Wie zuverlässig sind Energietests?

Erfahrungen aus der naturheilkundlichen Praxis

von Reimar Banis erschienen in Hagia Chora 18/2004

Die wissenschaftliche Überprüfung intuitiver Diagnoseverfahren fällt fast immer negativ aus - in der Praxis aber haben sie Erfolg. Der Arzt und Heilpraktiker Reimar Banis meint, dass wir nur in nicht simulierten Situationen Zugang zur erweiterten Wahrnehmung haben.

Wie zuverlässig sind Energietests?
Als junger Heilpraktiker glaubte ich voll Inbrunst an die Überlegenheit der Alternativmedizin. Im Rückblick scheint mir diese Überzeugung ein wichtiger Baustein des therapeutischen Erfolgs zu sein: Als Behandler motiviert man den Kranken am besten, wenn man ihn mit der eigenen Begeisterung ansteckt. Im jugendlichen Überschwang fand ich, dass ich, was Sanftheit der Medikamente und Raffinesse der Therapie anbelangt, gegenüber der Schulmedizin die bessere Medizin vertrat. Später im Medizinstudium änderte sich mein Standpunkt radikal: Ich wurde ein Bilderbuch-Schulmediziner. Komplementärmedizin betrachtete ich zeitweise als unerklärlichen Hokuspokus, der erstaunlich oft funktioniert, den ich aber nicht richtig verstand. Wie ein atheistischer Priester praktizierte ich Alternativmedizin zu Beginn meiner Arztpraxis, ohne wirklich daran zu glauben, wollte aber doch herausfinden, ob diese Methoden tatsächlich funktionieren. Entsprechend verblüfft war ich, als der erste Patient mit einer schweren Depression in kürzester Zeit gesund wurde, indem er seinen schwer erdstrahlenverseuchten Schlafplatz verlagerte. Ich beobachtete dies mehrfach und musste mein Denken umstellen. Die Änderung des Weltbilds ist nicht nur ein seelischer Prozess, sondern geht häufig mit körperlichen Beschwerden einher. Der russische Dissident Yury Kronn erzählte mir vor kurzem, wie er als Physikprofessor in der damaligen UdSSR parapsychologische Phänomene untersuchen sollte, wie z. B. Heiler, die mit ihren Händen schwere Gegenstände aus der Distanz bewegten oder Zeitungen, die unter Metallplatten lagen, lesen konnten. Es dauerte Wochen, bis die körperlichen Qualen durch die Änderung seines herkömmlichen Weltbilds aufhörten und er begriff, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als er als traditionell ausgebildeter Physiker verstehen konnte. Ich bin nach wie vor zur Hälfte ein überzeugter Schulmediziner, der die Ergebnisse seiner Energietests erklären möchte, was jedoch leichter gesagt als getan ist. Auch Kritiker der Alternativmedizin verlangen Beweise, wie z. B. private Krankenkassen, bevor sie solche Diagnosemethoden als medizinisch wertvoll anerkennen und dafür bezahlen (was bis heute wegen fehlender Nachweise nicht geschieht). Beweise verlangen auch Patienten, die für ihr Geld einen soliden Gegenwert erwarten.

