Die Erde wandelt sich

von Marko Pogačnik erschienen in Hagia Chora 14/2002

In dieser Kolumne beschreibt der Geomant, Bildhauer und Erdheiler Marko Pogacnik seine Wahrnehmung der gegenwärtigen Erdwandlung. Diesmal beschreibt er eine Dimension, die er als den mit Schatten beladenen Doppelgänger des Menschen bezeichnet. Er spricht von einer wesenhaften Schattenexistenz hinter dem Rücken des Menschen und verwendet diese Metapher als Fokus für eine meditative Übung, um sich mit den persönlichen Schattenaspekten liebevoll zu verbinden.

In der letzten Kolumne habe ich davon berichtet, wie ich bei den heutigen Erdwandlungen die "Umstülpung des Raumes" beobachte. Durch diese Umstülpung können sich die neuen Kräfte und Qualitäten im Erdraum manifestieren. Es handelt sich um die Lichtseite eines Prozesses, der aber auch eine stark ausgeprägte Schattenseite hat. Diese Dualität kann man sich räumlich so vorstellen, dass es einerseits den Raum der manifestierten Welt gibt (die "Oberwelt") und andererseits seinen Gegenpol, der gewöhnlich als "Unterwelt" oder als der unsichtbare, vor uns verborgene Pol des Raumes bezeichnet wird. Der Begriff der Unterwelt hat etwas Zwiespältiges: Als Gegenpol des Raumes enthält er sowohl die Urkräfte und Potenziale der mehrdimensionalen Welt wie auch die unterdrückten seelischen Kräfte und Traumata des modernen Menschen. Diese zwei scheinbar so gegensätzlichen Qualitäten der urbildlichen Dimension des Raumes sind im Grunde zwei Facetten ein und derselben Grundqualität. Bei den Aspekten, die heute ins Negative verkehrt sind, handelt es sich nämlich auch um die ursprünglichen Potenziale des Menschen, die im Laufe der persönlichen Geschichte verdreht oder unterdrückt worden sind. Aus diesem Grund geschieht es während der Phasen der Raumumstülpung, dass diese ins Negative verkehrten Muster und Kräfte mit potenzierter Wucht nach vorne, in die Manifestation drängen. Man meint zu dieser Zeit, dass viele Probleme schon gelöst seien, und doch kann ein Konflikt besonders dramatisch hervortreten, wenn sein urbildliches Muster, das in der "Unterwelt" verankert ist, nie erlöst und aufgelöst worden war.

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