Mensch und Ort vereinen

Die Ökosiedlung Wennigsen - Geschichte einer geomantischen Begleitung

von Birgit Tali Menne , Johanna Markl erschienen in Hagia Chora 16/2003

Wie setzt man die Geomantie bei der Planung von Häusern, Landschaften und Siedlungen ein, und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den anderen Planbeteiligten und mit den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern? Johanna Markl und Birgit Tali Menne zeigen eine gelungene Lösung am Beispiel der Ökosiedlung Wennigsen, die sie vom Beginn der Planung bis zur endültigen Fertigstellung betreut haben und bis heute begleiten.

Ein wichtiger Grundsatz in der Geomantie ist für uns, die Erde als lebendes Wesen zu betrachten: dass die Erde genauso wie wir Menschen auch einen Körper, eine Seele und einen Geist hat. Sie ist nicht tote Materie, ein Stück Fels mit Feuer in der Mitte, mit dem man beliebig umgehen kann, sondern ein durchgeistigtes, beseeltes Lebewesen, mit dem wir in Austausch stehen. Und die Erde steht genauso mit uns in Austausch, so dass wir in Kommunikation treten können. In unserer Arbeit bemühen wir uns, über Ökologie und Geobiologie hinaus auch die geistig-seelischen Dimensionen von Landschaft und Häusern zu berücksichtigen. Die geomantische Planung geht von der einzigartigen Qualität eines Ortes aus, und entsprechend erfolgt die Bebauung und Gartengestaltung, wobei die Bewohner und ihre Interessen einbezogen werden. Es ist die Verbindung der Menschen vor Ort mit dem Haus und der Erde, die gestaltet wird. Dies ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, weil viele Menschen die Beziehung zur Erde verloren haben, Bauen nur noch auf einer materiellen Ebene wahrgenommen wird und die geistig-seelischen Dimensionen als unsichtbar und/oder nicht existent begriffen werden. Ein solcher Planungsprozess bezieht immer mehrere Disziplinen und Dimensionen ein, die jeweils unterschiedliche Herangehensweisen erfordern - und damit kommen auch unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Gleichzeitig stehen alle Ebenen miteinander in Verbindung und müssen im Planungsprozess berücksichtigt werden. Ein solcher Prozess stellt für uns einen Heilungs- oder Wandlungsprozess dar, in dem die Verbindung und Bindung zwischen den Menschen und dem Ort geschaffen wird. Dass dies eine Akzeptanz und ein Sich-Einlassen der Planenden wie der zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner erfordert, was nicht von vornherein gegeben ist, zeigt die Problematik einer geomantischen Baubegleitung. In Wennigsen wird jedoch nun sichtbar, welch spürbaren Erfolg und welche Ausstrahlung die neue Siedlung für die Region hat.

Anfänge der Ökosiedlung Wennigsen

Im Zentrum dieses Berichts wird die geomantische Baubegleitung und Entwicklung der Ökosiedlung Wennigsen stehen, ohne dass wir zu sehr auf die zahlreichen Details der Bauberatung und der geobiologischen Untersuchungen sowie der Geomantie der Region eingehen. Die Anfänge der Ökosiedlung liegen fast ein Jahrzehnt zurück. Die Initiative für dieses Projekt startete im Jahr 1994, als sich eine Gruppe von an einer Ökosiedlung interessierten Menschen zusammengefunden hatte, die einen passenden Bauplatz suchten. Anlass für die Beauftragung unseres Instituts für Geomantie war die persönliche Begegnung der Initiatorin und späteren Baumanagerin der Ökosiedlung Maria Dunkel mit Johanna Markl in einem von Johanna Markl geleiteten Geomantiekurs vor mehr als 10 Jahren. Über diese Erfahrung sagt Maria Dunkel: "Ich bin selbst eher skeptisch und nicht vertrauensselig. Es war enorm, was ich in dem Workshop selber fühlen konnte. Johanna war sehr authentisch, und ich konnte viel Vertrauen fassen, so dass ich wusste, wenn ich mal etwas baue, dann nur unter Einbeziehung der Geomantie und ganz klar mit Johanna, weil da ein gutes Gefühl war." Das Anliegen der Initiatorinnen, über den ökologischen Ansatz hinaus die Geomantie einzubeziehen, scheiterte im ersten Anlauf an Widerständen in der Gruppe. Zunächst wurde das Argument der Kosten vorgeschoben. Auch als nur diejenigen, welche die geomantische Untersuchung wünschten, für die Finanzierung aufkommen wollten, gab es noch Widerstände der anderen, auch aus Misstrauen gegenüber einer nicht-sichtbaren Realität. Schließlich löste sich das Vorgängerprojekt auf und schrumpfte auf zwei Personen. Von da an war für Maria Dunkel klar, dass sie auf jeden Fall ohne weitere Gruppendiskussionen von Anfang an die Geomantie einbeziehen würde.
Vor diesem Hintergrund wurden wir als Institut für Geomantie Partner für das ökologische Bauprojekt, für das schließlich in Wennigsen bei Hannover ein Grundstück gefunden wurde. Auf einer 20000 Quadratmeter großen Fläche sollten 30 Häuser und Wohnungen in ökologischer Bauweise entstehen. Die kinderfreundliche und kommunikative Gestaltung zeigte sich in einem zentralen Bereich mit Gemeinschaftshaus, Wiese und Spielplatz. Für das gesamte Gelände, die Gemeinschaftsbereiche und die Bebauung gab es eine einheitliche Planung von Architekten und Landschaftsplanerinnen. Die Gestaltung der individuellen Häuser und Grundrisse war Sache der Hauseigentümer.