Medizinische Energietests
Bevor ich von Forschungsergebnissen berichte, möchte ich klären, was ich unter "Energietests" und "Energie" verstehe. Zu Energietests rechne ich Verfahren, die mit Pendeln, Wünschelruten, Einhandruten, Kinesiologie, in gewisser Weise auch mit "Aurareading" des Touch for Health sowie Elektroakupunktur nach Voll (EAV), Bioelektronischer Funktionsdiagnostik (BFD), Vegatests, Pulsdiagnose nach Nogier und anderen elektrodermalen Hauttests arbeiten. Unter "Energie" verstehe ich die unsichtbare Lebenskraft, genannt Od, Orgon, Qi, Prana oder Tachyon-Energie. Die modernen Verfahren der Alternativmedizin, die sich mit der Diagnose und Veränderung der feinstofflichen Körper beschäftigen, werden mittlerweile "Energiemedizin" genannt. Die erste wissenschaftliche Untersuchung von Energietests führte ich als Student an einer kinderheilkundlichen Universitätsklinik durch. Eine Mitstudentin hatte dem Oberarzt von einem Medikamententest vorgeschwärmt, bei dem man angeblich mit Elektroakupunktur und kleinen Fläschchen von homöopathischen Mitteln innerhalb weniger Minuten genaue Diagnosen stellen konnte. Mir wurden daraufhin zehn Kinder vorgestellt; bei vier dieser Kinder diagnostizierte ich den Krebs richtig mit der Ampulle Carcinominum (Krebsnosode). Nur bei einem Krebskind lag ich daneben, was den hinzugezogenen Statistiker enorm beeindruckte. Der Oberarzt war aber nicht so überzeugt, weil ich nur bei zwei Krebskranken die Untergruppe des Krebses richtig diagnostizieren konnte. Immerhin war ich nach dem Test selbst von meinem Ergebnis überzeugt und hatte zugleich die wichtige Erkenntnis gewonnen, die sich auch in meiner jahrzentelangen Praxis immer wieder bestätigte, dass nämlich die Genauigkeit von Energietests abnimmt, je feiner das diagnostische Raster ist. Man sollte deshalb einfache und klare Testergebnisse anstreben. Den zweiten solchen Test führte ich zusammen mit drei renommierten, in Energietests erfahrenen Ärzten an einer sozialmedizinischen Universitätsabteilung durch. Wir sollten unter einem Dutzend uns unbekannter Erwachsener diejenigen mit Krebs diagnostizieren. Das Ergebnis war niederschmetternd. Zwei von uns Ärzten fanden bei 60 Prozent der Kranken die richtige Diagnose, die beiden anderen nur bei 40 Prozent. Die Ratewahrscheinlichkeit lag statistisch bei 50 Prozent. Weitere Tests, die wir als ärztliche Testgruppe anschlossen und uns dabei mittels potenziertem Eigenurin, Farben, Meditation usw. besser zu präparieren suchten, verliefen ähnlich katastrophal. Später wiederholte ich unabhängig vom Stress einer neugierig beobachtenden Zuschauerschar eines Universitätsinstituts das gleiche Experiment. Eine Reihe von Testampullen wurde mit einem Pappkarton als Sichtschirm vor mir versteckt, und ich versuchte in Dutzenden von Experimenten, ein Testergebnis ohne Pappkarton mit demjenigen mit Karton zu vergleichen, kam jedoch nur auf eine Trefferquote von maximal 60 Prozent. Eine von mir konsultierte spiritistisch arbeitende Dame meinte, das schlechte Ergebnis komme vom Elektrosmog unserer Hochzivilisation. Doch auch auf der Karibikinsel St. Lucia, die damals gewiss kaum Elektrosmog aufwies, hatte ich mit meinen Tests keinen größeren Erfolg. Diesen ernüchternden Versuchen stehen jedoch gute, manchmal geradezu phantastische Praxisergebnisse gegenüber. So habe ich seit dreißig Jahren zunächst als Heilpraktiker und später als Arzt Tausende von Energietests durchgeführt, die sich bis auf wenige Ausnahmen bestätigt haben, etwa durch mir zuvor unbekannte Impfungen, Infektionen oder Organerkrankungen. Zwei Beispiele möchte ich anführen: Im ersten Fall habe ich bei einer amerikanischen Schriftstellerin, die an unerklärlichen Hautausschlägen (Urticaria) litt und zuvor bei den renommiertesten Kliniken wie Mayo, Harvard usw. von Kopf bis Fuß ergebnislos untersucht worden war, mit der Vegatest-Methode eine chronische Blinddarmentzündung diagnostiziert. Bei der von mir angeregten Blinddarmentfernung fand sich ein Blinddarm voller Eingeweidewürmer. Danach war ihr quälender Nesselausschlag dauerhaft verschwunden. Im zweiten Fall war eine Frau mit schwersten jahrelangen Kreuzschmerzen von allen Koryphäen untersucht und behandelt worden, ohne dass es zu einer Besserung kam. Ich riet zur teuren Kernspintomographie, nachdem im Energietest hartnäckig die Ampulle "Rückenmark" ansprach, woraufhin eine große Zyste entdeckt wurde, die zuvor im Computertomogramm übersehen worden war (einer Röntgenmethode, mit der Weichteile bekanntlich nicht gut dargestellt werden können). Nach der Operation der Rückenmarkszyste war die Patientin vollkommen beschwerdefrei. Kritiker vermögen solche Beispiele kaum zu überzeugen; sie werden als Ausnahmen abgetan, aber ich erlebe solche Beispiele fast täglich. Andere Therapeuten, die ähnlich arbeiten, berichten über vergleichbare Erfolge. Der erfahrene Elektroakupunktur- Zahnarzt Reinhold Fritz aus Stuttgart hat mir bestätigt, dass bei ihm in dreißig Jahren bis auf ganz wenige Ausnahmen EAV-Testung und späterer histologischer Befund der beherdeten Zähne übereinstimmten. Offenbar funktionieren Energietests am besten, wenn sie ohne den Stress einer Überprüfung des Testers durchgeführt werden.

