Jeder ist ein Künstler
Das Schöne als Herz des Wandels
Ein Zitat von Georges Diderot, dem großen Philosophen der Aufklärung, gab Holger Krüssmann den Anstoß zum Nachdenken über die gesellschaftliche Aufgabe von Kunst: Sie soll die Einheit in der Mannigfaltigkeit der Dinge bewusst machen. Wer dies konsequent realisiert, kann in der Welt Großes in -Bewegung setzen, wie sich an der Geschichte und dem Nachlass der beiden ungleichen Künstler Joseph Beuys und Hugo Kükelhaus zeigt.

Eines der großen Missverständnisse der letzten beiden Jahrhunderte bestand darin, die Philosophie der Aufklärung auf ihren mechanistischen, in der Folge rein technokratisch verstandenen Denkansatz zu reduzieren. Dieses Missverstehen war durchaus von Interessen geleitet, und es erwies sich nicht zuletzt als höchst hilfreich für die weltweite Implementierung des technisch-merkantilen Primats. Der Körper verkam zur Werkbank, die Erde zur Ressource, die Gesellschaft zum Markt - und für all das wurden zur Begründung und Rechtfertigung stets die Quellen von Rationalismus und Aufklärung herangezogen, und sei es auch für die tiefsten Entfremdungen und unmenschliche Gesellschaftsmodelle. Wenn wir heute - als Bewohnerinnen und Bewohner Mitteleuropas materiell vorläufig noch immer höchst privilegiert - vor einem Dilemma der psychischen, damit auch spirituellen Fragmentierungen stehen, könnte genau der eingangs zitierte Satz aus -Diderots Enzyklopädie dazu dienen, die zerteilte Sicht der Dinge wieder zusammenfügen.
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