Wie wir wahrnehmen
Lehrgang in Fortsetzungen
Die physischen Grundlagen unserer Wahrnehmung
In der Geomantie begegnen wir ständig anderen Wirklichkeiten - Wirklichkeiten, die sich nicht oder nur sehr eingeschränkt messtechnisch fassen lassen. Wir sind hier - wie selbstverständlich bei jeder anderen Wirklichkeitserfassung auch - auf uns selbst zurückgeworfen: Wir können unserer Wahrnehmung trauen oder sie beiseite schieben - und einer anderen trauen. Unsere Wahrnehmung und unser Weltbild - das Bild, das wir uns von der Welt machen - hängen so unmittelbar zusammen, dass wir uns nur selten darüber Gedanken machen, wie unsere Wahrnehmung auch anders interpretiert werden könnte. So stehen in der Geomantie oftmals die scheinbar unterschiedlichsten Wahrnehmungsmethoden einander gegenüber und buhlen um Akzeptanz: Radiästhesie, Imagination, Intuition, Hellsichtigkeit, Empathie, Anwendung biokybernetischer Apparaturen usw. All diese Zugänge zu anderen Realitätsebenen sind rückführbar auf wenige naturgegebene "Wahrnehmungsmechanismen" unseres Bewusstseins. In einer Schulungsreihe, in die dieser Artikel einführt, wollen wir uns diesen Grundlagen annähern. Ihr Verständnis versöhnt scheinbar unvereinbare Wahrnehmungsmethoden und die daraus folgenden Weltbilder miteinander, schult unsere Sinne und macht sie zu ausgebildeten Werkzeugen der Wirklichkeitserfassung - und hilft nicht zuletzt, allzu gewagte Interpretationen unserer Wahrnehmung zu vermeiden.

Meine Beschäftigung mit Wahrnehmungsvorgängen beruht nicht zuletzt auf der mich immer wieder herausfordernden Frage: "Was ist Wirklichkeit?" Ist Wirklichkeit tatsächlich etwas Festes, Einmaliges, Unveränderbares? Gibt es gar mehrere Wirklichkeiten oder nur verschiedene Wirklichkeitsebenen? Oder ist Wirklichkeit an sich vielmehr etwas stetig Werdendes, das in jeder Sekunde unserer Existenz neu geboren wird? Obwohl derlei philosophische Fragen nicht Inhalt dieser Schulungsreihe sein sollen, werden sie dennoch als Basis meiner Fragestellung "Was ist Wahrnehmung, und wie funktioniert sie?" immer wieder aus dem Dunkel emportauchen wie kleine Kobolde, die sich nur verstecken, um eben dadurch wahrgenommen zu werden. Die Wahrnehmung ist sozusagen unser Wirklichkeitskanal, unser Zugang, der uns mit dem (scheinbaren) Außen verbindet, unser Interpretationsinstrument. Ja, nicht zuletzt ist unsere Wahrnehmung unsere einzige Möglichkeit, über unsere Existenz an sich klar zu werden. Descartes formulierte: "Ich denke, also bin ich." Wenn ich hier die Vermessenheit haben darf, diesen Ausspruch zu interpretieren, so frage ich nach: "Woher weiß ich, dass ich denke?" In mir taucht eine Antwort aus den Tiefen meines Bewusstseins auf, die mir simpel und doch existenziell erscheint: "Weil ich wahrnehme, dass ich denke." So ließe sich für mich der Satz abändern in: "Ich nehme wahr, dass ich denke - also bin ich."
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