Der Mensch ist der wichtigste Ort der Kraft

Radiästhesie im Spannungsfeld zwischen subjektivem Empfinden und Messbarkeit. Andrea Felder sprach mit Jörg Purner.

von Andrea Felder , Jörg Purner erschienen in Hagia Chora 18/2004

Im Rahmen seines Dissertationsthemas "Radiästhetische Untersuchungen an Kirchen und Kultstätten" hat sich Jörg Purner bereits vor über zwanzig Jahren wissenschaftlich fundiert mit der Radiästhesie auseinandergesetzt. Damit gingen für ihn zum einen ernüchternde Erfahrungen einher, zumindest vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet. Zum anderen hat er über die Radiästhesie einen Zugang zu seiner Wahrnehmungsfähigkeit für feine atmosphärische Nuancen und für normalerweise unsichtbare Wirklichkeiten entwickelt. Von diesem Weg berichtet nachvollziehbar sein Buch "Radiästhesie - ein Weg zum Licht?". In seinem jüngsten Buch "Im Zeichen der Wandlung" spielt die wissenschaftliche Überprüfbarkeit radiästhetischer Phänomene gar keine Rolle mehr. Purner berichtet vielmehr über "wesentliche Entwicklungsstufen und Erfahrungen, die nicht so recht ins Weltbild eines normalen’ und aufgeklärten’ Menschen unseres Kulturkreises passen".

Der Mensch ist der wichtigste Ort der Kraft
Andrea Felder: Ihre wissenschaftliche Beschäftigung mit der Radiästhesie hat das starke Spannungsfeld, in dem man sich bei der Untersuchung radiästhetischer Phänomene bewegt - Subjektivität und Messbarkeit -, deutlich aufgezeigt. Welche Wirklichkeit haben Sie dabei erfahren?

Jörg Purner: Beleuchtet man das Gebiet der Radiästhesie wissenschaftlich oder messtechnisch, so wird deutlich, dass sich das Phänomen der "Fühligkeit" nicht auf bestimmte physikalische Wirkungskomponenten zurückführen lässt, sondern lediglich im Sinn des Ausdrucks eines ortsabhängigen, subjektiven Reagierens nachweisbar ist. Wir haben dazu in den 70er-Jahren an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Rutengänger in Blind- und Doppelblindversuchen einen Raum nach gängigen radiästhetischen Zonen wie Gitternetzen, Wasseradern etc. ausloten lassen. Das Ergebnis war ernüchternd: Es gab praktisch keine Übereinstimmungen. Es konnte lediglich der wissenschaftliche Nachweis erbracht werden, dass es Menschen gibt, die in überzufälliger Weise fähig sind, ihre einmal gemuteten Zonen wiederzufinden. Darüber berichtet auch der Wünschelrutenreport (München 1989). Dabei ist zu erwähnen, dass sich derartige Zonen auch verändern können, so dass bereits der Anspruch, ein "Fühliger" müsse seine gemuteten Zonen wieder finden, zu hoch angesetzt sein kann.

Wodurch können sich diese Zonen verändern? Sprechen Sie damit Ihre Feststellung an, dass Störzonen von Menschen selbst verursacht werden können, wenn deren Lebensenergie-Verhältnisse gestört sind, wie Sie dies auch in Ihrem jüngsten Buch "Im Zeichen der Wandlung" anhand von Beispielen beschreiben?

Das ist einer der Aspekte. - Ein äußerst spannendes Thema, insbesondere deshalb, weil man inzwischen weiß und auch im wissenschaftlichen Zusammenhang anerkennt, dass sich im Untersuchungsergebnis und seiner Interpretation letztlich immer auch der Untersuchende, seine Sichtweise, Annahmen und Modellvorstellungen u. a. m. widerspiegeln. Ein Rutengänger verändert schon dadurch etwas im "feinstofflichen" Sinn, weil er durch seine Auffassung und Aufmerksamkeit dem anvisierten Phänomen gegenüber energetisch etwas in Gang setzt. Er beschwört damit "substanziell" etwas herauf, aktiviert in subtiler Weise eine Art Wirkungspotenzial. So ist mir bei Rutengängerkursen aufgefallen, dass sich Reaktionszonen im Lauf der Beschäftigung mit ihnen verstärken. Ich sehe in solchen intensiveren Manifestationen standortspezifischer Zonen ein psychodynamisches Phänomen. Ich konnte auch feststellen, dass Reaktionszonen allein schon dadurch auftreten können, weil ein Mutender die Auffassung vertritt, diese Zonen seien vorhanden.

