Rad der Offenbarung

Ein Medizinrad im Wald

von Peter Friedrich Kettling erschienen in Hagia Chora 18/2004

Rad der Offenbarung
Im Rahmen einer geomantischen Projektarbeit legten Teilnehmer der "Magischen Spaziergänge" bei Hamburg ein indianisches Medizinrad an. Die traditionelle Vorgehensweise beim Bau des Rades wurde ergänzt von Erfahrungen aus radiästhetischen Untersuchungen alter Steinkreise. Das Rad wird nun zunehmend von Menschen aufgesucht, die hier meditieren und sich mit der Erde verbinden. Das "Rad der Offenbarung" ist eines der ältesten bekannten Medizinräder. Es besteht aus 20 Steinen, die in drei Kreisen um einen gegabelten Mittelpunkt, z.B. einen Baum gelegt und nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet werden. Jeder Stein symbolisiert darin eine definierte Kraft der Menschwerdung auf dem Weg zur Ganzheit. Der Kreis selbst steht als Sinnbild des Ganzen. Die Steine erzählen in ihrer Anordnung die Schöpfungsgeschichte des Universums. Über die Herkunft dieses Medizinrades ist wenig bekannt, gleichwohl wird von ihm gesagt, dass es das gesamte alte Wissen darstellt, eine Urreligion, aus der alle anderen Religionen entstanden sind. Sich im Medizinrad mit diesem alten Wissen zu verbinden, gibt Antworten, Trost und persönliche Medizin. Ich lernte das Anlegen und den Gebrauch des Medizinrades vor sechs Jahren bei Joachim Irmer in seinem Seminar "Kreis 1", in dem es um indianische Naturerfahrung geht. Danach suchte ich regelmäßig ein Medizinrad in der Nähe von Ratzeburg auf und erlebte es immer wieder als einen inspirierenden Ort. Leider kugelten einige Steine des Ratzeburger Rades immer wieder den nahegelegenen Abhang hinunter. So entstand der Wunsch, ein Medizinrad mit schwereren Steinen anzulegen. Das neue Rad sollte außerdem größer sein und von Hamburg aus in weniger als einer Stunde erreicht werden können. Während der Planung entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit mit dem Radiästheten Joachim Böttcher, der selbst alte Steinkreise in England besucht und untersucht hatte. Ich bat ihn, das geplante Projekt zu begleiten.

Ein starkes Modell
Wir begannen Berichte über Mutungen alter Steinkreise zu diskutieren und mussten bald feststellen, dass sie wenige Gemeinsamkeiten aufwiesen, aus denen sich bestimmte Vorgehens- oder Bauweisen ableiten ließen. Das war im Nachhinein betrachtet gut, denn so kamen wir in eine Stimmung absichtsloser Bereitschaft. Wir besannen uns aufs Ausprobieren und bereiteten das Projekt gut vor. Um eine geeignete Polung der Steine herauszufinden, bauten wir vorher ein Modell des Medizinrades aus 20 kleinen Steinen in Joachim Böttchers Wohnung auf. Am nächsten Morgen bemerkte er, dass die Katze ihren gewohnten Schlafplatz gewechselt hatte. Nach erneuter Mutung mit der Grifflängenrute KR 65 konnte er feststellen, dass das Strahlungsfeld einer Wasserader aus dem Steinkreis hinausgeschoben worden war. Wir einigten uns, das Medizinrad genau so anzulegen, wie wir es im Modell ausprobiert hatten. Ein Hügelrücken in einer Randzone der mischbewaldeten Moränenlandschaft bei Lütjensee erwies sich als der richtige Ort. Das Gebiet liegt rund 30 km nordöstlich von Hamburg und zählt geologisch zu den so genannten Nunataks, die in der letzten Eiszeit eisfrei geblieben sind. Der Platz übte seit der ersten Begegnung eine magische Anziehung auf mich aus. Er wirkt geborgen, ist unauffällig und leicht zu erreichen, und es gibt viele größere Findlinge in unmittelbarer Nähe. Die Wahl für einen passenden Termin fiel auf den 1. November 2003 (Allerheiligen, Samhain, Halloween).

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