Auf dem Weg zur Geomantie
Aus dem Leben einer Stadtplanerin
Der Blick durch die Oberfläche in tiefere Schichten der Realität kann Zusammenhänge enthüllen, die am besten mit den Mitteln der Geomantie beschrieben werden. Christiane Wrage skizziert Stationen ihres persönlichen Wegs als Stadt- und Regionalplanerin. Auf der Suche nach Alternativen zum üblichen Bau- und Planungsgeschehen kam sie zur Geomantie.

Rückblickend kommt es mir vor wie ein Wechselspiel zwischen scheinbar gegensätzlichen Polen: Innen und Außen, Individuum und Gesellschaft, Theorie und Praxis. Alles war wichtig und richtig - auch das, was ich hier auslassen will und muss. Es war schwierig, einen Einstieg in diese Darstellung meines persönlichen Werde-Gangs zu finden. Den Leitfaden dazu erhielt ich beim Umwandern eines Sees, indem ich Analogien dazu entdeckte. Was ist geworden? Was ist gegangen? Eine Schautafel zeigte ein Krabbeltier mit vibrierenden Tentakeln in alle Richtungen. An der Wasserkante dümpelten Holzstäbe vor sich hin - auf den ersten Blick chaotisch, auf den zweiten in wunderbarer Ordnung. Und überall alte und knorrige Baumstämme, die ins Wasser ragten, um von hier aus erneut in die Höhe zu schießen. Das unermüdliche Zeichnen ein und desselben alten Hauses gegenüber unserem Grundstück war der Beginn meiner "Baukarriere". Denn daraus wurde geschlossen, ich müsste Bauzeichnerin werden. Die Ideen flossen noch geradewegs über die Hand vom Kopf aufs Papier. Erst vor kurzem erfuhr ich, dass dem entsprechenden Gebäude gerade dadurch eine Art Segen widerfahren kann. Alte Bauzeichnungen entstanden durch einfachste Mittel und Techniken und würdigten selbst das kleinste Detail. Sie verwiesen auf handwerkliche Glanzleistungen und stellten wiederum selbst solche dar. Wenn ich auch beim Stöbern darauf stieß, lag es dennoch fern, die Alten für die besseren Baumeister zu halten.
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