Der Rutengänger projiziert seine Erwartungen also mental auf die von ihm untersuchte Zone und beeinflusst somit das Mutungsergebnis?

Ja, ortspezifische Reaktionszonen können lediglich im Sinn einer Mentalprojektion bestehen. Das ist allerdings nicht so zu verstehen, dass sich ein Rutengänger diese Zonen nur einbildet. Sie können unter Umständen auch einen anderen Rutengänger zu einem Rutenausschlag bewegen und damit "handfest" da sein. Wenn ein Fühliger auf so eine Zone aufmerksam gemacht wird, ist es für ihn sogar schwierig, auf diese Projektion nicht anzusprechen. Man kennt derartige Phänomene auch in der Psychologie. Ich demonstriere meinen Studenten derartige Wirkungszusammenhänge zum Beispiel dadurch, indem ich sie mit der Projektion eines Bildes konfrontiere, das nur als Gefüge aus dunklen und hellen Flächen besteht und ansonsten keinen Inhalt aufweist. Doch wenn ich die Frage stelle: "Sieht jemand den Hund?", ohne hinzuweisen, wo sich dieser befinden soll, sind immer einige Studenten dabei, die dies bejahen. Nach und nach bestätigen auch andere, den Hund zu sehen. Das Erstaunliche ist nun, dass ihn schließlich alle sehen, wenn ich darauf zeige, in welchem Bereich er sich befinden soll. Wenn wir uns schließlich alle einig sind, den Hund an einer bestimmten Stelle zu sehen, ist es Jahrpraktisch nicht mehr möglich, ihn wieder loszuwerden, also ihn nicht mehr zu sehen. Wir bewegen uns sozusagen im Bann des hineininterpretierten Inhalts, eines mental hervorgerufenen Phänomens. Einer ähnlichen Grundproblematik begegnen wir in der Radiästhesie, denn auch in einer radiästhetisch angezeigten "Störzone" kann ein derartiger Hund begraben sein. Der größte Teil der von Rutengängern aufgefundenen Phänomene wird in der Praxis nie auf ihre tatsächliche Existenz hin überprüft. Ja, sie sind zumeist auch gar nicht überprüfbar. Beispielsweise haben die meisten Rutengänger, die ihre Reaktionszone als "Wasserader" bezeichnen, noch nie nach Wasser gebohrt und damit überprüft, ob sie auf eine echte, physikalische Wasserader angesprochen haben. Im Rahmen der Mutung nach "Störzonen" wird so manche Rutenreaktion als Wasserader verkauft, wo im handfesten Sinne weit und breit keine Wasserader vorhanden ist. Im übrigen sind Wasseradern im Sinn der Definition eines "aderförmigen, geschlossenen Gerinnes im Untergrund" eher selten zu finden. Normalerweise bewegen sich unterirdische Wasserführungen in anderen Bahnen. Ist die Interpretation einer radiästhetisch ermittelten Zone aber einmal als "Wasserader" festgelegt, hat auch ein anderer Rutengänger kaum eine Chance, nicht ebenfalls darauf anzusprechen.

Kann diese Mentalprojektion auch unausgesprochen bleiben und dennoch das Ergebnis anderer Rutengänger beeinflussen?