Erste Baugebietserkundungen

Die zukünftige Ökosiedlung ist ein Teil eines größeren, als Baugebiet vorgesehenen Grundstücks namens "Langes Feld", das zur Zeit der ersten Baugebietserkundung im März 1996 ein riesiger Acker war. Die erste Frage, die sich bei einer solchen Arbeit stellt, ist selbstverständlich diejenige, ob sich das gewählte Grundstück überhaupt für eine Wohnbebauung eignet, ob es ein Gebiet ist, auf dem Menschen gut und in Harmonie mit den Kräften des Ortes leben können, oder ob es - aus welchem Grund auch immer - für Menschen schwächend und kräftezehrend ist. Bei unserer ersten Baugebietserkundung stellten wir fest, dass sich das Grundstück für eine Wohnbebauung sehr gut eignet. Die Bovismeter-Untersuchung ergab, dass die Lebensschwingung dieses Gebiets für Menschen ausgesprochen positiv ist, es fördert die Gesundheit. Sie bewegt sich in einem Messbereich, der die physische Kraft unterstützt, das körperliche Wohlbefinden und Gleichgewicht fördert und weder zuviel Kraft aufbaut noch kräftezehrend ist. Der zweite Schritt war, zu untersuchen, welche natürlichen Strahlungsfelder ("Erdstrahlen") vorhanden sind, die bei einer Bebauung berücksichtigt werden müssen. Die grobe radiästhetische Baugebietserkundung konzentrierte sich auf die Strukturen, die großräumig sind und die die Bebauung am meisten beeinflussen. Zum Glück wurden keine unterirdischen Wasserführungen, Verwerfungen oder Risse im Untergrund festgestellt. Menschen sind "Strahlungsflüchter", d.h. sie benötigen einen möglichst neutralen Wohnort und insbesondere einen Schlafplatz, der frei von künstlicher wie natürlicher Störstrahlung ist. Bei dieser ersten Begutachtung des Siedlungsplatzes stellte sich heraus, dass es keinerlei große, den Menschen beeinträchtigende Einflüsse natürlicher Strahlung gibt, und auch keine Strukturen vorhanden sind, die zum Lebensorganismus der Erde gehören, die durch eine Bebauung blockiert werden könnten. Nicht nur das Grundstück selbst, sondern auch sein Zusammenhang mit dem Gesamtgebiet und der weiteren Umgebung sind von geomantischer Bedeutung. Das Gebiet ist im Norden des Deisters (Gebirgskamm bei Hannover) gelegen und war ursprünglich eine Senke, die mit Lössboden, dem Staub der Eiszeit, aufgefüllt wurde. Es ist ein fruchtbares Gebiet und stellt zudem eine Wasserscheide dar. Im Gegensatz zu anderen Teilen des Deisters sind in Wennigsen keine größeren unterirdischen Wasserkreuzungen vorhanden, es liegt wie in einer "Blase", die ganz ruhig ist. So ist es ein gutes Gebiet, um sich dort niederzulassen und in Ruhe zu leben, ohne größeren Aufregungen unterworfen zu sein. Das Gebiet liegt, von Hügeln und Bergen umgeben, "im Schatten". Es wird im Norden durch den Stemmer Berg, im Osten und Westen durch Hügel, im Süden durch den Deister geschützt. Wennigsen war von vorneherein ein Ort, der sich durch Ruhe und Beschaulichkeit auszeichnet und den Boden dafür bietet, dass sich etwas ohne großes Aufsehen ganz gemächlich entwickeln kann, was den dort Lebenden zu "Reichtum" und einem ruhigen Wohlleben verhilft. Und trotzdem ist es durch die Nähe zum Deister oder auch zu Hannover möglich, Kontakt zu sehr viel mehr anregenden und fördernden Energiestrukturen zu haben.

