Stadt Land Sprache
Ganzheitliche Regionalentwicklung im Nienburger Weserland
Die Umsetzung integraler Planungskonzepte ist eine spannende Kommunikationsaufgabe. Die Geomantin und Stadt- und Regionalplanerin Kerstin Schoengart berichtet von ihren Erfahrungen aus dem Nienburger Wesertal, wo sie in Kooperation mit ihrem Kollegen Uwe Bahrenburg ein bestehendes konventionelles Planungskonzept aufgegriffen und im ganzheitlichen Sinn erweitert hat. Das Team setzt dabei auf das kreative Potenzial der Menschen und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. In der Region entsteht derzeit eine Vielzahl lebendiger Projekte, die von geomantischer Landschaftsgestaltung über Bildung und Wirtschaftsvorhaben bis hin zur Entwicklung einer regionalen Währung reichen.

Immer wieder kommt mir in den Sinn, was Lara Mallien und Johannes Heimrath in der 10. Ausgabe der Hagia Chora an unspektakulärer Stelle in ebenso unspektakuläre Worte gefasst haben: "Beim Versuch, das Neue, das bereits in der rechten Gehirnhälfte kribbelt, ohne Verlust von Qualität, Farbe, Klang, Sinnlichkeit und Sinn in die linke zu transferieren, empfanden wir die Gegenwartssprache als noch außerordentlich arm und stammelnd." Wie lebendig fühlte und fühle ich diese Not mit! Intensiv war ich auf der Suche nach einer neuen Sprache für neue Dimensionen der Wahrnehmung und bemühte jedes Fünkchen Wortschöpferkraft in mir, das sich nur irgend zünden ließ. Begierig griff ich auch auf, was andere wortschöpften, denn es ist ja deutlich zu spüren, dass auch andere die gleiche Not leiden, offenbar die gleiche Armut der Sprache empfinden und an deren Erweiterung oder Anpassung arbeiten. Ernst Haeckels Ökologie (1866) beispielsweise wird gut hundert Jahre später bei Arne Naess erst Tiefenökologie, dann weitere dreißig Jahre später bei Jochen Kirchhoff integrale Tiefenökologie; folgerichtig würde Geomantie zur Tiefengeomantie.
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