Radiästhesie in der Geomantie
Ich möchte das medizinische Gebiet verlassen und komme zum Thema Erdstrahlen und zur Zuverlässigkeit von Pendel und Wünschelrute. Auch dazu habe ich verschiedene Versuche durchgeführt, An einem dieser Tests war ein Rutengänger beteiligt, der mit meiner Frau (ebenfalls Ärztin) und mir über Jahre hinweg hervorragend zusammengearbeitet hat. Wenn man seine Bettplatzskizzen, die er ohne Kenntnis der Krankheit des jeweiligen Patienten nach seiner Untersuchung anfertigte, mit der Krankheit des jeweiligen Patienten vergleicht, kommt es zu erstaunlichen Übereinstimmungen. Der Ort der maximalen Erdstrahlenbelastung deckt sich so gut wie in allen Fällen perfekt mit der jeweiligen Krankheit. Ein Beispiel: Die Ehefrau lag jahrzehntelang in dem rechten Bett (von oben betrachtet) und hat dort rechtsseitig Brustkrebs entwickelt - genau an der Stelle, wo sich das Globalgitternetz (grün), eine Bruchzone (rot) mit dem Rand eines Curry-Netzstreifens (gelb) und eine Wasserader (blau) kreuzen. Der Ehemann litt an rheumatischen Beschwerden und Migräne Mit diesem Rutengänger habe ich ein einfaches Experiment durchgeführt, das doppelblind angelegt war. Meine Arzthelferin hatte zuvor zehn Teströhrchen mit Milch gefüllt und zehn weitere mit einer hochgiftigen Laborflüssigkeit, die äußerlich von Milch nicht zu unterscheiden war. Die Nummerierung der Röhrchen war nur der Helferin bekannt, und zwei Röhrchen mit echter Beschriftung dienten als Referenz, mit dem sich der Rutengänger eichen konnte. Wir führten insgesamt drei Durchgänge durch, und das Ergebnis lag nur in Höhe der Ratewahrscheinlichkeit. Dies deckt sich auch mit dem Wünschelruten-Report von Hans-Dieter Betz und Herbert L. König, bei dem nur wenige wirklich versierte Rutengänger signifikante Ergebnisse erzielen konnten.

Scheinheilige und ehrliche Schlussfolgerungen
Ich habe drei grundsätzliche Reaktionen erlebt, wenn Menschen mit solchen Ergebnissen konfrontiert wurden: zwei scheinheilige und eine ehrliche. Die erste Gruppe besteht aus Feinden der Radiästhesie, meist nüchterne Rationalisten, die sich in ihrer Vermutung bestätigt sehen, dass "Dumme nie aussterben" und bei der Radiästhesie ausschließlich Scharlatane und Ignoranten am Werk seien. Sie übersehen dabei, dass unter den Radiästheten viele kluge, selbstkritische Geister zu finden sind, die ihre Arbeit oft uneigennützig verrichten und herausragende Ergebnisse erzielen. Erinnert sei an den katholischen Priester Abbé Mermet, der in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Pendel per Fernmutung auf einer Landkarte, die eine Tausende von Kilometern entfernte Insel darstellte, die genaue Brunnenbohrtiefe angeben konnte. Kritiker der Radiästhesie übersehen auch, dass Energietests für die Alternativmedizin unverzichtbar sind und erfahrungsgemäß häufig hervorragende Ergebnisse liefern. Die zweite Gruppe besteht aus einge- fleischten Anhängern der Radiästhesie, die jede Kritik vom Tisch wischen. Einige leiden an grandioser Selbstüberschätzung, da sie ihre Ergebnisse für den direkten Ausdruck göttlicher Wahrheit halten. Solchen Radiästheten empfehle ich einfache Doppelblindversuche, die zumindest bei der Wiederholung höchstwahrscheinlich ernüchternde Ergebnisse zeitigen. Oft bekomme ich dann zu hören, so einen "Quatsch" hätten sie nicht nötig usw. Vermutlich ahnen sie, welche Enttäuschung auf sie wartet. Die dritte Gruppe bejaht die Radiästhesie als vernünftiges Handwerkzeug, ist aber z. B. aufgrund der problematischen Doppelblindstudien bescheidener und selbstkritischer. Solche ehrlichen Tester fragen auch, warum radiästhetische Testergebnisse derart unterschiedlich ausfallen können. Dazu möchte ich einige Beobachtungen weitergeben, die ich an Hunderten von Teilnehmern unserer Seminare über "psychosomatische Energetik" gewonnen habe. Es handelt sich hierbei um praktische Erkenntnisse darüber, wie man als Radiästhet zuverlässige Testergebnisse erzielen kann.