Kontakt zur Geistseele des Ortes

Ein Haus- und Siedlungsbau ist ein starker Eingriff in die Erde, in die Natur. In früheren Zeiten haben geomantische (Bau-)Rituale dazu gedient, den Ort zu versöhnen. Die Erde, der Ort, ist ernstzunehmen und bei einem so starken Eingriff um Erlaubnis für die Bebauung zu fragen. Dies unterscheidet Geomantie am deutlichsten von heutzutage üblicher Planung: sich nicht über die Erde zu stellen, sondern mit der Erde gemeinsam etwas zu entwickeln, ein Geben und Nehmen. Geomantie ist eine Erfahrungswissenschaft, in der das persönliche Erleben und der persönliche Kontakt zum Ort unumgänglich sind. Jegliche Technik und alle Modelle bleiben Kopfgeburten, unwirksam oder etwas Übergestülptes, wenn diese Verbindung mit den Kräften des Ortes nicht vorhanden ist. Dieses In-Kontakt-Treten mit der Erde ist ein Bereich, der sich auf einer für die meisten Menschen unsichtbaren Ebene abspielt. Es ist eine Fähigkeit, die in alten Kulturen in Trance durch Schamanen und Schamaninnen angewendet wurde. Heutzutage sind Geomantinnen und Geomanten Mittler zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt, aber auch Mittler zwischen diesen Welten und den Menschen. Dies beinhaltet die Arbeit mit Menschen, ihre Wahrnehmungen ernstzunehmen und zu schulen, damit sie selbst wieder die Verbindung mit dem Land, den eigenen Wurzeln und Ahnen erneuern können. Johanna Markl sagt dazu: "Geomantie ist mehr, als eine Untersuchung zu machen und dann den Leuten einen Plan vorzulegen. Je mehr die Menschen einbezogen und aktiv werden, um so besser klappt es. Sie müssen sich darauf einlassen, dass der Ort ein ernstzunehmendes Gegenüber ist, sonst kannst du nicht mit den Kräften sprechen. Aufgabe des Geomanten/der Geomantin ist es, den Kontakt zu machen, das Tor zu öffnen, durch das andere in Resonanz mit dem Ort kommen können. Dieses Tor-Öffnen ist, wie wenn lose zusammenhängende Fäden wieder auf beiden Seiten zusammengebracht werden, wie wenn ich in die Luft greife und die Fäden in einem Seil zusammenbringe. Durch meine eigene Resonanz mit dem Ort und seinen Kräften baue ich einen Resonanzraum auf, in dem auch andere in Resonanz kommen können. Dieses Tor-Öffnen ist etwas, was ich an dem Ort mache, und es ist nicht auf eine spezielle Stelle begrenzt. Dann geht es darum, in den Menschen, die sich als Verantwortliche erklären, ein Tor zu öffnen und ihnen Möglichkeiten zu geben, wie sie selber wahrnehmen und aktiv werden können. Für Planer und andere, die mit Geomantie nichts zu tun haben, muss es auch sprachlich so übersetzt werden, dass sie es akzeptieren und in ihre Planung einbauen können." Am Anfang stand deswegen die Kontaktaufnahme mit der "GeistSeele" des Ortes. Im Kontakt mit der Erde galt es zu erkunden, ob dieser Ort offen für eine Bebauung ist, und dem Ort bzw. der GeistSeele des Ortes anzukündigen, dass dort eine Siedlung entstehen sollte. Dies geschieht selbstverständlich am besten durch die Menschen, die dort wohnen werden. Johanna Markl sprach daher mit der Projektinitiatorin Maria Dunkel darüber, wie sie sich mit diesem Gebiet, mit der Erde als Person in Verbindung setzen kann. Sie erinnert sich an diesen Prozess: "Am Anfang hat Johanna gesagt, ich solle mit dem Grundstück reden, weil es gar nicht wisse, was hier passiert, dass hier anstelle der Nutzpflanzen Kinder wachsen und Menschen wohnen würden. Am Beispiel der Kindergeschichte des Maulwurfs Grabowski, der von einem Bagger besucht‘ wird, wurde mir deutlich, dass den Wesen des Ortes mitgeteilt werden muss, was hier passiert. Auch die Erschließungsarbeiten und den Baubeginn habe ich ihnen mitgeteilt. Ich hatte zuvor gedacht, das lasse ich Johanna machen. Mit dem Grundstück selbst zu reden‘ hieß für mich, mehr Verantwortung zu übernehmen - kann ich das überhaupt? Als ich es dann gemacht habe, war es schön. Ich bin immer wieder zum Grundstück gegangen und habe vom Fortschritt der Verhandlungen und der Bauplanung erzählt, auch von meinen Problemen und Schwierigkeiten. Meine damals 2-jährige Tochter Gina wollte gerne mitgehen und hat für das Grundstück immer kleine Geschenke mitgebracht. Das tut sie noch heute - es gibt einen besonderen, schönen Platz im Garten, an dem sie oft etwas Nettes für die Geister mitbringt. Sie war immer sehr einverstanden mit der Siedlung und hat mich in Ruhe daran arbeiten lassen, auch wenn es um organisatorische Dinge ging."
Dieser Kontakt zum Ort besteht bis heute und geschah im permanenten Austausch mit Johanna Markl.

