Mensch und Ort vereinen
Die Ökosiedlung Wennigsen - Geschichte einer geomantischen Begleitung
Wie setzt man die Geomantie bei der Planung von Häusern, Landschaften und Siedlungen ein, und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den anderen Planbeteiligten und mit den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern? Johanna Markl und Birgit Tali Menne zeigen eine gelungene Lösung am Beispiel der Ökosiedlung Wennigsen, die sie vom Beginn der Planung bis zur endültigen Fertigstellung betreut haben und bis heute begleiten.

Ein wichtiger Grundsatz in der Geomantie ist für uns, die Erde als lebendes Wesen zu betrachten: dass die Erde genauso wie wir Menschen auch einen Körper, eine Seele und einen Geist hat. Sie ist nicht tote Materie, ein Stück Fels mit Feuer in der Mitte, mit dem man beliebig umgehen kann, sondern ein durchgeistigtes, beseeltes Lebewesen, mit dem wir in Austausch stehen. Und die Erde steht genauso mit uns in Austausch, so dass wir in Kommunikation treten können. In unserer Arbeit bemühen wir uns, über Ökologie und Geobiologie hinaus auch die geistig-seelischen Dimensionen von Landschaft und Häusern zu berücksichtigen. Die geomantische Planung geht von der einzigartigen Qualität eines Ortes aus, und entsprechend erfolgt die Bebauung und Gartengestaltung, wobei die Bewohner und ihre Interessen einbezogen werden. Es ist die Verbindung der Menschen vor Ort mit dem Haus und der Erde, die gestaltet wird. Dies ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, weil viele Menschen die Beziehung zur Erde verloren haben, Bauen nur noch auf einer materiellen Ebene wahrgenommen wird und die geistig-seelischen Dimensionen als unsichtbar und/oder nicht existent begriffen werden.
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