Höchste Seilkunst

Die Entschlüsselung der mittelalterlichen Stadtplanung

von Klaus Humpert , Martin Schenk erschienen in Hagia Chora 16/2003

Unsere Forschungsarbeit beschäftigt sich mit mittelalterlichen Gründungsstädten des 11. bis 13. Jahrhunderts. Die allgemeine Vorstellung verbindet mit der mittelalterlichen Stadt eigentlich keine gegründete bzw. geplante Stadt, vielmehr wird immer der wenig griffige, dafür mit positiven Bildern besetzte Begriff der "gewachsenen Stadt" verwendet. Auf der einen Seite sind Gründungsdatum und Gründer genau bekannt, andererseits ist man kaum bereit, eine Gründungsplanung und größere städtebauliche Systematik zu akzeptieren.

Stadtgründungsepochenin Deutschland

Stadtgründungsepochen sind in der Regel keine Katastrophenzeiten. Es sind, im Gegenteil, Zeiten, in denen die auf dem Land nicht mehr unterzubringenden Bevölkerungszuwächse nach neuen Konditionen suchen. Das Umland muss die Menschen freigeben, und, was genauso wichtig ist, das Land muss eine solche Produktivität an Nahrungsmitteln aufweisen, dass die Gruppe der Städter mit ernährt werden kann. Die frühesten Städte auf deutschem Boden sind die keltischen Oppida, die schon stadtähnliche Strukturen aufweisen.

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