Die radiästhetische Untersuchung

Für den Bebauungsplan führten wir eine genauere radiästhetische Untersuchung durch, wobei für die Planung in diesem Stadium relevante Strukturen festgelegt und eingezeichnet wurden. Wir haben uns auf die relevanten Strukturen beschränkt, denn die Fläche, die es radiästhetisch abzugehen und in Pläne einzuzeichnen galt, ist mit rund 200 Metern Länge von Osten bis Westen und über 100 Metern Breite sehr groß. Schließlich haben wir hauptsächlich die Doppelzonen des Globalnetzgitters festgelegt. Dieses Globalnetzgitter ist eine Schwingungsebene der Materie, die auf der ganzen Welt wahrgenommen wird und vermutlich zur Grundstrahlung der Erde gehört. Vor allem die Kreuzungen der Doppelstreifen gelten als Energiestrukturen, welche die Funktionen des Lebens beeinträchtigen, so dass sie bei einer Bebauung besonders berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig ist es so, dass diese Netze nicht ganz so geradlinig sind, wie wir sie in den Plan eingezeichnet haben. Sie werden verschiedentlich beeinflusst, z.B. durch Wind, Sonne, die Mondstellung, aber auch durch Bebauung. Deswegen haben wir auch nicht die kleineren Streifen des Globalnetzes festgelegt, die hier etwa im Abstand von 1,80 auf 2,10 Meter verlaufen. Bei dieser Untersuchung hat sich eine weitere sehr interessante Energiestruktur herausgestellt, die wir als "Seelenweg" bezeichnen. Der Seelenweg könnte als eine Energieführung beschrieben werden, die von Menschen geschaffen wurde und die mit einer ursprünglichen sakralen Gliederung des Landes zu tun hat. Häufig werden Orte miteinander verbunden, auf denen die Seelen der Verstorbenen, der Ahnen, die Ahnenkräfte, aber auch Kräfte des Landes unterwegs sind. Zum Teil sind diese Seelenwege absichtlich angelegt worden, weil sie auch Kirchen und Friedhöfe miteinander verbinden. Solche unsichtbaren Strukturen sollten nicht bebaut oder anderweitig blockiert werden, um auch einen Austausch der Menschen mit jenen Kräften zu ermöglichen, wenn sie dies möchten. Eine Blockade kann bedeuten, dass - einfach gesagt - ein Energiestau entstehen kann. Es ist ein Ort, auf dem feinfühligere Menschen Geistwesen wahrnehmen können. Aufgrund dieser Entdeckung wurde der Bebauungsplan so geändert, dass nun kein Haus darauf steht. Die Struktur des Seelenwegs ist über einen Meter breit, und uns scheint es so zu sein, dass sie als Teil der mythischen Landschaft von Menschen geschaffen wurde. Im Herbst 1996 fand eine Besprechung mit Maria Dunkel, dem Architekten und einer Landschaftsplanerin statt. Ausgehend von den nach der radiästhetischen Untersuchung geänderten Plänen wurde die energetische Gestaltung der Siedlung beraten. Anschließend wurden auch die Pläne zur Gestaltung des Raums nach diesen Gesichtspunkten überarbeitet. In der Freiraumplanung sind eine Fülle von Ideen auch durch Mitarbeit der zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner entstanden. Daran anschließend wurde in Hannover eine Informationsveranstaltung für die Siedlungsinteressierten durchgeführt, bei der Johanna Markl die Ergebnisse der geomantischen Untersuchung und ihre Empfehlungen vermittelte. Es entstand auch eine Diskussion um die Wirkung des Seelenwegs und den Umgang mit Tod und Toten: Was bedeutet es, wenn ich in der Nähe eines Seelenwegs wohne? In dem ursprünglichen Planungsentwurf (siehe Plan oben links) sieht man von oben eine schnurgerade Schneise vom Parkplatz kommen, die unten auf einen Kinderspielplatz trifft. Dies hätte bei der Realisierung z.B. bedeutet, dass die aus dem gesamten oberen Gebiet heraus kanalisierte massive Energie ungebremst und schnell in die Mitte der Ökosiedlung geflossen und danach noch auf den Kinderspielplatz geschossen wäre. Ein solche Konstellation hätte eine explosionsartige Wirkung. Der Ort würde keinen Mittelpunkt entwickeln und der Spielplatz entweder nicht angenommen werden oder aggressives Verhalten fördern.
Diese Situation wäre vergleichbar mit einem Wasserfall, der mit großer Wucht in einen See stürzt - auch dort kann sich niemand aufhalten. Deswegen war unsere Überlegung, diese schnurgerade Linie - auch wenn sie zur Einfahrt bequemer war - aufzuheben und zu einer geschwungeneren Linienführung zu kommen, die auch bis zu einem gewissen Grad als Schutz des Zentrums wirkt. Als Unterstützung des Zentrums, in dem sich immer wieder Energie aufbauen, verbreitern und erneuern soll, wurde auch die Wasserführung zum Teich hin entsprechend neu geplant, so dass das Wasser verwirbelt und frei fließen kann.