Gute Voraussetzungen für Tests
Wer den eklatanten Unterschied zwischen der guten Praxiserfahrung mit Radiästhesie und deren schlechtem Abschneiden bei Doppelblindstudien untersucht, stößt als Hauptursache auf den Stress der Prüfungssituation. Jede innerlich unruhig machende Erwartungshaltung und jede Kritik von außen schwächen die Testfähigkeit enorm und führen zu Mentalstress (im EEG als "Alphablock" bezeichnet). Man sollte deshalb Situationen vermeiden, die zu solchen Zuständen führen. Dazu gehört das Testen von Familienangehörigen, bei denen die nötige innere Distanz fehlt, bei zu kritischen Zeitgenossen (deren ablehnende Haltung offenkundig ist) und bei innerer Unsicherheit des Testers. Um radiästhetisch gut arbeiten zu können, braucht man eine wohlwollende und entspannte innere Haltung, ebenso aber auch eine freundlich gesonnene Umgebung, die einen nicht zu stark unter Druck setzt. Man sollte sich beim Testen ganz auf das Testziel konzentrieren, damit man nicht durch die Flatterhaftigkeit der eigenen Gedanken irritiert wird, sich innerlich so gut wie möglich "leer machen" und wenn möglich nur "physikalisch" testen, das heißt mit Teströhrchen echter Substanzen und real vorhandenen Testobjekten. Je mehr man nachdenkt ("Wieviele Tropfen des Mittels x benötigt mein Patient?"), desto größer ist das Risiko von Fehlern, besonders bei Fernmutungen, die nur bei Könnern wie Abbé Mermet zu guten Ergebnissen führen. Außerdem sollte man grundsätzlich nur das testen, was auf anderen Wegen nicht oder nur mühsam erkannt werden kann. Es ist unsinnig, den Blutdruck statt mit einem Blutdruckmessapparat radiästhetisch zu messen. Wenn man seine radiästhetischen Ergebnisse schließlich beurteilt, sollte man auf jeden Fall Kontrollen einschalten, z. B. andere Tester um eine Nachkontrolle bitten, das Testergebnis mit den realen Beschwerden des Patienten vergleichen, keine unsinnigen Schlussfolgerungen ziehen usw. Doch die meiner Meinung nach wichtigste Grundregel der Radiästhesie besagt, dass der Tester energetisch so gesund und unblockiert wie möglich sein sollte. Bei unseren Seminaren erzielen jene Tester die besten Ergebnisse, die besonders gute Energiewerte (gemessen mit dem Reba®-Testgerät) und die wenigsten Blockaden aufweisen. Wer an einer schweren Blockade etwa durch Erdstrahlen leidet, kann solche Belastungen bei seinen Klienten erfahrungsgemäß kaum zuverlässig feststellen, denn entweder findet er zu viele Geopathien oder überhaupt keine. Tester sollten sich beispielsweise durch psychosomatische Energetik von eigenen Blockaden befreien, bevor sie radiästhetisch zu arbeiten beginnen.

Ausblick für die Zukunft
Die Radiästhesie boomt nicht von ungefähr, weil man auf anderen Wegen eben nicht an bestimmte wichtige Informationen herankommt wie: Leidet mein Klient an einer Erdstrahlenbelastung? Gibt es verborgene seelische Konflikte? Wird sein Körper durch Herderkrankungen geschwächt und durch welche? Alle diese wichtigen Fragen, die zur Heilung von Krankheiten wie auch zur Prophylaxe unentbehrlich sind, kann nur die Radiästhesie vernünftig beantworten. Gleichzeitig wächst das Konsumentenbewusstsein der Patienten, denn niemand möchte sein sauer verdientes Geld für Unsinn ausgeben und Scharlatanen aufsitzen. Es ist im Interesse der Therapeuten und Patienten ebenso wie der offiziellen Stellen, eine solide und zuverlässige Radiästhesie zu fördern und die Bedingungen für ihr Funktionieren beispielsweise mit Forschungsvorhaben genauer zu untersuchen.


Literatur:

Banis, Reimar: Durch Energieheilung zu neuem Leben, Via Nova Verlag Petersberg 2002

Banis, Ulrike: Erdstrahlen & Co., Haug, Heidelberg 2001

König, H. L., Betz, H. D.: Erdstrahlen? - Der Wünschelruten- Report - Wissenschaftlicher Untersuchungsbericht, München 1989

Prokop, Otto, und Wimmer, W.: Wünschelrute, Erdstrahlen, Radiästhesie, Ferdinand Enke Verlag, 3. Auflage, Stuttgart 1985.