Ja, auch ohne einen Hinweis auf so eine Zone können Rutengänger unter Umständen darauf ansprechen. Wir haben zu dieser Thematik seinerzeit auch entsprechende Versuchsreihen durchgeführt. Daraus wurde ersichtlich, dass es tatsächlich möglich ist, Standortenergien in Form von Mentalprojektionen so handfest zu installieren, dass sie wie normale (was immer man darunter versteht) Störzonen anmuten. Genaueres dazu findet sich in meinen Büchern. Auch durch die Nachahmung kann in dieser Hinsicht ein Wirkungspotenzial aktiviert werden. Dabei wird im psychodynamischen Sinn eine Art Feld aufgebaut, auf das ein Fühliger ansprechen kann. Ein anderes Beispiel dazu: Vor Jahren betrat ich einen Raum, den ich energetisch als extrem chaotisch und aufgewühlt empfand. Ich kannte den Raum von früher und hatte ihn als sehr harmonisch in Erinnerung. Auf meine Nachfrage hin, was in diesem Raum stattgefunden habe, teilte man mir mit, soeben wäre ein Rebirthing-Workshop zu Ende gegangen, bei dem sehr viel an Persönlichem der Teilnehmenden herausgekommen sei. In diesem Fall habe ich mich veranlasst gesehen, zu versuchen, die turbulenten Energien durch rituelle Maßnahmen in harmonische Bahnen zu lenken. Das Chaos hat sich daraufhin - auch für andere spürbar - aufgelöst.

Hat das mit einem Feldpotenzial im Sinn einer "ortsgebundenen Information" zu tun, worüber Sie auch in "Im Zeichen der Wandlung" schreiben und damit zu erklären versuchen, warum kein Zusammenhang zwischen Rutenausschlag und physikalischer Feldsituation nachgewiesen werden konnte?

Ortsabhängige Reaktionen in Form eines Rutenausschlags haben vielfach mit dieser subtilen Art eines Feldpotenzials zu tun und sind nicht auf physikalische Feldverhältnisse zurückzuführen. Der Ausschlag der Rute ist eine psychologisch-biologische Reaktion. Ein unmittelbarer Wirkungszusammenhang zwischen dem Rutenausschlag und einer bestimmten geophysikalischen Feldsituation konnte jedenfalls bis dato wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Diese Tatsache wird gerne von Rutengängern übersehen oder verdrängt, und die meisten sind fest davon überzeugt, mit ihren Rutenreaktionen Strahlungen anzuzeigen, die auch im physikalischen Sinn existieren, wenn auch sehr "feinstofflich". Diese postulierte feinstoffliche Strahlung, die man in der etablierten Physik nicht kennt und folglich als para-physikalisch einstuft, ist einer der Gründe, weshalb sich die meisten Wissenschaftler weigern, sich mit dem Phänomen Radiästhesie überhaupt auseinanderzusetzen.

Wie kann man den Zugang zu dieser Information verstehen, die Sie als Feldpotenzial in Form einer "ortsgebundenen Information" bezeichnen?

Wenn Sie zum Beispiel an einem Ort etwas Einmaliges empfinden, sich darüber freuen und dem Ort Bewusstseinsenergien der Dankbarkeit zukommen lassen, dann aktivieren Sie eine Art Feld. Das ist für Sie real, ein handfestes Erlebnis. Jemand, der nicht in Ihrer Stimmung und Empfänglichkeit ist, spürt vielleicht gar nichts. Ich halte Ihren ganz persönlichen Bezug zu diesen einmaligen Erlebnisinhalten und Erfahrungen für sehr wichtig und bedeutsam, auch wenn es sich selbstverständlich nicht in ein allgemeingültiges Schema pressen lässt. Fühligkeit ist immer etwas Subjektives. Die Unwiederholbarkeit ist charakteristisch dafür. Der Anspruch nach Reproduzierbarkeit wäre unrealistisch und letztlich weltfremd. Es hätte auch keinen Sinn, irgendeinen Augenblick Ihres Lebens reproduzieren zu wollen.

Dann kann auch ein Feldpotenzial, das durch Assoziationen negativ besetzt ist, einen Teufelskreis auslösen und zu einer Störzone werden, die Ursache für Schlaflosigkeit, Krankheit, Fehlleistungen usw. sein kann?

Das assoziative Wirkungspotenzial spielt eine ganz große Rolle. Schon allein, dass jemand glaubt, unter gestörten Standortverhältnissen zu leben, kann seine Befindlichkeit nachhaltig beeinflussen und zu einer Art von destruktiver Kettenreaktion führen. Möglicherweise sitzt diese Person in einer selbst geschaufelten Grube, die lediglich aus assoziativem Material besteht. So kann sich jemand schon dadurch bedrückt und unbehaglich fühlen, dass er bestimmte Objekte anschaut, weil sie in ihm negative Assoziationen hervorrufen. Wenn zum Beispiel der Schreibtisch vor Bergen von unerledigter Arbeit überquillt und Befürchtungen hochkommen, diese Menge nicht bewältigen zu können, so hat dieses assoziative Wirkungspotenzial konkrete Auswirkungen. Ebenso konkret sind die Auswirkungen eines freundlich gesprochenen Wortes, dessen Energie einen Raum wohltuend verändern und sich harmonisierend auf die darin befindlichen Personen auswirken kann. Dabei wird deutlich: Der wichtigste Ort der Kraft ist der Mensch. Das ist eine Tatsache, die von den meisten nicht erkannt oder zumindest unterschätzt wird.

