tempo, in den Ort hinein und bemühten uns, wahrzunehmen, was fehlt. Manche verwendeten dabei Einhandrute und Frequenztabelle, andere fühlten sich ohne Hilfsmittel mit allen Sinnen in die Atmosphäre ein, z.B. "scannten" manche vor ihrem inneren Auge das Farbspektrum des Gesundheitsfelds oder arbeiteten mit einem inneren Bild von einem Ortswesen mit sieben Chakren.
Die Messung
Zuerst befragte ich den Ort, ob es gemäß der höheren Ordnung von Heil sei, hier und jetzt mit der Gruppe und der Örtlichkeit heilerisch zu arbeiten. Ich erhielt ein klares "Ja". Ich spürte auf dem Gipfel den Platz mit der für mich stärksten Verstimmung auf, fand ihn mittig zwischen dem neuen Stahlkreuz und dem Trümmerhaufen am Eingang zum Gipfelplateau und testete folgende Werte im Feld des Ortes aus, die zu nahezu 100% ausgefallen waren. (Bei solchen Messungen verwende ich zur Differenzierung der wahrgenommenen Qualitäten die Urtonfrequenzen der Gestirne, wie sie von Hans Cousto errechnet wurden und in meinem Buch "Klänge des Lebens" detailliert geschildert werden. Ich teste jeweils, zu wieviel Prozent eine bestimmten Qualität für mich an diesem Ort präsent zu sein scheint. Die Qualitäten können in negativer oder positiver Ausrichtung vorhanden sein. Eine weitere qualitative Aussage über den Ort gibt die intuitive Wahrnehmung eines Farbspek-trums oder die Wahrnehmung von Resonanzen in bestimmten Chakren.) Für den Ort am Gipfel ergab sich folgendes Bild:
!Sonne - minus 85%, !synodischer Mond - minus 95%,
!Erdenjahr - minus 100%, !platonisches Erdenjahr - minus 85%,
!Neptun - minus 85%.
Auf der Farbskala waren die Grün-, Grüngelb-, Orange- und Violettwerte ausgefallen. Dies betrifft die Chakren 2, 3, 4 und 7 des Ortswesens. Die Auswertung der erfühlten oder gemessenen Werte ergab faszinierenderweise eine nahezu 100-prozentige Übereinstimmung der gefundenen Feldfrequenzen.
Das Erdenjahr birgt die lichtbringende Qualität des "Seelenfriedens" in sich, eine Erfahrung, die durch die Sonnenfrequenz in aller Deutlichkeit unterstrichen wird. Kein Wunder, dass sensible Menschen diesen Ort als düster empfinden. Der Gipfel schluckt regelrecht die Information "Licht". Zugleich können wir den Trümmerhügel als eine gigantische Mülldeponie betrachten; der Müll besteht aus zerbombten Häusern, verbrannten Träumen und Hoffnungen, unerlösten Seelen. Diese Substanzmasse muss verdaut werden, aber gerade die Entgiftungsqualitäten des Mondes und des Neptun sind ebenso blockiert wie die ausgleichende, klärende und zur Erlösung und Stille führende Potenz des platonischen Jahres. Dieser Ort steht unter Schock, er ist krank und voller Altlasten.
Ein Lösungsansatz
Zur Harmonisierung des Ortes hatten wir einen großen Rauchquarz-Erdenhüterkristall ausgewählt, der mit stattlichen 70 Kilogramm eine uns tief beeindruckende, große Persönlichkeit darstellt. In einer Einstimmungsmedita-tion befragten wir den Kristall, ob er diese Heilungsaufgabe für den Birkenkopf übernehmen wolle. Walter von Holst fungierte als Medium und antwortete für den Kristall. Er war bereit und bat uns, nur die drei wichtigsten Frequenzen in ihn einzugeben. Wir testeten als Priorität Sonne, platonisches Erdenjahr und Neptun.
Zuerst klärten wir den Ort mittels des "WahWah"-Klangstabs des platonischen Erdenjahres, wie man ihn auch in der kinesiologischen Praxis verwendet. Wir ließen den Klang so lange fließen, bis wir ihn alle als einen frei strahlenden Klang empfanden. Danach wurde der große Rauchquarz mit den Frequenzen der Sonne, des Neptun und des platonischen Jahres in dieser Reihung informiert. Dazu verwendeten wir die genormten therapeutischen Stimmgabeln, die den entsprechenden Urton wiedergeben. Abschließend vergaßen wir nicht, den Kristall zu bitten, gemäß der höheren Ordnung mit Leichtigkeit, Liebe und Freude an der Heilung des Birkenkopfes mitzuarbeiten, die festhängenden Seelen zu erlösen und ins Licht zu leiten.
Eine Messung am folgenden Tag ergab auf dem Birkenkopf bereits ein wesentlich gesünderes Ergebnis, die wahrgenommenen Werte lagen nun zwischen 30% und 50%. Einen Monat später lag die Intensität der energetischen Feldumgebung schon über 60% und damit im Bereich eines lebensförderlichen Umfelds.
Vorsicht und energetischer Schutz
Der Prozess des Heilens als ein Prozess des Erleuchtens, Entgiftens und Integrierens vergangener Schrecken, ein Prozess des "Verdauens" wurde angestoßen, und Zug um Zug können sich die Schockenergien befreien, auflösen und in den Zyklus des ewigen Wechselspiels von Werden und Vergehen einkehren.
Heilungsarbeit an solchen Orten sollte meiner Meinung nach immer in dem Bewusstsein geschehen, dass wir hier mit Bereichen umgehen, über die wir nicht viel wissen und die äußerster Umsicht bedürfen.
Auf dem Rückweg kontrollierten wir die Energiekörper aller Teilnehmer auf Anhaftungen von "dunklen Energien" und wurden trotz unserer intensiven Schutzmaßnahmen bei zwei Teilnehmerinnen fündig. Mittels intensiver Atmung und Lichtvisualisierung bemühten wir uns, diese anhaftenden Schatten in Frieden zurück zum Licht zu schicken.
Deshalb möchte ich noch einmal den Hinweis geben, immer mit größter Aufmerksamkeit auf seinen energetischen Schutz zu achten. Es ist auch nicht auszuschließen, dass andere Gruppen mit negativen Energien an oder mit entsprechenden Plätzen arbeiten. Es empfiehlt sich, in der Gemeinschaft einer Gruppe zu agieren, denn das schützende Feld kann so erheblich stabiler und stärker sein.