Zerbrechliche Versöhnung

Naturkunst zwischen Traum und Wirklichkeit

von Martin Stützle erschienen in Hagia Chora 17/2003

Innere Bilder, die aus der Begegnung mit Menschen und -Orten entstehen, nennt der Schweizer Künstler Martin Stützle als Inspirationsquelle für seine flüchtigen Naturkunst-Installationen.

Die Barke als Metapher, Symbol für den Übergang in eine andere Welt, ist in meinen Arbeiten von zentraler Bedeutung. In verschiedensten Ausgestaltungen taucht sie immer wieder auf. Einer meiner Schwerpunkte sind bildhauerische Werke in Stein, doch darüber hinaus experimentiere ich mit Neugierde und großer Freude auch mit anderen Materialien und Techniken. So habe ich seit 1997 mit Textilien, vornehmlich mit Seide, und Bambus diverse Installationen in Europa und Asien realisiert. Es handelte sich dabei zum einen um Arbeiten auf Gewässern, teils schwimmend, teils auf kleinsten Inseln gebaut. Zum andern sind es "Windskulpturen" mit Stein, Holz und Textilien. Im Gegensatz zu Skulpturen, die dauerhaft sind und erst durch den Gang des Betrachters um das Werk ihre Bewegung erhalten, sind meinen Installationen Vergänglichkeit und Bewegung eigen. Sie sind - wie ein Konzert - an Ort und Zeit gebunden. Diese Arbeiten fanden zum größten Teil weit entfernt von der Zivilisation, in der "unberührten" Natur statt. In jüngerer Zeit begann ich mich mit dem urbanen und industriellen Umfeld auseinanderzusetzen. Die Bambus-Seide-Installation "Klangbarke" vom Mai 2003 realisierte ich in einer vom Menschen vollständig gestalteten "Landschaft": in den Rheinhäfen von Karlsruhe.

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