Die Erde wandelt sich

von Marko Pogačnik erschienen in Hagia Chora 16/2003

In dieser Kolumne beschreibt der Geomant,Bildhauer und Erdheiler Marko Pogacnik seine Wahrnehmung der gegenwärtigen Erdwandlung. Diesmal spricht er von demuns aktiv unterweisenden Erdbewusstsein, das uns lehren möchte, die aggressiven Yang-Kräfte in innere Stärke umzuwandeln.

Heute gewinnt der Gedanke, dass die Erde ein Bewusstsein hat, zunehmend an Anerkennung. Doch leider gesteht man dabei dem Gaia-Bewusstsein eine ausschließlich passive Rolle zu. Aus dieser Perspektive scheint es, als ob die Erde als Organismus nicht anders als mit immer dramatischeren Katastrophen auf die Machenschaften der Menschen reagieren könne. Es ist unmöglich, den Prozess der Erdwandlung zu verstehen, wenn man nicht willens ist, das Gaia-Bewusstsein auch als aktives Bewusstsein anzuerkennen, das gegenüber dem Menschen eine lehrende Funktion innehat. Als Beispiel möchte ich auf die blitzschnelle weltweite Verbreitung des SARS-Virus hinweisen. Hat die rachsüchtige Natur damit endlich einen Weg gefunden, Menschen zu töten, gegenüber dem der Mensch machtlos ist? Oder zeigt sie uns damit, dass unser geradezu fanatisch mechanisiertes und digitalisiertes Bewusstsein der eigentlichen Kraft des Lebens gegenüber unendlich schwach ist? Möglicherweise handelt es sich um die klassische Geste einer Lehrerin, die durch Erfahrung lehrt und nicht durch logische Argumentation. Demnach dürfte man eigentlich nicht von der gegenwärtigen "Erdwandlung" sprechen, sondern von einer Phase des intensiven Umlernens. Es handelt sich um ein hochkarätiges "Schulungsprojekt", zu dem alle Stränge der an der Evolution der Erde Beteiligten eingeladen werden. Der Evangelist Johannes hat dies als "Offenbarung" bezeichnet. Ich möchte noch ein Beispiel für das aktiv lehrende Erdbewusstsein anführen: Es ist recht deprimierend, wenn wir heute dabei zusehen müssen, wie eine politische Elite weltweit aus egozentrischen Motiven heraus damit begonnen hat, die mit größter Mühe aufgebaute Weltordnung zu zerstören. Ich denke hier an den eigenmächtig begonnenen Irak-Krieg. Doch auch das kann als Lektion des Erdbewusstseins verstanden werden. Es zeigt uns, dass die bestehende Weltordnung nicht nach Maßstäben entstanden ist, die die Ganzheit des Lebens ehren, sondern die die Rechte vieler Wesenheiten missachten. Durch eine Übersteigerung ihrer Extreme werden nun die Mängel dieser Weltordnung offensichtlich. Bei den von mir angeführten Beispielen handelt es sich um die Probleme des überspitzten Yang. Die mächtige pharmazeutische Industrie, die machtlos einem winzigen Virus gegenübersteht, zeigt die Kehrseite einer starken Kriegsmaschine, die erfolgreich ein halb ausgehungertes Land erobert hat. In beiden Fällen geht es um ein Bewusstsein, das sich selbst nicht als einen Teil der Wirklichkeit sieht, auf die seine zerstörerische bzw. therapeutische Geste gerichtet ist. In beiden Fällen geht es um eine überspitzte Yang-Position, die den von vielen Wesenheiten angestrebten Ausgleich durch die Yin-Kraft gar nicht mehr zulassen kann. In einer so extremen Lage kann eine Wandlung nur dadurch geschehen, dass eine zunehmende Anzahl Menschen den Zusammenbruch der eigenen Yang-Systeme erfährt. Die Yin-Kräfte sollen nach vorne, in die Aktion treten. Der Yang-Aspekt zieht sich in den geschützten Rückenraum zurück, um sich durch Zusammenbruch und Wandlung wieder neu aufzubauen und zur inneren Stärke des Menschen zu werden. In Farben ausgedrückt, stellt das Yang als goldgelbe Säule das Rückgrat des Menschen dar. Durch seine Stille wird die tätige Rolle der Yin-Kräfte unterstützt, die nun durch die Farben Gün und Blau nach außen wirken. Um diese Wandlung zu unterstützen, biete ich eine Übung an: Erste Einatmung: Ziehen Sie den Atem aus der Breite des Universums in Ihren Kehlkopfbereich ein – Farbe Kristallweiß. Erste Ausatmung: Atmen Sie nach unten aus bis zum Boden des Beckens, wodurch die Yang-Säule neu aufgebaut wird – Farbe Goldgelb. Zweite Einatmung: Ziehen Sie den Atem aus der Tiefe des Herzzentrums nach oben – Farbe Grün. Zweite Ausatmung: Aus dem Herzzentrum wird die Kraft des Yin in den Raum vor Ihnen ausgeatmet – Farbe Blau usw.