Bilder des Körper-Berges
Der Berg in der daoistischen Mythologie - der Körper des Meisters
Im letzten Feng Shui Journal führte John Lagerwey mit seinem Essay "Der Berg - Pforte zum Jenseits" in die Symbolik des Berges in der daoistischen Philosophie Chinas ein. In diesem Aufsatz geht es nun um die innere Landschaft - der Berg als Körper des verwirklichten Menschen und Spiegel alchemischer Prozesse.

Eine chinesische Metapher setzt den Tod eines Kaisers dem Einsturz eines Berges gleich. Das Bild macht ein -Gefühl instinktiver Furcht deutlich, das durch den Verlust einer bedeutenden Persönlichkeit ausgelöst wird. Das Gefühl ist durchaus berechtigt: Durch die überragende Stellung des Kaisers in der chinesischen Gesellschaft konnte durchaus das Gefühl aufkommen, mit ihm drohe der ganze soziale Zusammenhang zusammenzubrechen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Person dieses einzigartigen Menschen Furcht einflößte und für heilig gehalten wurde. Während der morgendlichen Audienz hielten die Minister die Augen gesenkt, sie hatten nicht das Recht, einen Blick auf den Sohn des Himmels zu werfen. In seiner Gegenwart durften sie nur zuhören, das heißt gehorchen.
Die chinesische Logik neigt oft dazu, Evidenzen dadurch auszudrücken, dass man natürliche Bilder spontan sich entfalten lässt, bevor man reflektierend in das Netz eingreift, das sie insgesamt darstellen. Im Gegensatz zur Descartesschen Analyse bemüht sich die chinesische Abstraktionsmethode nicht darum, geistige Objekte auf klare und distinkte Weise einzeln zu erfassen, sondern sie will Gesamtheiten herausstellen. Das Ganze, ob das der sozialen Beziehungen (wie bei den Konfuzianern) oder das der spirituellen Beziehungen (wie bei den Daoisten) war für das chinesische Denken ein bevorzugtes Thema.
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