Die unsichtbare Wirklichkeit

Was ein denkwürdiges Symposium aus dem Jahr 1988 mit diesem Heft zu tun hat

von Peter F. Strauss erschienen in Hagia Chora 17/2003

In Bayerns traditioneller Landwirtschaft kennt man die "Heimanderln" - etwa mannshohe, entastete Baumstämme, an deren verbleibenden Astansätzen das Heu zum Trocknen aufgehängt wurde. Als ich im Jahr 1983 diese Gerätschaften auf dem Hof meines Schwiegervaters entdeckte, animierten sie mich zu einer künstlerischen Gestaltung. Ich montierte unterschiedlichste Fundstücke an das Holz, wobei sich meist eine Kreuzform ergab, und stellte die Objekte im Freien auf, jeweils umgeben von einem kleinen Steinkreis. Für mich wurden sie zu Sakralobjekten - Totems mit verschiedenen Charakteren. Anders als bei meinen bisherigen Kunstobjekten drängte sich die Frage auf, wie ich für sie einen angemessenen Ort finden könnte - sie willkürlich irgendwo aufzustellen, erschien mir unmöglich. Diese Frage, was einen Sakralort in der Natur eigentlich ausmacht, war der Beginn meiner Beschäftigung mit Radiästhesie. Nachdem mir bewusst geworden war, dass ich mit Hilfe radiästhetischer Methoden "nicht-sichtbare" Strukturen im Inneren der Erde sichtbar machen konnte, erkannte ich auch die Chance, in den kunstgeschichtlichen Prozess eine neue Dimension einzubringen - die künstlerische Auseinandersetzung mit sinnlich nicht wahrnehmbaren energetischen Feldern, mit Strukturen des Erdorganismus, die wie ein Netzwerk den gesamten Planeten umspannen und auf Planzen, Tiere und Menschen bestimmte Wirkungen ausüben. Das Sichtbarmachen dieser unsichtbaren Strukturen kann man als Transformation der Aussage von Paul Klee verstehen, dass es Aufgabe der Kunst sei, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

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