Harmonische Urgestalten
Archetypische Architektur und Ortsplanung
Was sind die Kennzeichen einer harmonischen Architektur? Und wie unterstützt eine harmonische Architektur die Geomantie eines Ortes? Der Architekt Theodor Henzler analysiert den Siedlungs- und Städtebau und entdeckt einige elementare Grundprinzipien, auf denen eine Praxis der "archetypischen Architektur" aufbauen könnte.

An Berggipfeln, auffallenden Felsformationen, Quellen und anderen besonderen Naturformationen spüren wir besondere Kräfte der Erde. So liegt auch die Vorstellung nahe, dass der Mensch durch bestimmte Formen Kraftorte beeinflussen kann. Durch geeignete "Steinsetzungen und Rituale" - so könnte man Architektur elementar bezeichnen - werden Energien gebündelt, verstärkt oder auch neu erzeugt. Daraus erwächst die Aufgabe des Planers. Heute sind wir in der Auswahlmöglichkeit der Grundstücke nach geomantischen Gesichtspunkten sehr eingeschränkt. Im so genannten Außenbereich ist das Bauen fast unmöglich, und die Bauflächen werden weitgehend nach organisatorischen Gesichtspunkten eingeteilt. Sensible Architekten werden ihre Planbereiche dennoch geomantisch untersuchen lassen und die noch vorhandenen Einflussmöglichkeiten zur Nutzung des natürlichen Potenzials des Ortes ausschöpfen. Die Hauptaufgabe des Architekten wird darin bestehen, durch Formgebung Kraftplätze zu verstärken oder neu zu schaffen. Dieser Ansatz ist dann der Einstieg in eine archetypische Architektur. Aus manchen Hochkulturen sind uns entsprechende Traditionen überliefert, wie Feng Shui oder Vaastu, aber auch in unserem Kulturraum steckt viel Wissen, das vielleicht irgendwo in unseren Zellen gespeichert ist und durch wissenschaftliche Arbeit an den alten archetypischen Gestaltstrukturen und Texten wieder bewusst gemacht werden kann. Im Folgenden stelle ich beispielhaft einige solche alten Erkenntnisse sowie eigene Erfahrungen als Architekt und Planer dar.
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