Die Gestalt der Siedlung

Die Ökosiedlung ist Teil eines größeren Geländes, in dem eine weitere Bebauung vorgesehen ist. Es ist deshalb sinnvoll, ihre Stellung darin zu verstehen. Eine Möglichkeit dazu ist, die Kraft des Ortes speziell auf die Bedeutung der Ökosiedlung hin zu verstehen, sich die Gestalt, die sich durch die Form des gesamten Baugebiets ergibt, anzuschauen.
In der Form des Grundstücks kann man auf dem Bebauungsplan in dem "Langen Feld" die Form eines Segelschiffes erkennen. Die Ökosiedlung bildet dabei quasi den Rumpf des Schiffs, links ist das Heck, oben die Segel und rechts die Galionsfigur. Die Ökosiedlung liegt also am Ort des Rumpfes, dort, wo die Vorräte und Güter gelagert werden, der Schwerpunkt des Schiffs ist, für Zentrierung und Gleichgewicht gesorgt wird. Die Bebauung der bereits bestehenden Häuserreihe ist so etwas wie der Kiel, aber die Ökosiedlung stellt das Herz des Schiffs dar. Hier ist der Ort für die Galionsfigur, eine weibliche Gestalt, aus Holz geschnitzt, die die Persönlichkeit bzw. den Geist des Schiffs symbolisiert. Es zeigte sich, dass die Ökosiedlung für das gesamte Gebiet eine große Bedeutung hat. Wie dort gebaut wird und was dort entsteht, nimmt Einfluss auf diesen gesamten Bereich. Gleichzeitig weist das auf die Notwendigkeit hin, in diesem Bereich die Kraft zu halten, damit sie nicht "in alle Winde verweht" wird. Auch diese Überlegung hat auf die Planung der Häuser und des Außenbereichs Einfluss genommen. Die Gestalt der Siedlung und die dadurch aufgebauten Energieflüsse wurden mit der Schaffung einer Mitte, in der drei Bereiche ineinanderfließen, so angelegt, dass die Kraft sich konzentrieren kann und gleichzeitig alle Teile nährt. (Siehe linke Abbildung vorige Seite) Die Eigenständigkeit der Ökosiedlung innerhalb des Ganzen und die Wirkung nach innen und außen sind damit in der Gestalt(ung) angelegt, was sich im folgenden Planungs- und Bauprozess auswirkte.

Ökosiedlung als Motor des Ganzen

Diese Stellung der Ökosiedlung und ihr Einfluss auf das gesamte Siedlungsgebiet hatte bereits 1996 sichtbare Auswirkungen. Maria Dunkel zieht heute ein Resümee, was diese Impulse ausgelöst haben:
"Die Bauträgergesellschaft NILEG, die das restliche Gebiet plant, hat ökologische Überlegungen in ihr Konzept aufgenommen. Aufgrund unserer Impulse plante die NILEG eine offene Regenwasserführung für das gesamte Gebiet. Es gab Überlegungen, das gesamte Neubaugebiet über ein Blockheizkraftwerk zu versorgen und einen Gemeinschaftspunkt herzustellen.
Die NILEG und das Niedersächsische Sozialministerium haben in ihrer Auslobung für die Auszeichnung Nachhaltige Siedlungsentwicklung in Niedersachsen 1997/1998‘ das Baugebiet inklusive der Ökosiedlung als Modell eingebracht und dabei speziell die Regenwasserführung herausgestellt. 1998 haben Verhandlungen stattgefunden, die Ökosiedlung zu erweitern. Es entstand eine Erweiterungsfläche, deren Planung mit geomantischen Untersuchungen weiter von uns begleitet wurde. Die Funktion der Ökosiedlung für das gesamte Gebiet und die Bedeutung und Öffnung nach außen hat sich in vielfältigen Aktivitäten und in der Gestaltung des gesamten Baugebiets sichtbar ausgedrückt. Die Überlegungen für ein Blockheizkraftwerk für das ganze Baugebiet wurden jedoch nicht weiterverfolgt. Verwirklicht wurde die offene Regenwasserführung. Durch meine Tätigkeit und mein Engagement für die Ökosiedlung und das ganze Baugebiet bin ich für die Gemeinde und für viele andere zur Ansprechpartnerin für das "Lange Feld" geworden. So haben wir z.B. die Planung des zentralen Grünzugs durch das Baugebiet mit Bürgerbeteiligung gemacht und dafür die Zustimmung aller an der Ausführung Beteiligten erhalten. Die Ökosiedlung Wennigsen ist inzwischen sehr bekannt und in den Leitfaden der Region Hannover Straße der Wohnqualität‘ aufgenommen worden."
Von einer Gesamtplanung, wie sie im Bebauungsplan festgelegt wurde, geht die Baubegleitung weiter in die Planung der einzelnen Häuser, d.h. es geht immer vom Großen ins Detail, und das Kleine spiegelt sich immer wieder im Großen. Auch die Hausformen und Baumaterialien sind in Hinblick auf ihre lebensfördernde oder -schwächende Wirkung zu betrachten. Über Bau- und Elektrobiologie hinaus werden Baumaterialien und Erschließungswege auch auf ihre energetische Wirkung hin ausgewählt.
Dies geht bis in die Einzelberatung, wie die Grundrisse der Häuser gestaltet werden. Ein weiterer Schritt ist es, Haus und Garten im Einklang mit den Ortskräften zu gestalten. Dazu gehört, den Ort mit den Eingriffen des Menschen z.B. durch den Hausbau zu versöhnen. Auf einer Veranstaltung 1998 vermittelten wir die Bedeutung von Bauritualen, wie die Grundsteinlegung, und ermutigten die Siedlungsinteressierten, selbst auf diesem Gebiet kreative Vorschläge zu entwickeln und umzusetzen.