Sie haben sich mit dem Anspruch der Wissenschaftlichkeit vor einem knappen Vierteljahrhundert mit Ihrer Dissertation "Radiästhetische Untersuchungen an Kirchen und Kultstätten" versucht, an ein wissenschaftlich schwer fassbares Thema anzunähern. Liest man Ihr jüngstes Buch "Im Zeichen der Wandlung", so ist unüberlesbar, dass Sie sich von diesem Anspruch sehr weit entfernt haben.

Nun, meine Forschungen und Erfahrungen haben mir eröffnet, dass es müßig ist, Radiästhesie auf physikalische Wirkungsmechanismen reduzieren zu wollen. Ja, Rutengänger "arbeiten" - vielfach unwissentlich - in und mit Dimensionen, die physikalisch nicht erreichbar sind. Das bedeutet freilich nicht, dass diese Dimensionen nicht existieren. Schon unser normaler Wahrnehmungshorizont weist Aspekte auf, die messtechnisch nicht fassbar sind. Naturwissenschaftliche Methoden gehen hier ins Leere. Es wäre absurd, die subtilen Formen der Wahrnehmung, wie sie im Rahmen der Radiästhesie beansprucht werden, über den wissenschaftlichen Kamm des Reduktionismus scheren zu wollen, dem der Zugang in diese "andere Wirklichkeit" schon aus erkenntnismethodischen Gründen heraus verwehrt ist. Trotzdem kann es natürlich sinnvoll sein, Radiästhesie naturwissenschaftlich zu beleuchten. Ich würde mir freilich von wissenschaftlicher Seite etwas mehr Toleranz und Verständnis jenen Phänomenen gegenüber erwarten, die subjektiver Natur sind. Man könnte als Wissenschaftler ja einfach gelten lassen, dass Subjektivität aus menschlicher Sicht nun einmal etwas Reales und Wirksames darstellt, und sich darin üben, selbst den Sinn für Ereignisse und Erfahrungen zu schärfen, die wissenschaftlich nicht erreichbar sind. Das Alltagsbewusstsein schaut nun einmal völlig anders aus als der Bewusstseinsspielraum der Naturwissenschaften. Niemand würde auf die Idee kommen, die Gehirnströme, die bei Schmerz oder Freude messbar sind, den gefühlten Erlebnissen von Schmerz und Freude gleichsetzen zu wollen. Doch die Wissenschaften bewegen sich Erfahrungen gegenüber vielfach in diesem Sinn, im Wahn, durch Messbarkeit alles begreifbar machen und erklären zu können, um schließlich jene Wirklichkeiten zunehmend als nicht existent zu erachten, die sie mit Hilfe ihrer Instrumente nicht nachweisen können. Dabei geht das Wesentliche verloren, nämlich die subjektive "Substanz" an Wahrnehmungsqualität und Erlebniswert. Dem Aufruf von Galileo Galilei, wonach das Messbare gemessen und das Unmessbare messbar gemacht werden soll, sind die Menschen Jahrhunderte hindurch bereitwillig gefolgt. Der Anspruch, Dinge quantitativ zu erfassen und zu beschreiben, durchzieht heute in selbstverständlicher Weise alle Lebensbereiche. Es ist heute sogar in unserer nach wie vor zur Wissenschaftsgläubigkeit neigenden Gesellschaft beinahe unmöglich geworden, Phänomene als Realität zu akzeptieren, welche die Kriterien der Messbarkeit nicht erfüllen und sich einer Beschreibung in Maß und Zahl entziehen. So ist es nicht verwunderlich, dass man nunmehr auch darum bemüht ist, jene Phänomene quantitativ in den Griff zu bekommen und auf messtechnisch erfassbare Kräfte zurückzuführen, die sich dem Menschen im Rahmen des Erfahrungsfelds "Orte der Kraft" erschließen. Ich halte es allerdings für höchst vermessen, als selbstverständlich vorauszusetzen, dass Wirkungen und Erfahrungen, die uns an Orten der Kraft zuteil werden können, mit Kräften im physikalischen Sinn im Zusammenhang stehen. Nur, weil dort unter Umständen z. B. eine magnetische Anomalie messbar ist, bedeutet dies nicht, dass daher die psychische Wirkung des Ortes herrührt. Ich bin selbst viele Jahre hindurch der Versuchung erlegen, die Wirksamkeit von so genannten Reaktionszonen ausschließlich auf Kräfte im Sinn physikalisch interpretierbarer Strahlungsfelder zurückführen zu wollen. Auch ich habe von einer "elektronischen Wünschelrute" geträumt, die den Rutengänger endlich durch eine zeitgemäße Methode ersetzen würde. Im Lauf der Jahre systematischer Erforschung von radiästhetischen Phänomenen sowohl in Form "krankmachender" als auch "heilsamer" Zonen musste ich allerdings erkennen, dass sich ein Ort der Kraft keineswegs durch besondere Strahlung oder besondere Kräfte im physikalischen Sinn von seiner Umgebung abheben muss, um wirksam zu sein.

