Wie wir wahrnehmen
Lehrgang in Fortsetzungen, Teil 3: Der Umgang mit inneren Bildern
In der Geomantie begegnen wir anderen Wirklichkeiten, die sich nicht oder nur sehr eingeschränkt messtechnisch fassen lassen. Wir sind hier auf uns selbst zurückgeworfen: Wir können unserer Wahrnehmung trauen oder sie beiseite schieben - und einer anderen trauen. Wahrnehmung und Weltbild hängen direkt zusammen; nur selten sind wir bereit, unsere Wahrnehmung anders zu interpretieren. Auch in der Geomantie buhlen die scheinbar unterschiedlichsten Wahrnehmungsmethoden um Akzeptanz: Radiästhesie, Imagination, Intuition, Hellsichtigkeit, Empathie, Anwendung biokybernetischer Apparaturen usw. Diese Zugänge zu anderen Realitätsebenen sind rückführbar auf wenige "Wahrnehmungsmechanismen" unseres Gehirns, dem Substrat für unser Bewusstsein. In dieser Schulungsreihe nähern wir uns diesen Grundlagen an. Einführend erklärte Stefan Brönnle zunächst, wie unser Gehirn strukturiert ist und welche Wahrnehmungsfilter existieren. In der zweiten Folge stellte er die unterschiedlichen Wahrnehmungstypen vor und setzte mit einer Reihe von praktischen Übungen zur erweiterten Wahrnehmung fort. Anhand von Lesereinsendungen zu einer der Übungen zeigt er in dieser Ausgabe Möglichkeiten, wie wir lernen können, bei einer medialen Wahrnehmung assoziative Bildketten besser zu deuten.

Wie wir wahrnehmen
In der letzten Ausgabe dieses Wahrnehmungslehrgangs gab ich Ihnen eine kleine "Hausaufgabe", die darin bestand, über verschiedene Wahrnehmungskanäle ein Objekt wahrzunehmen, das sich hinter der Zahlenreihe
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verbirgt. Ich habe dazu viele Zuschriften erhalten und danke für die rege Beteiligung! Diese Zusendungen möchte ich nun nutzen, um zu erklären und Methoden vorzustellen, wie wir mit solchen Wahrnehmungen und deren Interpretationen umgehen können. Wie ich bereits in der letzten Folge erläutert habe, führt unser Bewusstsein unsere Wahrnehmungen zu "Wirklichkeitspaketen" von 2,9 Sekunden Dauer zusammen. Unser Gehirn nimmt rund 600 000 Informationseinheiten pro Sekunde auf, folglich stecken bis zu 1,8 Millionen Informationseinheiten in jedem Wirklichkeitspaket. Doch nur 5 bis 9 Einheiten werden uns davon als Wahrnehmung bewusst. Knapp 3 Sekunden später werden die primären Wahrnehmungen bereits miteinander verflochten, interpretiert, zerlegt, nach Wahrscheinlichkeit sortiert, vergessen oder treten als Dejavu-Erlebnis erneut ins Bewusstsein. Deshalb sind die meisten Wahrnehmungseindrücke bei "medialen Wahrnehmungen" symbolisch zu verstehen. Sie spiegeln unsere inneren Filter wider, die ich im ersten Teil dieses Lehrgangs beschrieben habe, also unsere Erfahrungen, Interessen und Abneigungen. Die "Symbolik" eines inneren Bildes kann sehr weit reichen. Bevor wir bewusst sehen oder hören, werden bestimmte Sinnesqualitäten ausgewählt. Diese vorbewusste, "präattentive" Aufmerksamkeit geht bis zum ersten Speichern einer Information jeder bewussten Wahrnehmung voraus. Die präattentive Aufmerksamkeit findet größtenteils unbewusst statt. Der Schritt von hier aus zur bewussten Wahrnehmung geschieht über die Fokussierung unserer Achtsamkeit. Dadurch fallen Unmengen an Informationen aus unserer bewussten Wahrnehmung heraus. Dennoch wirken die aufgenommenen Informationen auf der präattentiven Ebene in unserem körperlich-seelisch-geistigen System. Bereits in den ersten Sekundenbruchteilen der Fokussierung kommt es zur Erregung und Aktivierung eines Areals im Gehirn mit sensorischen bzw. motorischen Funktionen. Es baut sich eine "Spannung" auf, die sich z. B. als "dumpfes Gefühl" oder reflexartiges Zucken zeigt. Nehmen wir an, in einer medialen Wahrnehmung kommt es zur präattentiven Wahrnehmung des Worts "Torte". Dies setzt die Assoziationskette Torte - Kuchen - Braun - Tisch - Stuhl - Teppich - Wolle - Tau in Gang, die bis zum bewusst wahrgenommenen Wort "Seil" reichen kann.
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