Künstliche Strahlungsfelder

Künstliche, von Menschen gemachte Strahlungsfelder entstehen durch Baumaßnahmen, Installationen und Versorgungsleitungen. Sie haben heutzutage zunehmend stärkere Auswirkungen, weil es immer mehr Strahlungsquellen gibt und auf deren gesundheitliche Auswirkungen üblicherweise wenig Rücksicht genommen wird. Bei der ersten Baugebietserkundung haben wir zudem nach niederfrequenten und hochfrequenten künstlichen Strahlungen gesucht, was landläufig als Elektrosmog bezeichnet wird. Die Werte im niederfrequenten Bereich, die durch elektrische Installationen hervorgerufen werden, haben wir mit einem Feldmeter gemessen. Sie waren zum damaligen Zeitpunkt niedrig, was jedoch nicht weiter verwunderlich ist, da noch keine Stromleitungen verlegt waren und keine Hochspannungsleitung in der Nähe ist. Auch von den umliegenden Häusern war keine beeinträchtigende niederfrequente Strahlung zu messen. Im hochfrequenten Bereich machten sich Einflüsse von Sendern gerade im oberen (nördlichen) Bereich des Geländes bemerkbar. Diese hochfrequente Strahlung geht von Radar-, Funk- und Fernsehanlagen aus und ist in einem pulsierenden Streifen wahrnehmbar. Vermutlich stammt sie von der Radaranlage zur zivilen Flugüberwachung auf dem Deister. Der größte Teil des Geländes liegt allerdings im Funkschatten. Damit nicht noch durch Satellitenschüsseln zusätzliche Verzerrungen und Strahlungen entstehen, empfahlen wir für die Ökosiedlung den Anschluss an das Kabelfernsehnetz. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt. Bis zum Jahr 2000 hat sich die künstliche Strahlenbelastung verstärkt, auch bedingt durch die Zunahme der Mobilfunknetze und Sendeanlagen auf den umliegenden Bergen. Hinzu kommt die Belastung durch Installationen im gesamten Baugebiet und in den einzelnen Häusern. Für die geomantische Planung ist auch der Verlauf der Energieversorgung zu berücksichtigen, so dass keine Blockaden entstehen, auch in Bezug auf den Energiefluss innerhalb der gesamten Siedlung, der ja im Herzen des "Schiffs" entsteht. Grundsätzlich gilt, dass auf keinen Fall elektrische Ringleitungen, sondern zu allen Häusern Stichleitungen gelegt werden sollten, um einen geschlossenen Schwingkreis zu vermeiden. Dieser würde zum einen nach außen hin eine blockierende Wand aufbauen und zudem nach innen hin zu einer Energiekonzentration führen und den Elektrosmog verdichten. Die Durchführung eines Kanals zur Regenwassersammlung war aus Kostengründen unter den Häusern geplant. Ein solcher Kanal ist jedoch denkbar ungünstig, da er zeitweise wie eine Wasserader mit hoher Intensität wirkt und permanent die störende Ausstrahlung eines Hohlraums hat. Dazu kommt, dass der Kanal als Resonator für die hinter der Vorderwand verlaufenden Versorgungsleitungen wirkt bzw. deren elektromagnetische Felder und damit entsprechende Frequenzen durch das ganze Haus verschleppt. Dies könnte bei geringer Ausweichmöglichkeit innerhalb der Räume eine erhebliche Beeinträchtigung der Wohnqualität darstellen.

Beratung für die Einzelhäuser

Ein Vortrag und ein Beratungsangebot für die Siedlungswilligen im Jahr 1998 betrafen die Detailarbeit: die einzelnen Häuser. Während die Gesamtplanung von allen Bauwilligen getragen wurde, war die geomantische Beratung für einzelne Häuser Sache der Bauherren. In einem Workshop wurde informiert über
- die radiästhetische Bauplatzuntersuchung (Festlegen der genauen Platzierung des Hauses) - im Unterschied zum Siedlungsgebiet werden hier zusätzlich die kleinräumigen Strukturen gemessen und danach die genaue Lage des Hauses festgelegt,
- Grundrisse des Hauses, die Raumaufteilung sowie die Versorgungsleitungen je nach Einzelinteresse, und über
- Baustoffe und Bauweise (Bau- und Elektrobiologie und deren energetische Auswirkungen.
Viele Bauwillige haben daraufhin die Grundrissgestaltung nochmals überdacht, und zwei Familien wünschten eine Einzeluntersuchung und geomantische Beratung.