Sind also sämtliche radiästhetischen Messmethoden ungeeignet für die Beurteilung einer Ortsqualität?

Ich finde schon den Ausdruck "radiästhetische Messmethode" ungeeignet, um die Tätigkeit eines Rutengängers richtig zu beschreiben. Man müsste vielmehr von "Mutungsmethode" sprechen, weil es um ein Erspüren und Aufspüren von etwas Unsichtbarem geht und nicht um ein Messen oder Maßnehmen nach dem üblichen naturwissenschaftlichen Gebrauch des Wortes "messen". Auch jene radiästhetischen Mutungsmethoden, bei denen Instrumente zum Einsatz kommen, die messtechnisch interpretierbar sind, wie etwa abstimmbare "Antennen", oder bei denen Einheiten verwendet werden, wie sie in der Physik gebräuchlich sind, sollten uns darüber nicht hinwegtäuschen.

Zu welchem Umgang mit dem Thema raten Sie nach diesen Erkenntnissen aus Ihren jahrelangen Forschungen?

Von der Verwissenschaftlichung der Radiästhesie halte ich nicht allzu viel. Es erscheint mir wichtiger, sich mit einer Weiterentwicklung der Fühligkeit, also der Sensibilisierung der Wahrnehmung zu beschäftigen. In radiästhetischen Forschungskreisen ist in dieser Hinsicht allerdings relativ wenig geschehen. Fast scheint es, als hätte Subjektivität etwas Anrüchiges an sich, und es sei eher angebracht, den Gebrauch wissenschaftlich anmutender Instrumente und Ausdrucksweisen zu fördern. So sind heutzutage Rutengänger gerne mit allerlei technischen Zauberkästchen unterwegs, mit denen man durch Zeigerausschläge, leuchtende Lämpchen oder Messkurven seine Kundschaft vom Vorhandensein einer Störzone zu überzeugen versucht. Ab einer gewissen Entwicklungsstufe der Sensibilität bedarf es aber keiner Instrumente mehr, um eine Aussage über die "Schwingungsqualität" eines Ortes machen zu können, weder in Form von Rute oder Pendel noch in Form physikalischer Messgeräte. Die Zeit erscheint mir reif für ein gewissermaßen freihändiges Muten. Diesen erweiterten Horizont der Fühligkeit haben sich aber bisher offenbar nur wenige erschlossen. Den meisten Rutengängern und Pendlern scheint es leichter von der Hand zu gehen, sich im Sinn der traditionellen und zu einem gewissen Grad etablierten Radiästhesie im Gleichschritt zu bewegen. Ganz allgemein würde ich dazu raten, auf dem Weg der Entwicklung radiästhetischer Fähigkeiten und subtilerer Formen der Wahrnehmung dem subjektiven Aspekt mehr Bedeutung beizumessen und die Ansprüche nach Objektivität nicht überzubewerten.

Herr Purner, vielen Dank für das Gespräch.