Lyrischer Ausdruck,kritisches Engagement,transformative Aktion
Eine Einführung in umweltbezogene Kunst
Bei Herman Priganns Symposium "Ökologische Ästhetik" an der Akademie der Künste in Berlin lernten wir jüngst Tim Collins kennen, der dort sein faszinierendes künstlerisch-ökologisch-soziales Projekt "3 Rivers 2nd Nature" vorstellte (http://3r2n.cfa.cmu.edu/). In diesem Aufsatz gibt er einen Überblick über das lebendige, kulturell kreative Gebiet von Kunst, die sich dem ökologischen und sozialen Wandel verschrieben hat.

Wenn wir über Kunst sprechen, die insbesondere Beziehung zur Umwelt aufnimmt, müssen wir unsere Begriffe definieren. Das Wort "Kunst" für sich allein bezieht sich klassischerweise auf die Produktion eines Künstlers. Sie gewinnt ihre Berechtigung aus einer positiven Reaktion der institutionalisierten Kunstförderung sowie ihrer Wirkung auf den Betrachter und erfordert die intellektuelle oder materielle Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk. "Umwelt" bezieht sich auf das physische Phänomen und die Erfahrung des Lebens. Dies beinhaltet die von Menschen geschaffene "gebaute Umwelt", die bis vor kurzem noch als von der natürlichen Umwelt getrennt angesehen wurde. "Ökologie", die Wissenschaft von dynamischen, lebendigen Systemen, ist ein zentraler Aspekt unserer Diskussion. Der Umweltautor Ernest Callenbach beschreibt Ökologie als "das Studium von Mustern, Netzwerken, Gleichgewichten und Zyklen" (Callenbach 1998). Es ist kein Zufall, dass ökolgoisch bewusste Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand, als Künstler begannen, sich für die Ästhetik von Systemen zu interessieren. Hierzu später mehr. Im 21. Jahrhundert finden wir uns in einer Phase tiefgreifenden Wandels wieder.
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