Der Prozess Mensch und Ort

Über das gesamte Bauprojekt hinweg begleitete Johanna Markl den Prozess der Rücksprache mit dem Ort kontinuierlich. Geomantie befindet sich in der Mittlerposition zwischen Ort und Mensch, zwischen sichtbaren und unsichtbaren Dimensionen. Das bedeutet auch, für die zukünftigen Bewohner und für die nicht dauerhaft für den Ort tragenden Menschen eine Sprache zu finden, damit sie nachvollziehen können, warum z.B. ein Seelenweg nicht bebaut werden sollte. Dies schafft Freiräume für Ideen und führte in Wennigsen zu einer einfühlsamen Bepflanzung und Gestaltung des dortigen Seelenwegs. Diesen Prozess von Mensch und Ort möchten wir hier mit einigen Zitaten von der Initiatorin des Projekts, Maria Dunkel, und Johanna Markl nachvollziehbar werden lassen: "Einzelne Menschen tragen die Verantwortung und Verbindung zu dem Ort, die anderen brauchen eine Übersetzung. Das Wichtigste ist, die Menschen in Resonanz zu bringen." (Johanna Markl) "Die Vorschläge und Bedingungen, die sich aus der geomantischen Untersuchung ergaben, konnten ohne große Schwierigkeiten planerisch umgesetzt werden. Sowohl der Architekt als auch die Freiraumplanerinnen hatten sich bis dahin nicht mit Geomantie beschäftigt, waren aber offen dafür. Zudem verstand es Johanna, die Vorschläge angenehm und moderat zu vermitteln." (Maria Dunkel) "In der Geomantie reden wir im allgemeinen eher von unsichtbaren Welten, aber es gibt im Grunde genommen keine Trennung von dieser Art der unsichtbaren Welt oder einer geistig-seelischen Ebene und einer materiellen Ebene. Ich finde, dass dieses Beispiel zeigt, dass etwas, was zunächst eher auf einer geistigen und unsichtbaren Ebene vorhanden ist, tatsächlich anfängt, sich zu materialisieren, auch auf einer ganz handfesten praktischen und materiellen Ebene. Eine solche Verbindung funktioniert nur dann, wenn die Menschen, die mit einem derartigen Projekt befasst sind, sich tatsächlich mit der Erde und den Kräften eines Ortes verbinden." (Johanna Markl) "Schwierig waren die ständigen Verzögerungen und die damit verbundene Fluktuation der Bauwilligen. Im Januar 1998 mussten wir acht Bauparteien beisammen haben, um den ersten von drei Bauabschnitten der Ökosiedlung zu starten. Kurz vorher hatten wir aber nur sieben Bauwillige. Ich bin zum Grundstück gegangen und habe von den Schwierigkeiten erzählt. Ich erfuhr als Antwort, dass ich zu einer bestimmten Stelle gehen sollte, welche außerhalb des Ökosiedlungsgrundstückes lag. Dort wurde mir aufgetragen, mich um eine Erweiterung der Ökosiedlung zu kümmern. Damit war die Neue Ökosiedlung geboren. Innerhalb von drei Wochen hatten wir dreißig Bauwillige, und damit konnten wir Ende Januar 1998 nicht nur den ersten, sondern alle drei Bauabschnitte realisieren. Damit begann der Alltag mit der Erschließung und dem Bauen für die "alte Ökosiedlung". Manchmal bin ich zum Grundstück gegangen und habe gefragt, wie ich denn die ganze Arbeit mit dem Planen und Bauen der Neuen Ökosiedlung überhaupt schaffen sollte. Aber dann stieg nur ein Lachen in mir auf. Es war völlig klar, dass es irgendwie funktioniert." (Maria Dunkel) Es ist wichtig für die Einzelnen, sich von Anfang an mit dem Ort zu verbinden, wie es auch wichtig für die Ökosiedlung an sich ist, sie auch als sie selbst, als Kraft, als eigenständiges Geistwesen in die Realität treten zu lassen, auch durch Zeremonien und Rituale. Mit Baubeginn der Einzelhäuser 1999 fanden Rituale, wie z.B. Grundsteinlegungen und Richtfeste, statt. Diese und weitere Zeremonien sind tradierte Formen, wie die am Bau beteiligten Menschen mit allen Kräften des Ortes in Verbindung treten können. Solche Feste unterstützen unsere Kommunikation mit der Erde und ermöglichen uns, im Einklang mit ihren Kräften zu leben und zu gestalten. Die Kraft eines Ortes unterstützt im Grunde genommen die Entstehung von dem, was an diesem Ort richtig ist. Die Geomantie soll genau das begleiten und die Bewohner dazu anregen, mit den Kräften in Verbindung zu kommen und z.B. ihr Grundstück entsprechend der Energiequalität zu bepflanzen.
"Es fällt mir schwer, einzelne Leute zu überzeugen, dass sie ihr Grundstück geomantisch untersuchen lassen sollten. Da habe ich die Befürchtung, für mein nicht ganz alltägliches Engagement abgestempelt zu werden." (Maria Dunkel) Weil die Wahrnehmung der "anderen Welt" für die meisten unsichtbar und nicht erfahrbar ist (oder zu sein scheint), werden die Ergebnisse geomantischer Arbeit für die meisten zu einer Glaubenssache: Traue ich meiner eigenen Wahrnehmung und wird dies von den anderen geglaubt? Mittlerweile sind die Lebensqualität und die positive Wirkung der Ökosiedlung für den Ort Wennigsen insgesamt erfahrbar, auch im Unterschied zu den nicht geomantisch begleiteten Baufeldern innerhalb des gesamten Baugebietes. "Für mich ist erstaunlich, was sich hier entwickelt hat. Damit habe ich nicht gerechnet. Als das Baugebiet noch ein Acker war, war die energetische Qualität unseres Grundstücks ähnlich wie bei den anderen Baufeldern - ziemlich gleichmäßig und zum Bauen angenehm. Bei uns hat es durch die Bautätigkeit zwar auch gelitten, aber in den herkömmlich geplanten und bebauten Baufeldern ist die Atmosphäre wesentlich stärker verändert. Bei uns hat sich die ursprüngliche Qualität trotz der Bautätigkeit erhalten, und ich halte mich gern hier auf. Jetzt nach Fertigstellung der Ökosiedlung und des anderen Baugebiets ist der Unterschied deutlich geworden, der für alle spürbar ist." (Maria Dunkel) Die Integration in den Ort Wennigsen und die Wahrnehmung der Funktion für das Baugebiet als "Motor" ist jetzt (2003) deutlich sichtbar zum Alltag geworden. "Mich wundert, dass wir nie an der Verwirklichung gezweifelt haben, obwohl es sehr lange gedauert hat und die meisten Projektansätze von Ökosiedlungen nicht zur Verwirklichung kommen. Wir haben eine gute Presse, und alle Parteien sagen Ja zu uns. Das ist nicht selbstverständlich. Es gab auch Sektengerüchte, aber der Ort Wennigsen ist insgesamt sehr offen für die Ökosiedlung. Leute kommen hierher, einzelne von uns sind im Ort tätig, z.B. im Schülerladen, beim Seniorenfrühstück in der Kirche, bieten Wen-Do für Mädchen oder ein Projekt zu Frauenprofilen an. Wir haben gute Fachleute gefunden, und unsere Ideen und Planungen waren willkommen. Über die Unterstützung vieler Leute hinaus hatten wir auch viele unsichtbare Helfer. In der Gemeinschaft selbst laufen viele Aktivitäten, Feste, Musik-, Theater- und Kindergruppen, die Kinder machen viel. Viele Impulse gehen nach Wennigsen, Ortsaktivitäten finden im Gemeinschaftshaus der Ökosiedlung statt, wie z.B. das Wennigser Frauenfrühstück. Inzwischen (2003) wohnen 66 Erwachsene und über 50 Kinder in der Ökosiedlung, im gesamten Baugebiet sollten es 500 Neubürger werden." (Maria Dunkel)

