Licht, das aus der Erde kommt
In intuitiven Bildern drücken sich Ortsqualitäten aus
Die Geomantin und Landschaftsplanerin Dagmar Faust steht in dieser Ausgabe von Hagia Chora stellvertretend für viele künstlerische Amateure, die die Erfahrungen ihrer geomantischen Arbeit in Bildern ausdrücken. "Amateur" ist hier keineswegs abwertend -gemeint, sondern in der eigentlichen -Bedeutung des Worts: etwas aus Liebe zu einer Sache tun. Letztlich soll auch die Darstellung der "professionellen" Kunstwerke in dieser Ausgabe ermutigen, selbst ans Werk zu gehen, denn nichts kann so heilsam, reinigend und befreiend sein, wie der unmittelbare schöpferische Ausdruck. Erlebnisse an geomantisch starken Orten sind nicht immer angenehm, sie können das eigene Gleichgewicht emfpindlich -erschüttern oder ganze Weltbilder aus den Angeln heben. Umso wichtiger ist es, das -Erlebte nicht nur im Kopf zu bewegen, sondern ganz zu -inkarnieren. Der bildnerische Ausdruck kann dabei eine -große Hilfe sein, wie Dagmar Fausts Erlebnis in Quedlinburg eindrucksvoll zeigt.

Meine erste geomantische Seidenmalerei entstand nach einem Erlebnis im Wald, an einem überregionalen Ausatmungspunkt der Erde. Wir waren hier mit Freunden zusammengekommen, weil wir eine starke Blockade dieses Ortes wahrgenommen hatten. Während wir im Kreis standen und unsere Stimmen tönen ließen, spürte ich, wie an dem Ort etwas in Bewegung geriet. Es entstand ein derart intensiver Lichteindruck, dass ich ihn später einfach malen musste. Das Licht ging von einem bestimmten Punkt aus der Erde hervor und breitete sich zu einer Lichtkugel von gewaltigem Umfang aus. Wenn ich gefragt werde, warum ich geo-mantische Bilder male, kann ich nur antworten: Mein Herz freut sich an der Schöpfung! Mein Herz freut sich der Kräfte von Himmel und Erde, die Schöpfung bewirken. "Die Welt wird erst sichtbar, wo sie besungen wird, und wir werden erst glücklich, wenn wir mitsingen", heißt es in einer jüdischen Psalmauslegung. Diese Sätze treffen sehr gut, warum ich die mir geschenkten inneren Bilder darstelle: Ich besinge die Schöpfung, indem ich sie male.
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