Erkenntnisse

Die geomantische Arbeit ist je nach Ort unterschiedlich. Während es in Wennigsen galt, eine positive Lebenssituation zu erhalten und gesund zu wohnen, ist es z.B. bei einem anderen vom Institut für Geomantie begleiteten Ökodorf, Siebenlinden in Sachsen-Anhalt, mit seiner besonderen energetischen Bedeutung für das Land wichtig, die Sensibilität und das Verantwortungsbewusstsein der Bewohner für den Ort und seine Energiezentren zu fördern.
Zusammenfassend können wir aus dem Projekt Wennigsen folgende Erkenntnisse weitergeben:
- Für die Planer waren klare Vorgaben, dass z.B. Seelenweg nicht bebaut werden darf, am besten umzusetzen.
- Die geistig-seelischen Dimensionen und Energieflüsse zu verstehen und in Planung umzusetzen, war schwieriger, weil man sich in neue Art zu denken und zu fühlen hineinversetzen muss.
- Geomantie als ganzheitliche und komplexe Erfahrungswissenschaft, der lebendige Prozess mit der Erde und den Menschen, stellt große Herausforderungen an alle Beteiligten. Was daraus entsteht, ist von Entscheidungen geprägt, die von Kostenfaktoren, Einstellungen und Interessen der beteiligten Menschen beeinflusst werden. Nicht alles, was aus geomantischer Sichtweise sinnvoll wäre, wird auch umgesetzt. So entscheiden letztlich immer die Bewohner über die Installationen und damit auch, wo und wieviel künstliche Strahlung sie in ihrem Haus haben werden.
- Ein persönliches Sich-Einlassen der Planer und der Bewohner auf den Ort und dessen geistig-seelische Dimensionen ist begrenzt und abhängig von Personen. Es sind Einzelne, vor allem Initiatoren und einige zukünftige Bewohner, die dieses mittragen und bereit sind, sich z.B. in Workshops in die Erfahrung des Ortes hineinzubegeben.
- Ökologie heißt nicht automatisch naturnahes und gesundes Bauen und Wohnen. Geomantie umfasst selbstverständlich ökologisches Bauen, berücksichtigt zudem jedoch Radiästhesie, Elektro- und Baubiologie mit dem Ziel, möglichst strahlungsfrei zu bauen und dafür zu sorgen, dass die Lebenskraft, die Kraft der Erde, fließen kann. Es gibt eben auch durchaus "ökologische" Niedrigenergiehäuser mit Klimaanlagen, die künstliche Strahlung verursachen und die natürliche Lebensenergie blockieren.
- Sich auf einen Planungsprozess einzulassen, der von Rhythmen der Erde und der Arbeit mit einem lebendigen System geprägt ist, ist immer auch ein sozialer Prozess. Der Weg ist oder erscheint chaotisch, lebendig und weniger kontrolliert, berechenbar und linear strukturiert. Wir wissen heute nicht, was morgen sich entwickelt. Es ist wie eine Zwiebel, bei der sich nach und nach die Hautschichten entfernen lassen. Dies erfordert ein Wissen über Prozesse und die Bereitschaft der geomantischen Berater(innen), sich mit den zukünftigen Bewohnern darauf einzulassen. Und es bedeutet, Grenzen zu ziehen, wo die eigene Verantwortung aufhört und die der Planer(innen) und Hauseigentümer(innen) anfängt.